Archiv für die Kategorie ‘Klimaschutz’

Pkw-Maut-Diskussion – VCD warnt vor Förderung für Spritschlucker

Montag, 18. April 2011

VCD-Pressemitteilung 40/11 – Berlin, 18.04.11

Angesichts der aktuellen Medienberichte zu Diskussionen über eine mögliche Pkw-Maut warnt der ökologische Verkehrsclub VCD ein­dringlich vor unausgegorenen Schnellschüssen. Insbesondere eine Pkw-Vignette für Autobahnen und Bundesstraßen, wie sie im Gespräch sei, lehnt der VCD aus sozial- und umweltpolitischen Gründen vehe­ment ab.

Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender: “Eine Vignetten-Lösung, die für einen bestimmten Zeitraum gilt, bevorzugt Vielfahrer und führt dazu, dass viele Autofahrer sich dazu angehalten sehen, die Gebühr möglichst auszureizen, also den Pkw möglichst häufig zu nutzen. Wer hingegen wenig mit dem Auto unterwegs ist und im Jahr nur etwa 1000 Kilometer auf Autobahnen und Bundesstraßen fährt, zahlt pro Kilometer 50-mal so viel wie ein Vielfahrer. Ein solches Konstrukt widerspricht den Klima­schutzzielen der Bundesregierung und ist hochgradig unsozial.

Um die Kosten für den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur zu decken und die Nutzer von Verkehrswegen stärker an den von ihnen verursachten Kosten zu beteiligen, fordert der VCD, die Lkw-Maut auszuweiten und die bereits bestehenden Instrumente der Mineralöl-, Öko- und Kfz-Steuer zu erhalten sowie im Sinne einer nachhaltigen Verkehrspolitik weiter auszubauen. Das seien gerechte und ökologisch wirksame Instrumente: Vielfahrer würden durch sie angemessen belastet, Wenigfahrer weniger stark. Und sie beinhalteten einen ökologischen Lenkungseffekt hin zu umweltfreundlichen Verkehrsmitteln und sprit­sparenden Autos.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Erst 2009 wurde die Kfz-Steuer so umgestellt, dass sie sich am CO2-Ausstoß und damit am Verbrauch orientiert. Sollte die Kfz-Steuer zugunsten der Pkw-Maut komplett wegfallen, wie es eines der derzeit diskutierten Modelle vorsieht, würden besonders Spritschlucker wie der Audi Q7 3.0 TDI quattro, der BMW M5 oder der Mercedes S 450 CDI davon profitieren, da deren derzeitige Kfz-Steuer weit über dem Niveau der Maut läge. Das wäre eine unzeitgemäße Förderung von Klimakillern und würde alle Klima­schutz­bemühungen im Verkehr ad absurdum führen.“ Wenn eine Pkw-Maut in Betracht gezogen werde, brauche man ein klares, wissen­schaftlich durchdachtes Konzept. Sie müsse zudem fahrstrecken­abhängig und auf allen Straßen erhoben werden. Allerdings seien viele Fragen – etwa zum Datenschutz und zu den Erhebungs­kosten – noch völlig ungeklärt.

fairkehr-Titelthema »Elektromobilität«

Freitag, 15. April 2011

VCD-Pressemitteilung 37/11 – Berlin, 15.04.11
Verkehr unter Strom

Um 40 Prozent möchte die Bundesregerung den CO2-Ausstoß bis 2020 gegenüber 1990 reduzieren. Ihr Allheilmittel im Verkehrssektor ist die Elektromobilität: Eine Millionen strombetriebener Autos sollen 2020 auf deutschen Straßen rollen. In der aktuellen Ausgabe seiner Mitgliederzeitschrift fairkehr erklärt der ökologische Verkehrsclub VCD, weshalb das Elektroauto alleine keine Lösung für die Um­welt­probleme des Verkehrs ist – und zeigt, mit welchen Alter­na­tiven eine klimafreundlichere Mobilität trotzdem erreicht werden kann.

Erst etwa 2300 Elektroautos sind in Deutschland angemeldet – allen Studien, Prototypen und Modellregionen zum Trotz. Die Akkus sind zu schwer, zu schwach und vor allem zu teuer. Dass strom­betriebene Pkw zudem nicht per se klimafreundlich sind, erläutert Andreas Ostermeier, Experte für Emissionsminderung und Energie­einsparung im Verkehr beim Umweltbundesamt, in der fairkehr. Elektrofahrzeuge stoßen zwar während des Fahrens kein CO2 aus, verursachen es allerdings indirekt bei der Produktion des Stroms: Beim derzeitigen Strommix haben Elektroautos und Fahrzeuge mit sparsamem Verbrennungsmotor laut Ostermeier eine ähnliche CO2-Bilanz.
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Kein Aprilscherz: VW verklagt Umweltverband VCÖ

Freitag, 01. April 2011

Gemeinsame Pressemitteilung von VCD und DUH – Berlin, 01.04.11
VCD und DUH fordern, Klage zurückzuziehen und stattdessen endlich den CO2-Ausstoß zu senken

Mit Unverständnis und Empörung reagieren die Deutsche Um­welt­hilfe (DUH) und der ökologische Verkehrsclub VCD auf die Klage der Porsche Austria GmbH, Vertreterin der VW-Gruppe in Österreich, gegen den Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Anlass der Klage ist eine Presseerklärung, die der VCÖ im November 2010 anlässlich einer europäischen Studie zum CO2-Ausstoß von Neuwagen herausgegeben hat. Die Volkswagen-Gruppe landete dabei auf dem drittletzten Platz. Die Vertriebsgesellschaft Porsche Austria gehört seit dem 1. März 2011 zum Volkswagen-Konzern.

VW steckt seine Energien in einen Gerichtsstreit mit einer kleinen Umweltorganisation, anstatt sie darauf zu verwenden, an den Fakten etwas zu ändern“, kritisiert Gerd Lottsiepen, ver­kehrs­politischer Sprecher des VCD. “Anstatt die Gerichte zu beschäftigen, muss VW als größter Autobauer Europas seine Anstrengungen ernstnehmen und den CO2-Ausstoß seiner Neu­wagen­flotte merklich reduzieren.
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Tempolimit-Debatte – VCD plädiert für Klima­schutz und Verkehrssicherheit

Donnerstag, 10. März 2011

VCD-Pressemitteilung 25/11 – Berlin, 10.03.11

Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt die neu entflammte Diskussion um ein Tempolimit auf Autobahnen. Mehr Klimaschutz, höhere Verkehrssicherheit und ein besserer Verkehrsfluss seien gute Gründe, die für eine Geschwindigkeitsbegrenzung sprächen.

Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender: “Um den Ausstoß von klima­schädlichem CO2 bundesweit tatsächlich um 40 Prozent bis 2020 zu verringern, wie es die Bundesregierung in ihrem Klima­schutz­programm anstrebt, müssen alle dafür zielführenden Maßnahmen berücksichtigt werden. Da der Spritverbrauch bei Geschwindigkeiten über 100 km/h überproportional ansteigt, führt gerade ein Tempolimit dazu, dass der Spritverbrauch und damit auch der Treibhausgasausstoß in erheblichem Maße sinken. Würde die Höchst­geschwindigkeit auf 120 km/h begrenzt, könnten jährlich mit minimalem Aufwand über drei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. E10 bringt im Vergleich zum herkömmlichen E5-Sprit weniger als eine Millionen Tonnen CO2-Ersparnis, und das auch nur dann, wenn das Ethanol nachhaltig produziert wird. Mit einem Tempolimit kann man also jetzt schon mehr CO2 einsparen, als mit Hilfe von E10 oder auch durch die Auto-Elektromobilität bis 2020 erreicht werden soll.
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ITB Berlin gestartet – VCD gibt Tipps für umweltschonenden Familienurlaub

Mittwoch, 09. März 2011

VCD-Service-Pressemitteilung 06/10 – Berlin, 09.03.11

Egal ob Strand-, Städte-, Aktivurlaub oder Urlaub auf dem Bauern­hof – um zu zeigen, dass umwelt- und klimaverträglicher Urlaub mit Bahn, Bus und Fahrrad auch für Familien funktioniert und Spaß macht, gibt der ökologische Verkehrsclub VCD anlässlich des Starts der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin Tipps für erlebnis­reiches und klimafreundliches Reisen mit Kindern.
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VCD kritisiert Ergebnisse des Benzingipfels als armselig

Dienstag, 08. März 2011

VCD-Pressemitteilung 24/11 – Berlin, 08.03.11
Der ökologische Verkehrsclub VCD bewertet das Ergebnis des so­ge­nann­ten Benzingipfels, der am heutigen Nachmittag im Bundes­wirt­schafts­ministerium tagte, als armselig.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Wenn als zentrales Ergebnis des großangekündigten Benzingipfels verkauft wird, dass die Listen, die darüber informieren, welche Fahrzeuge E10 nicht vertragen, nun flächendeckend an den Tankstellen aus­liegen sollen, ist das mehr als dürftig. Damit wird die Verant­wortung auf die Tankstellen verlagert, die inzwischen oft mehr Geschäft mit dem nächtlichen Verkauf von Lebensmitteln und Alkohol machen, aber meist nur mit einem Menschen an der Kasse besetzt sind. Wenn es jetzt wieder mit der E10-Einführung nicht klappt, dann sind halt die Tankwarte schuld. Karnevalesk!

Bundesumweltminister Norbert Röttgen, Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und die Industrievertreter geben zwar Kom­mu­nikations­pannen zu. Die wirklich wichtigen Fragen zur öko­logischen und sozialen Verträglichkeit von Ethanol­beimischungen werden jedoch nicht gestellt.
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Zum heutigen Benzin-Gipfel: „Bessere Verkehrs­politik sichert Unabhängigkeit vom Öl“

Dienstag, 08. März 2011

VCD-Landesverband Niedersachsen, Pressemitteilung 6/2011, Hannover 08.03.11
Flächenland Niedersachsen angesichts hoher Spritpreise besonders gefordert

Anstatt sich heute in Berlin vornehmlich über das neue E10-Benzin zu streiten, sollte eine bessere Verkehrspolitik die von allen Fach­leuten geforderte Unabhängigkeit von teuren Ölimporten sichern. Niedersachsen kann hier Vorreiter sein“, so Michael Frömming, Landesvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Die Debatte um Vor- und Nachteile von E10 greift nach Auffassung des VCD zu kurz und darf sich nicht auf die Verträglichkeit für Auto­motoren reduzieren. „Die geforderte Unabhängigkeit von immer teureren Ölimporten ist angesichts von zunehmenden Kon­flikten in den Förderländern wichtig. Statt dabei aber auf E10 als wesentlichen Faktor zu setzen, sollten gerade Flächenländer wie Niedersachsen mit einer vernünftigen Verkehrspolitik dafür Sorge tragen, dass die Abhängigkeit vom Auto reduziert wird“, so Frömming.
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Neue Studie für UNEP stärkt »Rußfrei fürs Klima«-Kampagne

Mittwoch, 02. März 2011

Gemeinsame Pressemitteilung von VCD, NABU, BUND und DUH – Berlin, 02.03.2011
Dieselmotoren ohne Filter sind Klimakiller und machen Menschen krank

Umwelt- und Verkehrsexperten von BUND, DUH, NABU und VCD sehen sich durch die Ergebnisse der umfangreichen wissen­schaftlichen Studie für das UN-Umweltprogramm (UNEP) und die World Meteorological Organization bestätigt. Demnach sind feinste Rußpartikel aus Dieselmotoren nicht nur für schwere Gesund­heitsschäden der Menschen insbesondere in den Ballungs­zentren verantwortlich, sondern sie verstärken auch deutlich die Klima­erwärmung, belegt die Studie.

Damit wird es umso dringender, das Ziel der Verbände umzusetzen, Rußemissionen aus Dieselmotoren von Lkw, Lokomotiven, Bau­maschinen und der Schifffahrt vollständig zu stoppen. Die viel diskutierten Umweltzonen spielen dabei eine entscheidende Rolle. “Wer den Klimawandel bekämpfen will, darf sich nicht allein auf die Reduzierung von Kohlendioxid beschränken. Auch der Ausstoß von Rußpartikeln muss schnell reduziert werden“, erklärte NABU-Verkehrs­experte Dietmar Oeliger bei einem Pressegespräch am Mittwoch in Berlin.
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Agrosprit: E10 bringt vor allem Sonderprofite für Ölkonzerne

Donnerstag, 24. Februar 2011

VCD-Pressemitteilung 17/11 – Berlin, 24.02.11
VCD: E10 bringt vor allem Sonderprofite für Ölkonzerne

An immer mehr Tankstellen wird derzeit Kraftstoff mit einem Etha­nol­anteil von bis zu zehn Prozent – das sogenannte E10 – ein­geführt. Nach Vorgaben der EU müssen alle Mitgliedsstaaten bis 2020 zehn Prozent des Energiebedarfs im Verkehrsbereich aus erneuer­baren Energien decken und dies in nationalen Aktionsplänen fest­schreiben. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert in diesem Zusammen­hang, dass statt der Umwelt die Ölkonzerne profitieren würden; die Zeche zahlten die Autofahrer.

Monika Ganseforth vom VCD-Bundesvorstand: “Agrokraftstoffe sind nicht per se klimaschonend. Autos stoßen damit zwar nur die Men­ge CO2 aus, die die Pflanzen zuvor gebunden haben, zusätz­liche Emissionen entstehen aber durch den Anbau und insbesondere durch die indirekte Landnutzungsänderung. Dabei werden Ener­gie­pflanzen auf Flächen angebaut, die bisher dem Anbau von Futter- und Lebensmitteln dienen. Zur Nahrungs- und Futter­mittel­produktion werden dann andere Gebiete in Agrarland umgewandelt – darunter sensible Ökosysteme. Eine aktuelle Studie im Auftrag eines breiten Bündnisses von europäischen Umwelt- und Entwicklungs­organisationen, dem mit T&E auch der europäische Dachverband des VCD angehört, belegt ganz klar: Die meisten Agrokraftstoffe haben unter Einbeziehung der indirekten Land­nutzungs­änderungen sogar eine deutlich schlechtere Klimabilanz als der herkömmlichen fossile Sprit, den sie ersetzen sollen.
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UNESCO zeichnet VCD-Projekte »FahrRad!« und »RADschlag« aus

Dienstag, 22. Februar 2011

VCD-Pressemitteilung 15/11 – Berlin, 22.02.11
VCD-Einsatz für nachhaltiges Handeln wird im Rahmen der »didacta« prämiert

Sie bringen Kinder und Jugendliche aufs Rad und begeistern den mobilen Nachwuchs für klimaschonende Fortbewegung: Dafür wer­den nun zwei Projekte des ökologischen Verkehrsclubs VCD durch die Deutsche UNESCO-Kommission ausgezeichnet. Bei »Fahr­Rad! Fürs Klima auf Tour« schwingen sich junge Menschen für reale und virtuelle Touren aufs Rad, »RADschlag« unterstützt Akteure der Fahr­rad­förderung bei ihrer Arbeit. Die Auszeichnungen für diesen Einsatz bei der Vermittlung von nachhaltigem Denken und Handeln werden am 23. Februar 2011 auf Europas größter Bildungs­messe »didacta« in Stuttgart übergeben.
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