Mit ‘Schienenverkehr’ getaggte Artikel

Gotthard-Basistunnel zeigt Fehler der deutschen Verkehrspolitik

Samstag, 04. Juni 2016

Pressemitteilung, Berlin, 31. 05 2016
Die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels für den Transit-Schienengüterverkehr durch die Alpen, nach 17 Jahren Bau und mit dem Ziel mehr Güter auf die Schiene zu holen, blamiert die deutsche Verkehrspolitik, so die deutliche Kritik des ökologischen Verkehrsclub VCD. 17 Jahre lang hat es die Bundesregierung geschafft, das Ziel der Verlagerung auf die Schiene zu vernachlässigen.

Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender: „Verkehrsverlagerung auf die Schiene ist möglich, es bedarf aber nicht nur politischer Sonntagsreden, sondern klarer verbindlicher Ziele und den Willen, diese umzusetzen, das zeigt uns heute die Schweiz. Es ist beeindruckend, wie es die Schweiz mit verkehrslenkenden Instrumenten und mutigen Investitionen in sinnvolle Infrastrukturen schafft, Verkehre zu verlagern. Bereits heute finden 70 Prozent der alpenquerenden Güterverkehre auf der Schiene statt. In Deutschland hingegen scheint eine solche Verlagerungspolitik nicht gewollt. Beispielhaft ist aktuell die geplante Schließung weiterer Güterbahnhöfe, nicht nur als Ergebnis des Sparkurses der DB AG, sondern auch aufgrund massiver Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der Schiene.“ (weiterlesen…)

VCD: Die Schiene braucht eine andere Investitionsstrategie

Dienstag, 31. Mai 2016

Pressemitteilung VCD Baden-Würrtemberg, Stuttgart, 31. 05 2016

Die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels für den Transit-Schienengüterverkehr durch die Alpen, nach 17 Jahren Bau und mit dem Ziel mehr Güter auf die Schiene zu holen, blamiert die deutsche Verkehrspolitik, so die deutliche Kritik des ökologischen Verkehrsclub VCD. 17 Jahre lang hat es die Bundesregierung geschafft, das Ziel der Verlagerung auf die Schiene zu vernachlässigen.

Michael Ziesak, Bundesvorsitzender: „Verkehrsverlagerung auf die Schiene ist möglich, es bedarf aber nicht nur politischer Sonntagsreden, sondern klarer verbindlicher Ziele und den Willen, diese umzusetzen, das zeigt uns heute die Schweiz. Es ist beeindruckend, wie es die Schweiz mit verkehrslenkenden Instrumenten und mutigen Investitionen in sinnvolle Infrastrukturen schafft, Verkehre zu verlagern. Bereits heute finden 70 Prozent der alpenquerenden Güterverkehre auf der Schiene statt. In Deutschland hingegen scheint eine solche Verlagerungspolitik nicht gewollt. Beispielhaft ist aktuell die geplante Schließung weiterer Güterbahnhöfe, nicht nur als Ergebnis des Sparkurses der DB AG, sondern auch aufgrund massiver Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der Schiene.“  

Zum Leidwesen der Schweiz hält die Bundesregierung nicht einmal den Staatsvertrag von 1996 ein, kritisiert der VCD. Erst eine von drei deutschen Eisenbahn-Zulaufstrecken wird derzeit ausgebaut, Fertigstellung voraussichtlich – 2035. 15 Jahre später, als im Vertrag von Lugano vereinbart.

Schneller klappt in Deutschland dafür der Straßenbau, so Matthias Lieb, Landesvorsitzender des VCD Baden-Württemberg. „Damit die Lastwagen schneller auf der Straße in die Schweiz kommen, wurde innerhalb weniger Jahre die Autobahn von Baden-Baden nach Offenburg sechsspurig ausgebaut, nachdem zuvor die Planungsmittel für den Ausbau der Rheintalbahn gestrichen wurden.“

Solche Entscheidungen zulasten der Schiene und zugunsten der Straße ziehen sich wie ein roter Faden durch die Verkehrspolitik der letzten Jahre: Beispielhaft die Absenkung der Straßenmaut, die Erprobung von Gigalinern, ein Bundesverkehrswegeplan, der weiterhin massiven Straßenbau vorsieht.

Michael Ziesak merkt an: „Warum fährt Kanzlerin Angela Merkel zu einer Feier für das System Schiene, wo ihre Bundesregierung doch das Gegenteil tut, und durch ihr bisheriges Nichthandeln den Schweizer Vertragspartner düpiert?“

Der VCD fordert von der Bundesregierung den verkehrspolitischen Kurswechsel. Die Schiene braucht eine andere, eine wirkliche Investitionsstrategie, Vorbild kann die Schweiz sein. Gleichzeitig muss die Bundesregierung für faire Rahmenbedingungen sorgen. Die weiterhin bestehende Kostenungerechtigkeit muss beendet werden, dies ist Aufgabe der Politik.

Hintergrund Ausbau Schiene / Straße:

Viergleisiger Ausbau der Rheintalbahn: Gesamtstrecke 182 km ? in Betrieb 2016 nach 29 Jahren Bauzeit:
65 km von 182 km = 36%
(Rastatt Süd – Offenburg, Bauzeit 1987 – 2004: 44 km; Katzenbergtunnel mit Zulaufstrecke, Bauzeit 2002 – 2012: 21 km)

Versus Autobahnausbau A5: Baden-Baden – Offenburg Bauzeit 2009 – 2014: 41,5 km


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Brückenschaden in Weener: Fahrgäste und Rad­fahrer sind die Leidtragenden

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Pressemitteilung, VCD-Landesverband Niedersachsen, 13.12.2015
Hannover.

VCD appelliert an Verantwortliche, schnell und umfassend zu handeln

Die Brückenhavarie in Weener über die Ems verursacht für die Eisen­bahnstrecke Leer – Groningen einen Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen – wahrscheinlich für Jahre. Ist damit alles ausreichend geregelt? Mitnichten, meint der Landes­verband Niedersachsen des ökologischen Verkehrsclubs VCD.

Durch den SEV verlängert sich z. B. die Fahrzeit zwischen Oldenburg und Groningen um eine Stunde, weil der Anschluss in Leer um wenige Minuten verpasst wird. Organisierte man den SEV statt zwischen Bad Nieuweschans und Leer zwischen Weener und Leer, würden sich die Fahrzeiten so verändern, dass ab bzw. bis Weener die planmäßigen Züge genutzt werden könnten und in Leer der Anschluss in und aus Richtung Oldenburg erreicht würde“, erklärt Wilfried Jankowski, stellvertretender Landesvorsitzender des VCD-Niedersachsen.

Gelöst ist damit jedoch nicht das Problem, dass die Busse des SEV keine Fahrräder mitnehmen. Hierfür muss nach Ansicht des VCD eine Lösung gefunden werden. Es ist nicht einzusehen, dass hier über Jahre keine Fahrrad­mitnahmemöglichkeit besteht. Bei kurz­fristigen Streckensperrungen ist dies gerade noch hinzunehmen, aber nicht bei einem lang­fristigen Ersatz­verkehr.

Handlungsbedarf besteht auch, weil die kombinierte Eisen­bahn­brücke nicht mehr für den Radverkehr zur Verfügung steht. Die Rad-Verbindung über die Eisenbahn­brücke ist Teil von diversen radtouristischen Radrouten, ganz zu schweigen vom Zwischenortsverkehr z. B. zwischen Weener und Ihrhove. Umwege von 16 Kilometern sind die Folge. „Es sollte ernsthaft geprüft werden, ob zur nächsten Saison hier eine Personen- und Fahrrad-Fähre eingerichtet werden kann. Zwischen den Ortschaften Kamp und Karnin auf Usedom beispielsweise, funktioniert das seit Jahren ausgezeichnet“, so Jankowski.

Kurzfristig gelöst werden muss auch das Informationsdefizit für die Bahnfahrgäste. Die Deutsche Bahn macht auf ihrer elektronischen Fahrplan­auskunft nur einen kleinen Hinweis auf die Internetseite des niederländischen Bahnunternehmens ARRIVA – eine DB-Tochter! Folgt man diesem Hinweis gibt es Informationen zum SEV nur in niederländischer Sprache. Eine zusätzliche Ansage auf deutsch wäre hier sehr wünschenswert.

Der VCD appelliert daher an alle Verantwortlichen, bei Ihren Planungen die Interessen der Fahrgäste und Radfahrer nicht aus dem Blick zu verlieren und kurzfristig das Informationsdefizit zu beseitigen.

VCD-Erwartung an Aufsichtsratssitzung DB AG

Dienstag, 15. Dezember 2015

Pressemitteilung, Berlin, 15. 12 2015
Sinkende Erträge, hohe Schulden – es ist zu erwarten, dass der Aufsichtsrat der DB AG am Mittwoch ein rigoroses Sparprogramm verabschiedet. Doch kann dieses die eigentlichen Probleme der Deutschen Bahn lösen? Wie soll die vielfach angekündigte Kunden­offensive umgesetzt werden?

Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert die Bundesregierung auf, endlich die ihr zugeschriebene Verantwortung für den Schienen­verkehr wahrzunehmen. Auf die Dividende sollte der Bund ver­zichten, damit die Kundenoffensive finanzierbar bleibt. Darüber hinaus gilt es, das Dilemma der immer weiter steigenden Trassen- und Stationspreise zu beenden.
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8. Sitzung des Dialogforums Schiene Nord am 5. November in Celle

Donnerstag, 05. November 2015

VCD-Landesverband Niedersachsen, Pressemitteilung, 05.11.2015 Hannover/Celle.

Glückwunsch zum Dialogforum, Alpha blockiert jedoch Entwicklung
VCD fordert Bürgerbeteiligung auch für Straßenbauprojekte

Das Dialogforum Schiene Nord ging heute mit einem mehrheitlichen Ergebnis von knapp 64 Prozent – 60 von 94 – für die Alpha-Variante als alleinige Lösung für den Seehafenhinterlandverkehr zu Ende. Der VCD stimmte der Empfehlung an den Bund nicht zu, weil er die bedarfsgerechte Entwicklung einer zukunftsfähigen Eisen­bahn­infrastruktur auf viele Jahre blockiert sieht. Hans-Christian Friedrichs, Landesvorsitzender des VCD-Niedersachsen dazu: „Ein Konzept, das absehbar zu überlasteten Strecken führt, Bahnkunden im Personen- und im Güterverkehr, wie Anwohner der Bestandsstrecken massiv belasten wird, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein“. (weiterlesen…)

Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Pressemitteilung, Berlin, 13. 10 2015

Ende September gab es die grundsätzliche Einigung der Länder­chefs mit Kanzlerin Angela Merkel über die Höhe der Regio­nali­sierungs­mittel für den Schienenpersonen­nahverkehr (SPNV) ab 2016 – acht Mrd. Euro pro Jahr und eine jährlich Anhebung der Summe um 1,8 Prozent. Diesen Mittwochabend wird nochmals verhandelt. Im Vermittlungsausschuss soll es um die Details der Mittelvergabe, also den Verteilungsschlüssel gehen. Zu diesem Anlass fordert der ökologische Verkehrsclub VCD Nachbesserungen.

Der Grund: Geht es nach der aktuellen Verteilungsregelung, dem sogenannten »Kieler Schlüssel«, drohen fast allen neuen Bundes­ländern erhebliche Mindereinnahmen im Vergleich zu 2014. In der Folge müssten gerade hier, wo bereits schmerzliche Kürzungen von Angeboten erfolgten, weitere SPNV-Leistungen abbestellt beziehungsweise Fahrpreise erhöht werden. (weiterlesen…)

Einigung im Streit um Regionalisierungsmittel für den Schienenpersonennahverkehr war höchste Eisen­bahn

Freitag, 25. September 2015

Pressemitteilung, Berlin, 25. 09 2015

Der VCD begrüßt die gestrige Einigung der Bundeskanzlerin mit den Länderchefs zur Anhebung der Regionalisierungsmittel für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für 2016.

„Das war höchste Eisenbahn, drei Monat vor Ablauf der jetzigen Regelung“, so Heidi Tischmann Referentin für Verkehrspolitik beim VCD. Der gestrige Kompromiss auf eine Mittelerhöhung von acht Milliarden Euro und die Anerkennung der Notwendigkeit einer jähr­lichen Dynamisierung von 1,8 Prozent kommt dem zuvor er­rech­neten Bedarf der Bundesländer sehr nahe. Doch das gute Ergebnis kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Vereinbarung noch keinen Geltungsrahmen benennt und damit keine langfristige Planungssicherheit bietet. (weiterlesen…)

6. Sitzung des Dialogforums Schiene Nord am 11. September in Celle

Donnerstag, 10. September 2015

Pressemitteilung VCD-Landesverband Niedersachsen, 09.09.2015, Hannover.
Unstrittige Maßnahmen beschließen, Dialogforum handlungsfähig machen!
VCD will Beschluss über Amerikalinie und Anwendung der Nutzwertanalyse

Zur 6. Sitzung des Dialogforums Schiene Nord am 11. September schlägt der ökologische Verkehrsclub VCD einen Strategiewechsel vor. „Statt Debatten über längst akzeptierte Maßnahmen zu führen und schwerfällig nach Ausschlusskandidaten zu suchen, sollte nun zügig über den Ausbau der Amerikalinie und der Bahnstrecke Rotenburg – Verden entschieden werden, damit mehr Raum für strittige Themen bleibt“, so Hans-Christian Friedrichs, Landesvorsitzender des VCD-Niedersachsen.

Die Ertüchtigung der Amerikalinie und der zweigleisige Ausbau der Verbindung von Rotenburg nach Verden steht seit Jahren im Bundesverkehrswegeplan und ist Bestandteil des Koalitionsvertrages der Landesregierung. Auch im Dialogforum besteht ein breiter Konsens über den Ausbau der beiden Strecken. „Neben kleinteiligen Maßnahmen, wie der Prüfung von möglichen Blockverdichtungen und dem Bau von Überwerfungsbauwerken, setzt sich der VCD seit Jahren für die Amerikalinie und Rotenburg – Verden ein. Wir schlagen vor, Debatten über komplizierte Maßnahmenkombinationen zu überwinden, die Gemeinsamkeiten endlich in den Vordergrund zu stellen und die beiden Projekte als erstes in den niedersächsischen Warenkorb für den Bundesverkehrswegeplan zu legen. So bleibt mehr Raum, die strittigen Punkte hinreichend zu erörtern“, schlägt Friedrichs vor. (weiterlesen…)

Uneinigkeit bei Bund-Länder-Finanzen behindert weiter Revision der Regionalisierungsmittel für den Schienenpersonennahverkehr

Freitag, 19. Juni 2015

Pressemitteilung, Berlin, 19. 06 2015

Wieder keine Einigung beim gestrigen Treffen der Länderchefs mit der Kanzlerin über die zukünftigen Bund-Länder-Finanzbeziehungen und damit auch keine Lösung der Frage, wie der Schienen­per­sonen­nahverkehr (SPNV) ab 2016 finanziert werden soll.

Der ökologische Verkehrsclub mahnt an, eine Einigung und Klarheit über die künftige Finanzierung des SPNV ist zwingender denn je. Nachdem bereits seit einem Jahr verhandelt wird, braucht es endlich Lösungen. Die Bundesländer, die im Auftrag des Bundes den Schienenpersonennahverkehr bestellen, werden schon ab Ende dieses Jahres in Schwierigkeiten kommen, wenn sie nicht jetzt, in diesem Sommer, Auskunft über die Höhe der Finanzmittel durch den Bund bekommen. (weiterlesen…)

3. Sitzung des Dialogforums Schiene Nord in Celle

Donnerstag, 21. Mai 2015

Pressemitteilung, VCD-Landesverband Niedersachsen, 20.05.2015 Hannover/Celle.
Einigung über Seehafenhinterlandanbindung in weiter Ferne
VCD beklagt Mängel des Verfahrens und warnt vor Scheitern

Bei der dritten Sitzung des Dialogforums Schiene Nord am Freitag soll nun ausführlich das vom Bundesverkehrsministeriums in Auftrag gegebene Gutachten über die verschiedenen Trassenvarianten vorgestellt werden. Aus Sicht des VCD geht das bisherige Vorgehen an der eigentlichen Fragestellung vorbei. „Entscheidend sind die Kriterien und Werte, die für die Kommunen und Initiativen zwischen Hamburg und Hannover von Bedeutung sind und nicht die, eines der Deutschen Bahn nahe stehenden Beratungshauses“, so Hans-Christian Friedrichs, Landesvorsitzender des VCD-Nieder­sachsen.
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