EU-Entscheidung konterkariert Luftreinhaltung

VCD Baden-Württemberg, Presseinformation Nr. 7/2016, Stuttgart, 3. Februar 2016
EU-Parlament zu Schadstoffmessungen bei PKW
VCD: EU-Entscheidung konterkariert Kampf von Städten gegen Luftschadstoffe

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland kritisiert die heutige Ent­scheidung des EU-Parlaments zu Abgastests bei Dieselfahrzeugen, mit der der geltende Grenzwert für Stickoxide (NOx) für PKW auf­geweicht werde und damit betroffene Städte wie Stuttgart in ihrem Kampf für saubere Luft in den Innenstädten geschwächt würden.

Dass die EU-Abgeordneten sich für die schnelle Einführung des RDE-Messverfahrens –d.h. die Schadstoffemissionen werden im Real­ver­kehr gemessen (Real Driving Emissions) –ausgesprochen haben, ist zu begrüßen“, erklärt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. „Allerdings ist es ein Skandal, dass quasi durch die Hintertür mittels eines hohen Korrekturfaktors auf den bisherigen Grenzwert im End­effekt der Aus­stoß von Dieselfahrzeugen ab 2017 bis 2020 um mehr als das Zwei­fache über dem zu­lässigen NOx-Grenzwert liegen darf.“ Selbst danach dürfen die Emissionen im Real­betrieb den im Labor geltenden Grenz­wert weiterhin um bis zu 50 Prozent über­schreiten, so der VCD.

Außerdem zeigten die aktuellen Messergebnisse bei Fahrzeugen des Daimler-Konzerns, dass es derzeit noch genügend Schlupflöcher für die Hersteller gäbe, durch vermeintlich legale Abschaltoptionen ‚zum Motorenschutz’ Schadstoffe weit über den zulässigen Grenz­wert zum Auspuff hinauszuschleudern, kritisiert der VCD. Deshalb müssten gerade diese Schlupflöcher geschlossen werden, um in den belasteten Straßen­schluchten der Städte wie in der baden-württembergischen Landeshauptstadt wieder zu sauberer Luft zu gelangen, fordert der VCD.

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Autor: VCD Baden-Württemberg.

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