Archiv für die Kategorie ‘Güterverkehr’

VCD: Die Schiene braucht eine andere Investitionsstrategie

Dienstag, 31. Mai 2016

Pressemitteilung VCD Baden-Würrtemberg, Stuttgart, 31. 05 2016

Die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels für den Transit-Schienengüterverkehr durch die Alpen, nach 17 Jahren Bau und mit dem Ziel mehr Güter auf die Schiene zu holen, blamiert die deutsche Verkehrspolitik, so die deutliche Kritik des ökologischen Verkehrsclub VCD. 17 Jahre lang hat es die Bundesregierung geschafft, das Ziel der Verlagerung auf die Schiene zu vernachlässigen.

Michael Ziesak, Bundesvorsitzender: „Verkehrsverlagerung auf die Schiene ist möglich, es bedarf aber nicht nur politischer Sonntagsreden, sondern klarer verbindlicher Ziele und den Willen, diese umzusetzen, das zeigt uns heute die Schweiz. Es ist beeindruckend, wie es die Schweiz mit verkehrslenkenden Instrumenten und mutigen Investitionen in sinnvolle Infrastrukturen schafft, Verkehre zu verlagern. Bereits heute finden 70 Prozent der alpenquerenden Güterverkehre auf der Schiene statt. In Deutschland hingegen scheint eine solche Verlagerungspolitik nicht gewollt. Beispielhaft ist aktuell die geplante Schließung weiterer Güterbahnhöfe, nicht nur als Ergebnis des Sparkurses der DB AG, sondern auch aufgrund massiver Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der Schiene.“  

Zum Leidwesen der Schweiz hält die Bundesregierung nicht einmal den Staatsvertrag von 1996 ein, kritisiert der VCD. Erst eine von drei deutschen Eisenbahn-Zulaufstrecken wird derzeit ausgebaut, Fertigstellung voraussichtlich – 2035. 15 Jahre später, als im Vertrag von Lugano vereinbart.

Schneller klappt in Deutschland dafür der Straßenbau, so Matthias Lieb, Landesvorsitzender des VCD Baden-Württemberg. „Damit die Lastwagen schneller auf der Straße in die Schweiz kommen, wurde innerhalb weniger Jahre die Autobahn von Baden-Baden nach Offenburg sechsspurig ausgebaut, nachdem zuvor die Planungsmittel für den Ausbau der Rheintalbahn gestrichen wurden.“

Solche Entscheidungen zulasten der Schiene und zugunsten der Straße ziehen sich wie ein roter Faden durch die Verkehrspolitik der letzten Jahre: Beispielhaft die Absenkung der Straßenmaut, die Erprobung von Gigalinern, ein Bundesverkehrswegeplan, der weiterhin massiven Straßenbau vorsieht.

Michael Ziesak merkt an: „Warum fährt Kanzlerin Angela Merkel zu einer Feier für das System Schiene, wo ihre Bundesregierung doch das Gegenteil tut, und durch ihr bisheriges Nichthandeln den Schweizer Vertragspartner düpiert?“

Der VCD fordert von der Bundesregierung den verkehrspolitischen Kurswechsel. Die Schiene braucht eine andere, eine wirkliche Investitionsstrategie, Vorbild kann die Schweiz sein. Gleichzeitig muss die Bundesregierung für faire Rahmenbedingungen sorgen. Die weiterhin bestehende Kostenungerechtigkeit muss beendet werden, dies ist Aufgabe der Politik.

Hintergrund Ausbau Schiene / Straße:

Viergleisiger Ausbau der Rheintalbahn: Gesamtstrecke 182 km ? in Betrieb 2016 nach 29 Jahren Bauzeit:
65 km von 182 km = 36%
(Rastatt Süd – Offenburg, Bauzeit 1987 – 2004: 44 km; Katzenbergtunnel mit Zulaufstrecke, Bauzeit 2002 – 2012: 21 km)

Versus Autobahnausbau A5: Baden-Baden – Offenburg Bauzeit 2009 – 2014: 41,5 km


Zur Originalmeldung

VCD: Mehr Güterverkehr auf der Schiene erfordert andere Verkehrspolitik

Donnerstag, 19. Mai 2016

Pressemitteilung VCD Baden-Württemberg, Stuttgart, 19. 05 2016

Angesichts der geplanten Streichungen der Deutschen Bahn (DB) AG im Nachtzug- und Güterverkehr fordert der Landesverband Baden-Württemberg des ökologischen Verkehrsclub VCD eine Umkehr in der Verkehrspolitik: „Die Bekenntnisse der Bundespolitik zu mehr Klimaschutz müssen endlich auch in konkrete Aktionen zugunsten umweltfreundlicher Verkehrsmittel münden, statt in neuen Elektromobilitäts-Subventionen für die Autoindustrie“, erklärt der VCD-Landesvorsitzende Matthias Lieb.

Tatsächlich seien die Rahmenbedingungen für den Schienenverkehr in den letzten Jahren durch die Politik durch Kostenerhöhungen wie die EEG-Umlage stetig erhöht worden, während der Güterverkehr auf der Straße durch Mautabsenkungen oder die Einführung von Lang-LKW verbilligt wurde, beklagt der VCD. Die billigen Spritpreise und mautfreie Fernbusse stellten ebenfalls massive Anreize dar, mehr die Straße als die Schiene zu nutzen, ergänzt Lieb. (weiterlesen…)

VCD begrüsst Beschluss zur Rheintalbahn

Donnerstag, 28. Januar 2016

VCD Baden-Württemberg, Presseinformation Nr. 4/2016, Stuttgart, 28. Januar 2016
Investitionsmittel erhöhen, damit Beschluss auch umgesetzt wird

Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt den für heute vor­ge­sehenen Beschluss des Deutschen Bundestages zum menschen- und umweltgerechten Ausbau der Rheintal­bahn. „Zwanzig Jahre nach dem Vertrag mit der Schweiz, die Rheintalbahn auf vier Gleise erweitern zu wollen, beschließt der Bundestag endlich den Ausbau der wich­tig­sten europäischen Güterverkehrsachse“, stellt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb fest. Und während in der Schweiz in diesem Jahr der Gotthardtunnel, der Anlass für den Vertrag war, in Betrieb gehe, begännen in Deutschland jetzt erst die Umsetzungs­planungen, beklagt der VCD.

Dass die früheren Konzeptionen der Deutschen Bahn (DB) AG, die ihr vom Bund vor­gegeben worden waren, nicht umsetzbar waren, habe sich schon früh gezeigt. Dennoch hätten Bund und Bahn noch lange an diesen unrealistischen Planungen, wie zum Beispiel der viergleisigen Durchfahrung Offenburgs, festgehalten, so der VCD. Noch im März 2009 sei ein Antrag der damals oppositionellen FDP, die auto­bahn­parallele Strecke weiterzuverfolgen, mit der Mehrheit von CDU und SPD im Bundestag abgelehnt worden.
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Kein Klimaschutz ohne Maßnahmen im Flug- und Schiffsverkehr

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Pressemitteilung, Berlin, 10. 12 2015

Gestern haben die Vertreter der Staaten auf der Pariser Klimakonferenz den internationalen Flug- und Schiffsverkehr aus ihrem Vertragsentwurf für eine neues Klimaabkommen gestrichen. Damit haben sie entschieden, erneut die größten Klimasünder des Verkehrsbereichs aus der Verantwortung zu nehmen.

Besonders fatal ist dies, da der internationale Flug- und Schiffsverkehr derzeit nicht unter die nationalen Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen fällt. So haben sich die globalen CO2-Emmissionen im Flug- und Schiffsverkehr seit 1990 fast verdoppelt. Bis zum Jahr 2050 wird sogar mit einem Anstieg um bis zu 270 Prozent gerechnet.
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VCD zum „Drei-Stufen-Plan“ der DB AG: Die Zeit der Ankündigungen ist vorbei!

Mittwoch, 02. Dezember 2015

Pressemitteilung, Berlin, 02. 12 2015

Im März dieses Jahres kündigte die Deutsche Bahn eine Kunden­offensive für den Fernverkehr an, die Fahrgäste und ihre Wünsche sollten mehr in den Mittelpunkt rücken. Geschehen ist jedoch, nach viel Lob für die Erkenntnis, dass ein Handeln überfällig ist, bis heute nichts. Allein der Wegfall der Vorverkaufsfrist für den Sparpreis macht keine Reform aus. Nun: ein neuer Plan, ein neuer Name, ein „Drei-Stufen-Plan“!

Heidi Tischmann, Referentin für Verkehrspolitik beim VCD: „Statt vieler Worte und großer Pläne muss die Deutsche Bahn AG endlich handeln, zeigen, dass sie es ernst meint mit den Verbesserrungen für Fahrgäste. Seit Jahren verweist der VCD auf die Zugangs­hindernisse im Bahnverkehr, wie die mangelnde Information am Bahnsteig, aber auch auf die wachsende und unüberschaubare Vielfalt der Ticketpreise. Die Mängel hätten längst behoben werden müssen.“ (weiterlesen…)

Online-Handel: Mehr Transporte, mehr Verkehr, mehr Luftbelastung?

Montag, 12. Oktober 2015

Pressemitteilung, Berlin, 12. 10 2015
Wenn Unternehmen, Politik und Kunden bereit sind, City-Logistik neu zu denken, muss das nicht sein

Die Paketbranche boomt: 2014 wurden insgesamt 2,8 Milliarden Pakete und andere Frachtstücke zugestellt. Allein im Vergleich zum Vorjahr wuchs das Sendungsvolumen der deutschen Paket- und Kurierdienste um 4,5 Prozent, also um 1,26 Millionen Pakete. Die Schattenseite: in deutschen Städten sind immer mehr Lieferfahrzeuge unterwegs. Vor allem der letzte Teil der Lieferkette – die innerstädtische Logistik – macht Probleme: Lieferanten parken in zweiter Reihe und stören den Verkehrsfluss. Halten sie auf Rad- und Gehwegen, schränken sie die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern erheblich ein. Und da die meisten Lieferfahrzeuge mit Diesel angetrieben werden, ist die Luftqualität der Städte in Gefahr. Doch es gibt Lösungen für diese Probleme, insbesondere wenn Kommunen und Unternehmen zusammenarbeiten. „Schöne neue Lieferwelt“, lautet die Titelstory der neuen Ausgabe des VCD-Magazins fairkehr. Aufgezeigt wird, wie der Lieferverkehr so gestaltet werden kann, dass er Städte und Menschen entlastet statt belastet.
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Dialogforum beschließt Alpha, Niedersachsen ignoriert Hamburger Interessen

Samstag, 10. Oktober 2015

Pressemitteilung VCD-Landesverband Niedersachsen, 10.10.2015 Hannover/Celle.

7. Sitzung des Dialogforums Schiene Nord am 11. September in Celle
Bündnis für zukunftsfähige Lösung wird eigenes Positions­papier vorlegen

Neuigkeiten brachte bei der vorletzten Sitzung des Dialogforums nur das umfangreiche Gutachten des Hauses BVU zur sogenannten Alpha-Variante. Danach haben sämtliche Ausprägungen erhebliche Schwächen für den Nord-Süd-Verkehr, sie würden sogar zu mehr Lkw-Verkehr auf unseren Straßen führen. „Das ist für den VCD kein zukunftsfähiges Ergebnis, das neue Kapazitäten schafft, um spürbar Güterverkehr von der Straße auf die umweltfreundlichere Schiene zu verlagern“, so Hans-Christian Friedrichs, Landesvorsitzender des VCD-Niedersachsen. (weiterlesen…)

Regelbetrieb für Riesen-Laster verhindern

Dienstag, 25. August 2015

Pressemitteilung, Berlin, 25. 08 2015

Während Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt inzwischen ganz offen für eine Regelzulassung von Gigalinern auf deutschen Straßen wirbt, haben sich hochrangige Verkehrspolitiker aus Deutsch­land und der EU gegen Riesen-Laster ausgesprochen. Auf einer Demonstration am Brandenburger Tor, zu der unter anderem die Allianz pro Schiene, die EVG, der ökologische Verkehrsclub VCD und die Automobilclubs ACV und ACE aufgerufen hatten, kritisierte der Verkehrsausschussvorsitzende im EU-Parlament, Michael Cra­mer, „den Gigaliner als verkehrspolitischen Unsinn“. „Riesen-Lkw sind eine Gefahr für die Verlagerungsziele der EU“, sagte Cramer während der Kundgebung am Dienstag in Berlin. Auch Martin Burkert, Verkehrs­ausschuss­vorsitzender des Deutschen Bundes­tags, wandte sich gegen die Pläne des Bundes, überlange Lastwagen künftig durch Deutschland rollen zu lassen. „Gigaliner sind kein Beitrag zu einer nachhaltigen Verkehrspolitik“, sagte Burkert. „Der Verkehrsminister wäre gut beraten, nicht nur auf die Lkw-Lobby zu hören, die immer mehr und größere Laster unter dem Öko-Deckmantel verkaufen will.
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Alpha-Variante für Seehafenhinterlandverkehr unzureichend

Freitag, 24. Juli 2015

Pressemitteilung, VCD-Landesverband Niedersachsen, Hannover, 24.07.2015.
Dialogforum Schiene Nord: Neubewertung der Lühmann-Variante

Nach Beschluss des Dialogforums Schiene Nord vom 17. Juli arbeitet nun eine Gruppe an der Optimierung der sogenannte „Alpha-Va­riante“, um ihr Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) von derzeit 0,7 auf mindestens 1,0 zu verbessern. „Wir halten die Maßnahme so für wenig zielführend, da die Leistungsfähigkeit des Lühmann-Vor­schlags durch die Optimierung eher verschlechtert als verbessert wird und die Anwendung der BVU-Methodik nichts am Ranking der Varianten ändern wird. Viel wichtiger wäre, bei der Bewertung durch das Bundesverkehrsministerium auch die Berücksichtigung von Schienenpersonennahverkehr (SPNV) durchzusetzen“, kritisiert Hans-Christian Friedrichs, Landes­vorsitzender des VCD-Nieder­sachsen.

Der VCD hat nun in einem Schreiben an das Dialogforum Schiene Nord deutlich gemacht, dass selbst der Vollausbau nach Lühmann mit drei Gleisen zwischen Lüneburg und Uelzen bei weitem nicht den Bedarf für den Seehafenhinterlandverkehr decken kann. Bahn­experten gehen davon aus, dass der dreigleisige Ausbau maximal 400 Züge pro Tag, keinesfalls aber die von der BVU genannten 516 Züge bewältigen kann. „Die Alpha-Variante bliebe damit weit hinter den Erwartungen zurück oder würde bei einem notwendigen viergleisigen Ausbau von Ashausen über Lüneburg nach Uelzen wesentlich aufwendiger und teurer werden, von den zusätzlichen Belastungen der Anwohner und Fahrgäste ganz zu schweigen“, so Friedrichs. (weiterlesen…)

Ob Container oder Kreuzfahrt: Schifffahrt stinkt zum Himmel

Montag, 22. Juni 2015

Pressemitteilung, Berlin, 22. 06 2015

Titelbild fairkehr 3/2015

Titelbild fairkehr 3/2015

Die Verkehrsträger Straße, Schiene und Luft sind in aller Munde, wenn es um die Fragen des Nutzens und der Umwelt­belastung geht. Doch was ist mit der Schifffahrt? Ist diese eine umwelt­freundlichere Alternative? Überhaupt nicht! Denn die stinkt regelrecht zum Himmel, wie das VCD-Magazin fairkehr in seiner neuen Ausgabe aufdeckt. Dabei ist egal, ob es sich um den Gütertransport oder die Kreuzfahrt handelt.

In der Weltwirtschaft werden immer mehr Güter auf immer größeren Container­schiffen transportiert. Doch diese sind riesige Energiefresser: 300 Tonnen Schweröl benötigen große Frachtschiffe bei voller Fahrt pro Tag. Und fast alle Schiffe fahren mit dieser stinkenden Masse, die als Abfallprodukt bei der Diesel- und Benzinherstellung anfällt. So verwundert es nicht, dass die Weltflotte jährlich circa eine Milliarde Tonnen CO2 ausstößt − mehr noch als der weltweite Flugverkehr. (weiterlesen…)