Pressemitteilung VCD Landesverband Hessen, Regionalgruppe Rhein-Main, Frankfurt a. M. – 26. August 2010.
Die Regionalgruppe Rhein-Main des Verkehrsclub Deutschland (VCD) wertet den neuen Qualitätsbericht des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) kritisch. Es sei, so der ökologisch orientierte Verkehrsclub, zwar positiv, dass sich die Pünktlichkeit im Öffentlichen Nahverkehr gesteigert habe. Dennoch sei das Niveau, so Sprecher Holger Greiner, weiterhin verbesserungswürdig: „Es gelingt dem RMV immer noch nicht die eigenen Zielvorgaben mit 96 Prozent Pünktlichkeit zu erreichen. Von ’stabilen, hohen Pünktlichkeitswerten’, wie es RMV-Chef Ringat formuliert, kann hier noch längst keine Rede sein.“
Die internationale Definition, die besagt dass bei Verspätungen von unter 6 Minuten noch von Pünktlichkeit gesprochen werden könne, und die derzeit auch vom RMV zur Qualitätsbewertung herangezogen wird, erscheine im Nahverkehrsbereich eher fragwürdig. Der VCD unterstütze hier eine Absenkung auf 3 Minuten. „Im Gegensatz zum Fernreiseverkehr fallen Verspätungen von 6 Minuten beim Nahverkehr besonders ins Gewicht, weil von den Fahrgästen genutzte Anschlüsse häufig nicht mehr erreicht werden können.“ Nach 6 Minuten wären beispielsweise Busse an Bahnhöfen deren Abfahrtzeiten mit der S-Bahn verknüpft sind, häufig nicht mehr zu erreichen. Eine zunächst gering erscheinende Verspätung führe so zu einem „großen Anwachsen von Zeitverlusten für die Kunden“, die beispielsweise zu spät bei ihrer Arbeitsstelle erschienen oder am Abend die passende Verbindung nach Hause oder in die Region nicht mehr bekämen.
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