Pressemitteilung 25/09, VCD-Landesverband Niedersachsen, 22.09.09, Hannover.
„Niedersachsen braucht mehr Bahn-Infrastruktur“ – Endgültige Abkehr von Y-Trasse gefordert
Angesichts überfüllter Straßen und der einhergehenden Belastungen für Mensch und Umwelt fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) den raschen Ausbau des bestehenden Schienennetzes. „Es liegen gerade in Niedersachsen viel zu viele Bahnstrecken brach“, moniert VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming.
Um die Straßen vor allem von Lkw zu entlasten sei es nach Auffassung des VCD erforderlich, die Investitionen der kommenden Jahre von der Straße auf die Schiene zu verlagern. „Mit den jetzt von Bundesverkehrsminister Tiefensee angekündigten 200 Millionen Euro für zusätzliche Lkw-Parkplätze an Autobahnen hätte man in Niedersachsen das ein oder andere wichtige Projekt im Schienenverkehr anschieben können“, so Frömming.
Als ein Beispiel für aktuelle Probleme im Bahnverkehr nennt der VCD die eingleisige Hauptbahn von Rotenburg (Wümme) nach Verden (Aller). Diese rund 25 Kilometer lange eingleisige Strecke stellt ein Nadelöhr für die Hafenhinterlandverkehre dar. Obwohl diese Verbindung seit fast 25 Jahren im sogenannten vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans für den zweigleisigen Ausbau genannt ist, hat keine Bautätigkeit stattgefunden. „In den nächsten zwei Jahren soll sogar für mehrere Monate der Personenverkehr eingestellt werden, weil die Kapazitäten für die Güterverkehre wegen Instandsetzungsmaßnahmen in anderen Bereichen erschöpft ist. Da sieht man doch, wie wichtig kurzfristige Maßnahmen sind!“, so Frömming.
Der VCD bedauert, dass sowohl die Bundes- als auch die Landesregierung weiterhin an der rund vier Milliarden Euro teuren Hochgeschwindigkeitstrasse von Hamburg und Bremen nach Hannover, der Y-Trasse, festhalten. „Die Strecke ist viel zu teuer, zerstört eine intakte Naturlandschaft, bringt kaum Entlastungseffekte und kommt eh viel zu spät – wenn überhaupt“, so Frömming. „Statt dauerhaft an der Y-Trasse zu planen sollte jetzt mit konkreten kleinteiligen und sofort wirksamen Maßnahmen begonnen werden.”
Dazu zählen neben Rotenburg – Verden und dem Ausbau des sogenannten Heidekreuzes Bremen – Soltau – Uelzen sowie Hamburg – Soltau – Hannover die Zulaufstrecken auf die Hamburger und Bremer Häfen. Für die Anbindung von Cuxhaven ist unter anderem die Wiedereinrichtung von einer Kreuzungsmöglichkeit in Nordholz erforderlich, damit von Cuxhaven überhaupt wieder Güterzüge in Richtung Bremen verkehren können. Als Option für künftige zusätzliche Verkehre sollten weitere Bahnstrecken gesichert und ausgebaut werden, darunter Bassum – Rahden sowie Lüneburg – Dannenberg –Salzwedel.