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Montag, 01. Februar 2010
VCD Baden-Württemberg, Pressemitteilung Nr. 4/10 – Stuttgart, 1. Februar 2010
Land und Bund setzen komplett falsche Prioritäten bei Bahnprojekten/VCD fordert Bahnausbau nach verkehrlicher Dringlichkeit und mit wirtschaftlichem Verstand
Stuttgart 21 blockiert dringend notwendigen Ausbau der Rhein-Schiene
Der Umwelt- und Verbraucherverband Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) unterstützt die Deutsche Bahn in ihren Bemühungen, das deutsche Schienennetz endlich nach vernünftigen und verkehrlich dringend notwendigen Kriterien auszubauen und diese Maßnahmen auch entsprechend finanziell abzusichern.
Der VCD kritisiert vor allem die Fokussierung des Landes Baden-Württemberg auf den Tunnelbahnhof Stuttgart 21 und die daran anschließende Neubaustrecke nach Ulm. Zahlreiche Fachleute bestätigen: Für das deutsche Schienennetz hat diese Verbindung keine Priorität, sie ist für den zunehmenden Güterverkehr bedeutungslos und mit ein bis zwei ICE-Fahrten je Stunde niemals rentabel zu betreiben. Viel wichtiger ist nach VCD-Meinung der Ausbau der Rheintalbahn bis Basel und der Verbindung Frankfurt/Main – Mannheim.
VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb erklärte am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz: „Die derzeitige Schienenverkehrspolitik des Bundes und des Landes Baden-Württemberg gleichen einer Geisterbahnfahrt ohne Richtung und Ziel. Statt das deutsche Schienennetz nach einem sinnvollen und wirtschaftlichen Gesamtkonzept weiterzuentwickeln, bestimmen Provinzfürsten mit fragwürdigen Prestigeprojekten, wo gebaut wird und wo nicht. Unter dieser Kirchturmpolitik leidet der Bahnverkehr in ganz Deutschland massiv.“
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Tags:Bahn, Basel, Bundesverkehrswegeplan, Geislinger Steige, Rheintalbahn, Schienennetz, Stuttgart 21, Wendlingen - Ulm
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Montag, 18. Januar 2010
VCD-Landesverband Baden-Württemberg, Pressemitteilung 2/2010, Stuttgart, 18.01.2010
Verkehrsclub sieht sich durch DB-Geheimpapier bestätigt / Tunnelbahnhof verhindert viele sinnvolle Projekte
Der Umwelt- und Verbraucherverband Verkehrsclub Deutschland fordert Klartext von Bundesverkehrsminister Ramsauer, welche Schienenprojekte in den nächsten Jahren Vorrang haben werden. Nach Medienberichten zeigen Geheimpapiere der DB, dass die Schieneninfrastruktur völlig unterfinanziert sei. Vor diesem Hintergrund sei es inakzeptabel, dass mit Stuttgart 21 ausgerechnet das fragwürdigste Projekt umgesetzt werden solle. Der Tunnelbahnhof in der Landeshauptstadt verhindere zahlreiche, sinnvolle Neu- und Ausbauprojekte im ganzen Land und schade massiv der Entwicklung des Schienenverkehrs in Deutschland.
“Die Finanzplanung für den Schienenverkehr ist völlig unseriös und die Bevölkerung wird von den verantwortlichen Politikern für dumm verkauft”, kritisierte der VCD-Landesvorsitzende Matthias Lieb die Entscheidungsträger in der Politik, die wider besseren Wissens seit Jahren erklärten, Stuttgart 21 verhindere keine anderen Maßnahmen. Das Gegenteil sei richtig: Volkswirtschaftlich wichtige Projekte wie der Ausbau der Rheintalbahn zur Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene, der Ausbau der Südbahn vom Ulm nach Friedrichshafen und Lindau oder der Gäubahn könnten nicht umgesetzt werden, so der VCD.
„Mit Stuttgart 21 wird ausgerechnet das für den Schienenverkehr schädlichste und gleichzeitig teuerste Projekt mit der geringsten Akzeptanz in der Bevölkerung mit demokratisch äußerst fragwürdigen Methoden vorangetrieben“, bemängelte Matthias Lieb. „Wir brauchen Stuttgart 21 nicht, und jetzt macht sogar die DB AG deutlich, dass wir es uns nicht leisten können.“
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Tags:Infrastruktur, Schienennetz, Stuttgart 21
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Freitag, 23. Oktober 2009
VCD-Landesverband Niedersachsen, Pressemitteilung 29/2009, 23.10.09, Hannover/Lüneburg
20 Jahre Deutsche Einheit/„Verkehrsprojekte noch lange nicht vollendet!“/Viele Bahnstrecken enden weiter an ehemaliger DDR-Grenze
„20 Jahre nach dem Fall der Mauer ist die Einheit im Schienennetz noch lange nicht vollendet. Während das Straßennetz entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze vollständig wiederhergestellt und teilweise auch ausgebaut wurde, liegt die umweltfreundlichere Bahn-Infrastruktur zwischen Ost und West vielerorts brach“, beklagt Hans-Christian Friedrichs, stellvertretender Landesvorsitzende des Verkehrsclub Deutschland (VCD) aus Lüneburg, die Situation.
Nach der Wende wurde in Niedersachsen nur auf den drei Verbindungen Uelzen – Stendal, Vienenburg – Stapelburg und Walkenried – Ellrich der Personen- und Güterverkehr in Betrieb genommen. Von ehemals 70 bundesweiten Schienenverbindungen zwischen Ost und West sind bis heute nur sechs wieder hergestellt worden. Vor 20 Jahren in Niedersachsen diskutierte Lückenschlüsse, zum Beispiel Jerxheim – Dedeleben oder Duderstadt – Teistungen, spielen in den Planungen der Landesregierung heute keine Rolle mehr. Schlimmer noch: Die Anschluss-Bahnstrecken wurden teilweise für den Neubau von Fernstraßen demontiert, so zum Beispiel im Verlauf der umstrittenen und kaum frequentierten A 38 Göttingen – Halle.
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Tags:Bahn, Dannenberg, Dömitzer Bahnbrücke, Schienennetz, Uelzen
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Mittwoch, 23. September 2009
VCD-Pressemitteilung 73/09 – Berlin, 23.09.2009
VCD zur Bundestagswahl
Kurz vor der Bundestagswahl kritisiert der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), dass keine Partei die nachhaltige Mobilität im Wahlkampf ernsthaft angegangen sei. Die große Koalition sei mit der Abwrackprämie und der Förderung von Elektroautos auf Stimmenfang gegangen. Konkrete Klimaschutzpolitik habe es in den letzten Wochen und Monaten aber nicht gegeben. Dabei gebe es hier dringenden Handlungsbedarf. Der CO2-Ausstoß aus dem Verkehr trage mit einem Anteil von 20 Prozent an den Gesamtemissionen Deutschlands wesentlich zum Klimawandel bei.
Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: “Die Wirtschaftskrise hat zu einer fatalen Pause im Klimaschutz geführt. Ob der massive Aus- und Neubau von Straßen, die Kfz-Steuerbefreiung oder die an keinerlei Umweltkriterien geknüpfte Abwrackprämie – im Rahmen der Konjunkturpakete hat die Bundesregierung im Verkehrsbereich viel Geld in veraltete Strukturen gesteckt. Im Wahlkampf versuchte sich dann Schwarz-Rot mit der Diskussion um die Elektromobilität ein grünes Mäntelchen zu verpassen. Das hat alles nichts mit einem Wandel in der Verkehrspolitik zu tun. Die kommende Bundesregierung muss das Lenkrad dringend herumreißen und endlich die Weichen für eine zukunftsfähige Mobilität stellen.“
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Tags:Abwrackprämie, Automobilindustrie, Bundestagswahl, CO2-Emission, Dienstwagen, Elektrofahrzeug, Kerosinsteuer, Klimawandel, LKW-Maut, Nahverkehr, Schienennetz, Straßenbau, Tempolimit
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Dienstag, 22. September 2009
Pressemitteilung 25/09, VCD-Landesverband Niedersachsen, 22.09.09, Hannover.
„Niedersachsen braucht mehr Bahn-Infrastruktur“ – Endgültige Abkehr von Y-Trasse gefordert
Angesichts überfüllter Straßen und der einhergehenden Belastungen für Mensch und Umwelt fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) den raschen Ausbau des bestehenden Schienennetzes. „Es liegen gerade in Niedersachsen viel zu viele Bahnstrecken brach“, moniert VCD-Landesvorsitzender Michael Frömming.
Um die Straßen vor allem von Lkw zu entlasten sei es nach Auffassung des VCD erforderlich, die Investitionen der kommenden Jahre von der Straße auf die Schiene zu verlagern. „Mit den jetzt von Bundesverkehrsminister Tiefensee angekündigten 200 Millionen Euro für zusätzliche Lkw-Parkplätze an Autobahnen hätte man in Niedersachsen das ein oder andere wichtige Projekt im Schienenverkehr anschieben können“, so Frömming.
Als ein Beispiel für aktuelle Probleme im Bahnverkehr nennt der VCD die eingleisige Hauptbahn von Rotenburg (Wümme) nach Verden (Aller). Diese rund 25 Kilometer lange eingleisige Strecke stellt ein Nadelöhr für die Hafenhinterlandverkehre dar. Obwohl diese Verbindung seit fast 25 Jahren im sogenannten vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans für den zweigleisigen Ausbau genannt ist, hat keine Bautätigkeit stattgefunden. „In den nächsten zwei Jahren soll sogar für mehrere Monate der Personenverkehr eingestellt werden, weil die Kapazitäten für die Güterverkehre wegen Instandsetzungsmaßnahmen in anderen Bereichen erschöpft ist. Da sieht man doch, wie wichtig kurzfristige Maßnahmen sind!“, so Frömming.
Der VCD bedauert, dass sowohl die Bundes- als auch die Landesregierung weiterhin an der rund vier Milliarden Euro teuren Hochgeschwindigkeitstrasse von Hamburg und Bremen nach Hannover, der Y-Trasse, festhalten. „Die Strecke ist viel zu teuer, zerstört eine intakte Naturlandschaft, bringt kaum Entlastungseffekte und kommt eh viel zu spät – wenn überhaupt“, so Frömming. „Statt dauerhaft an der Y-Trasse zu planen sollte jetzt mit konkreten kleinteiligen und sofort wirksamen Maßnahmen begonnen werden.”
Dazu zählen neben Rotenburg – Verden und dem Ausbau des sogenannten Heidekreuzes Bremen – Soltau – Uelzen sowie Hamburg – Soltau – Hannover die Zulaufstrecken auf die Hamburger und Bremer Häfen. Für die Anbindung von Cuxhaven ist unter anderem die Wiedereinrichtung von einer Kreuzungsmöglichkeit in Nordholz erforderlich, damit von Cuxhaven überhaupt wieder Güterzüge in Richtung Bremen verkehren können. Als Option für künftige zusätzliche Verkehre sollten weitere Bahnstrecken gesichert und ausgebaut werden, darunter Bassum – Rahden sowie Lüneburg – Dannenberg –Salzwedel.
Tags:Bremen, Hafen, Hamburg, Hannover, LKW, Rotenburg, Schienennetz, Soltau, Verden, Y-Trasse
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Dienstag, 09. Juni 2009
VCD-Pressemitteilung 43/09 – Berlin, 09.06.09
Die Bahn soll aus Sicht von Fahrgästen und potentiellen Fahrgästen vor allem pünktlich und sicher sein. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse des VCD Bahntest 2009, den der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) heute in Berlin vorgestellt hat. Würden beim Bahnfahren diese sowie weitere Faktoren wie Schnelligkeit oder geringere Kosten häufiger erfüllt, würden laut Untersuchung 47,2 Prozent der Befragten die Bahn künftig häufiger nutzen. Ein weiteres zentrales Ergebnis ist, dass Flexibilität gefolgt von der Fahrtdauer der wichtigste Faktor für die Wahl des Verkehrsmittels und der am häufigsten genannte Grund für die Nutzung des eigenen Pkw ist. Nichtnutzer schätzen die Bahn bei Kriterien wie Erreichbarkeit, Preisvorteil oder Schnelligkeit durchweg schlechter ein als die Nutzer. Der VCD forderte Bundesregierung, Länder und Eisenbahnunternehmen gleichermaßen auf, die Bahn flexibler, pünktlicher und sicherer zu machen und Vorurteilen gegenüber der Bahn mit intensiver Werbung sowie mit einer attraktiven und übersichtlichen Tarifpolitik zu begegnen.
Mit seiner Analyse der Mobilitätsbedürfnisse von Nutzern und Nichtnutzern der Bahn will der VCD aufzeigen, wo die Potenziale im Bahnverkehr liegen und was getan werden muss, damit mehr Menschen auf die umweltfreundliche Bahn umsteigen. Wie schon in den vergangenen Jahren hat der VCD das Hamburger Qualitätsforschungsinstitut Quotas mit der Untersuchung zum VCD Bahntest beauftragt. In einem Panelverfahren wurden Antworten von insgesamt 2 600 Personen ausgewertet.
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Tags:Bahncard, Bahnhof, Bahntest, Eisenbahn, Fernverkehr, Nahverkehr, Schienennetz, Schweiz, Stau
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Dienstag, 12. Mai 2009
VCD-Landesverband Niedersachsen, Pressemitteilung 15/2009, 12.05.09 Hannover.
VCD: „Wille für zukunftsfähige Verkehrsprojekte noch nicht ausgereift!“/Kleinteilige Maßnahmen und Erhöhung der Lkw-Maut gefordert
„Kein Geld in den Taschen, dafür aber ein Füllhorn voller Versprechungen für unsinnige Verkehrs-Mammutprojekte!“ Mit dieser Stellungnahme beurteilt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) das heutige Treffen der norddeutschen Regierungschefs mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in Hamburg.
Sowohl die „Küstenautobahn“ A 20 als auch die Y-Hochgeschwindigkeitstrasse von Hamburg/Bremen nach Hannover seien nach wie vor Bestandteil der offiziellen Planungen. „Das ist schon erschütternd: Norddeutschland benötigt keine weiteren Prestigeprojekte, sondern insbesondere einen Ausbau des vorhandenen Schienennetzes. Die Y-Trasse ist keine Lösung für die Verkehrsprobleme der Seehäfen, sondern sie bindet im Gegenteil mit rund vier Milliarden Euro Steuergeldern wichtige Mittel für den Ausbau der bestehenden Bahnstrecken“, so Michael Frömming, VCD-Landesvorsitzender in Niedersachsen. „Inzwischen sagt das rund ein Dutzend Gutachter aus, aber die Politik ist offensichtlich beratungsresistent.“
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Tags:Infrastruktur, Küstenautobahn, Konjunkturprogramm, LKW-Maut, Maut, Schienennetz, Stilllegung, Y-Trasse
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Montag, 06. April 2009
VCD-Pressemitteilung 29/09 – Berlin, 6. April 2009
VCD: Deutsche Bahn hat noch viel zu tun
Die Deutsche Bahn AG hat heute eine Umweltinitiative gestartet, in deren Rahmen sie 10 000 Bäume pflanzen und den Anteil erneuerbarer Energien an ihrem Strommix erhöhen will. Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) begrüßt grundsätzlich das Vorhaben der Bahn, umweltfreundlicher zu werden. Allerdings warnt der VCD vor einem Greenwashing und forderte von der Bahn weitreichendere Maßnahmen. Die DB AG bezöge als größter Stromabnehmer Deutschlands zu 56 Prozent Strom aus fossilen Energieträgern und zu 26 Prozent Atomstrom.
Kurt Bayer vom VCD-Bundesvorstand: “Bäume zu pflanzen ist eine schöne Sache, reicht aber bei weitem nicht aus, die Bahn umweltfreundlicher zu machen. Statt solcher werbeträchtiger Aktionen muss die Bahn schlichtweg schnell mehr Geld in die Hand nehmen und ihre Nachfrage vor allem nach Wind- und Solarstrom viel schneller und stärker erhöhen als angekündigt. Nur so wird sie ihren Status als umweltfreundliches Verkehrsmittel behalten können. Denn Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken zu beziehen, hat mit Umweltschutz nichts zu tun.”
Zudem trage die Bahn durch ihre Dieselloks in erheblichem Ausmaß zum Feinstaubproblem bei. Deshalb müsse sie dringend die bisher versäumte Nachrüstung mit Dieselpartikelfiltern angehen und neue Loks ausschließlich mit geregelten Filtern kaufen. Dazu gehörten auch die bereits bestellten 130 neuen Dieselloks. Zudem dürfe die Bahn nicht immer noch schnellere Züge bauen. Durch die erhöhte Fahrgeschwindigkeit würde auch der Stromverbrauch immer weiter ansteigen. Statt einzelne Strecken schneller zu machen, müsse das gesamte Schienennetz besser vertaktet und auf diese Weise alle Ziele zügiger erreichbar gemacht werden.
Heidi Tischmann, VCD-Bahnexpertin: “Um die Bahn umweltfreundlicher zu machen, muss auch die Politik handeln. So muss sie die Trassenpreise neu gestalten und auch Schadstoff- und Lärmkomponenten miteinbeziehen. Nur durch emissionsabhängige Trassenpreise erhalten die Bahnunternehmen einen Anreiz, den Lärmpegel und den Schadstoffausstoß ihrer Fahrzeuge zu reduzieren.”
Tags:Bahn, Feinstaub, Greenwashing, Partikelfilter, Schienennetz, Strommix
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Montag, 30. März 2009
VCD-Pressemitteilung 25/09 – Berlin, 30.03.09
VCD fordert neue Weichenstellung in Bahnpolitik
Der Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD) sieht im Rücktritt von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn die Chance für einen Neuanfang in der Bahnpolitik. Mehdorn und die Bundesregierung hätten in den vergangenen Jahren mit dem geplanten Börsengang, der weltweiten Expansion des Konzerns in bahnfremde Sparten, mit regelmäßigen Fahrpreiserhöhungen und gleichzeitigen Angebotskürzungen dem Verkehrsträger Schiene in Deutschland geschadet. Der Personalwechsel an der Spitze müsse nun dazu genutzt werden, das Augenmerk der Deutsche Bahn AG wieder auf ihr Kerngeschäft zu lenken. Es müsse alles daran gesetzt werden, in Deutschland ein attraktives Bahnangebot für den Personen- und den Güterverkehr zu schaffen und die Infrastruktur dementsprechend auszubauen.
Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: “Hartmut Mehdorns Bahnpolitik war seit 1999 davon geprägt, aus der DB AG einen international ausgerichteten Konzern zu entwickeln, die Deutsche Bahn ohne Rücksicht auf Verluste zu privatisieren und das Unternehmen auf Kosten der Fahrgäste in die Gewinnzone zu bringen. Bezahlen durften das die Verbraucher mit gravierenden Angebotseinschnitten – darunter mit der Einstellung des Interregio. Insgesamt ist das Verkehrsaufkommen im Fernverkehr seit Mehdorns Amtsantritt um 13 Prozent gesunken.” Im Jahr 2002 sei Mehdorn mit der Einführung des neuen Preissystems »PEP« gescheitert. Gehrmann: “Die Fahrgäste liefen der DB AG in Scharen davon. Vor allem Mehdorns Versuch, im Rahmen von “PEP” die Bahncard50 abzuschaffen, erwies sich für ihn als Bumerang. Nach massiven Protesten von Umwelt- und Verbraucherverbänden musste er nachgeben und die Bahncard ein halbes Jahr nach ihrer Abschaffung wieder einführen.” Zuletzt habe der Bahnchef im vergangenen Jahr mit der versuchten Einführung des sogenannten Bedienzuschlages Schiffbruch erlitten.
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Tags:Bahn, Börsengang, Fahrpreise, Infrastruktur, Mehdorn, Schienennetz, Schienenverkehr, Wettbewerb, Zukunft
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Donnerstag, 18. Dezember 2008
VCD-Pressemitteilung 91/08 – Berlin, 18.12.2008
Mit dem Bau neuer Straßen lenkt Angela Merkel Deutschland in eine wirtschafts- und klimapolitische Sackgasse. Dies kritisiert der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) anlässlich des heutigen Treffens der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten zum zweiten Konjunkturpaket. Statt mit Milliarden an Steuergeldern die Landschaft weiter zuzubetonieren, müssten die Mittel in die Sanierung des bestehenden Straßen- und Schienennetzes sowie in den maßvollen Ausbau der Bahninfrastruktur eingesetzt werden. Mit einem der dichtesten Straßennetze der Welt sei der Bedarf an Straßen in Deutschland längst gesättigt und die Umweltschäden dadurch schon heute unverantwortlich hoch, so der VCD.
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Tags:Autobahn, Flächenverbrauch, Güterverkehr, Infrastruktur, Klimawandel, Konjunktur, Konjunkturprogramm, Lärm, Merkel, Schienennetz, Wirtschaft
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