Lenkungskreis-Sitzung zu Stuttgart 21 am 30.6: VCD fordert offene Diskussion über die Fort­entwicklung der Eisenbahninfrastruktur rund um Stuttgart

Pressemitteilung, Stuttgart, 29. 06 2016
Anlässlich der morgigen Sitzung des Lenkungskreises zu Stuttgart 21 fordert der Landesverband Baden-Württemberg des ökologischen Verkehrsclubs VCD in einem Brief an die S21-Projektpartner eine offene Diskussion über das Bahnprojekt hinaus zu führen. Dazu gehöre, angesichts der Zeit- und Kostenüberschreitungen bei S21, die Kosten und Nutzen der einzelnen Maßnahmen einer kritischen Überprüfung zu unterziehen und als mögliche Konsequenz einen neuen Zeitplan mit Priorisierungen an der einen Stelle und möglicherweise Verzicht oder Aufschub an der anderen Stelle aufzustellen.

VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb: „Dies schließt zwingend eine ohne Denkverbote zu führende Debatte ein, welche Infrastruktur für die Eisenbahn rund um Stuttgart langfristig benötigt wird bzw. erhalten werden muss.“ Der VCD bringe sich hierzu gerne mit seinen Ideen und Vorschlägen ein.

Die Auszeichnung Stuttgarts als „Stauhauptstadt“ und die Einführung von Feinstaubalarmen bei gleichzeitiger Überlastung des ÖPNVs in den Hauptverkehrszeiten zeige aus Sicht des VCD die dringende Notwendigkeit auf, leistungsfähige Alternativen zum motorisierten Individualverkehr in und rund um Stuttgart zu schaffen. Matthias Lieb: „Die Stadt Stuttgart möchte die Zahl der PKW-Fahrten um 20 Prozent reduzieren – doch mit der Realisierung von Stuttgart 21 werden nur rund 0,5 Prozent aller Wege in der Region auf den Schienenverkehr verlagert.“

Der Verkehrsclub befürchtet, dass bei Stuttgart 21 nicht nur die Kosten weiter steigen werden – viel schlimmer sei die Tatsache zu bewerten, dass an falscher Stelle investiert werde und die erhofften verkehrlichen Verbesserungen für Stuttgart und die Region ausblieben.

Deshalb appelliert der VCD an die Projektpartner von Stuttgart 21, nun ernsthaft darüber nachzudenken, ob der eingeschlagene Weg angesichts der Herausforderung, eine nachhaltige Mobilität im Ballungsraum Stuttgart sicherzustellen, noch richtig sei oder ob jetzt nicht die letzte Chance bestehe, das Projekt Stuttgart 21 an sich wandelnde Anforderungen anzupassen.

„Es liegt in der Verantwortung der Projektpartner, dass dieses Projekt nicht nur nach dem Wortlaut des Finanzierungs­vertrages umgesetzt wird, sondern dass daraus ein funktionierendes Ganzes wird, das einen signifikanten Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme in der Region Stuttgart leistet“, erklärt Matthias Lieb.


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Autor: VCD Baden-Württemberg.

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