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Sparen bei Straßenneubau und Luftverkehr

Freitag, 04. Juni 2010

VCD Hessen, Pressemitteilung 15/2010, Kassel, 4. Juni 2010
Potential für Haushaltssanierungen in Hessen

Angesichts der laufenden Spardebatten fordert der VCD Hessen Land und Bund auf, vorrangig beim Straßenneubau und im Luft­verkehr zu sparen. „Wer die Haushalte ernsthaft entlasten will, kann nur nein zur A 44, zur A 49, zum Flughafenausbau in Frank­furt und Calden sagen“, so VCD-Landesvorsitzender Werner Geiß. Verkehr ist kein Selbstzweck sondern ein Kostenfaktor, der mög­lichst reduziert und effizient abgewickelt werden muss.

Allein aus der Steuerbefreiung von Flugtreibstoffen für gewerbliche Flüge resultieren über neun Milliarden Euro Verluste für den Steuerzahler, etwa ein Viertel davon in Hessen. Hinzu kommen weitere Milliarden aus dem defizitären Betrieb von zahllosen Re­gio­nal­flughäfen und Verkehrslandeplätzen im Mehrheitsbesitz der öffent­lichen Hand. VCD-Landesvorsitzender Werner Geiß: „So mögen doch potente Unternehmen wie der VW-Konzern die Flug­häfen Braunschweig und Kassel übernehmen, wenn die für ihre Geschäftsreisen angeblich so bedeutsam sind. Wenn Fliegerclubs Sonderlandeplätze oder gar Verkehrslandeplätze allein finanzieren können, sollte dies auch großen Unternehmen gelingen.
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VCD begrüßt rot-grüne Vereinbarung zu Flughäfen – Kritik an Autobahn-Beschlüssen

Montag, 27. Oktober 2008

Pressemitteilung 41/2008, VCD Hessen, 27. Oktober 2008

Auf ein geteiltes Echo stoßen die rot-grünen Koalitions­verein­barungen beim Verkehrsclub Deutschland (VCD). Zu begrüßen sei vor allem der angekündigte Kurswechsel beim Flug­hafen Kassel-Calden, erklärte der Landesverband Hessen des Umwelt- und Ver­braucher­verbands. „Der Ausbau wird nicht kommen, denn die geforderte Wirtschaftlichkeit wird sich nie erreichen lassen“, ist der VCD-Landesvorsitzende Werner Geiß überzeugt. Sämtliche Regional­flughäfen seien Subventionsgräber. Gerade wegen der angespannten Haushaltslage dürften keine Landesmittel nach Calden fließen. Die neue Landesregierung müsse jetzt den Mut haben, dies auch deutlich zu sagen. Nordhessen brauche andere, nachhaltige Perspektiven in der Verkehrspolitik, vor allem durch einen Ausbau der Schienenwege.

Positiv bewertet der VCD auch die Verzögerung beim Ausbau des Frank­furter Flug­hafens. „Jetzt haben alle Beteiligten Zeit, das fragwürdige Projekt noch einmal in Ruhe zu überdenken“, sagte Geiß. Viele Voraussetzungen stimmten nicht mehr. So müssten zum Beispiel die Prognosen, die dem Ausbau zu Grunde liegen, korrigiert werden. „Dann wird sich herausstellen, dass eine neue Landebahn wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen ist“, zeigte sich Geiß überzeugt.

Bedauerlich ist für den VCD dagegen die Zustimmung von SPD und Grünen zum Weiterbau der Autobahnen A44 und A49. „Von einer Koalition, die Umwelt- und Klima­schutz zum Schwerpunktthema erklärt hat, hätten wir uns mehr Einsicht erhofft“, sagte Geiß. „Längst ist erwiesen, dass Straßenbau nicht die erhofften positiven Auswirkungen auf die Wirtschaft hat.“ Immerhin werde auf das unsinnige Projekt der A4 zwischen Olpe und Hattenbach verzichtet. Der VCD hofft, dass auch die B87n in der Rhön gestoppt wird.

Von der künftigen Landesregierung erwartet der VCD deutliche Signale für eine neue Verkehrspolitik. Erforderlich sei ein Klima­schutzplan, in dem aufgezeigt wird, wie auch im Verkehr der Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 reduziert werden kann. Der Straßenbau-Etat des Landes, der in den vergangenen zehn Jahren um 250 Prozent auf fast 100 Millionen Euro gestiegen sei, müsse auf ein vernünftiges Maß zurückgefahren werden. Stattdessen soll der Schienenverkehr bei den Investitionen Vorrang erhalten.

Der designierte Verkehrsminister Günter Rudolph (SPD) sollte sich nach Ansicht des VCD das ehrgeizige Ziel setzen, die Zahl der Ver­kehrs­toten in Hessen auf Null zu reduzieren. Dazu müssten unter anderem mehr Tempolimits auf Autobahnen und Bundesstraßen verhängt werden. Weitere Forderungen des VCD sind eine stärkere Förderung des Rad- und Fußverkehrs, die Umsetzung fort­schritt­licher Planungs­konzepte wie „Shared Space“, klare Qua­li­täts­kriterien bei der Ausschreibung von Verkehrsleistungen, eine weitere Reduzierung von Schadstoffen wie Feinstaub sowie die Förderung des sanften Tourismus in Hessen. Schließlich regt der VCD an, in einem Forschungsprojekt aufzuzeigen, wie ein Mehr an Lebens­qualität auch mit weniger umweltbelastenden Verkehr mög­lich ist.