VCD kritisiert Unzuverlässigkeit der AVG-Stadtbahnen

VCD Baden-Württemberg, Presseinformation Nr. 24/2015, Stuttgart, 17. Juli 2015
Verkehrsclub kritisiert zunehmende Unzuverlässigkeit der AVG-Stadtbahnen

Permanente Zugausfälle und schlechte Pünktlichkeitswerte

Die zunehmenden Zugausfälle bei den Stadtbahnen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) sieht der ökologische Verkehrsclub VCD mit großer Sorge. „Die Stadtbahnen der AVG waren noch vor zehn Jahren das große Vorbild für den attraktiven Ausbau des Nah­verkehrs, doch derzeit ärgern sich immer mehr Fahrgäste über die Mängel im System“, beklagt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb.

Nach der Krise der Jahre 2011/2012 mit hohen Verspätungen war die Pünktlichkeit im Jahr 2014 auf einem guten Weg und fast immer besser als bei den DB-Zügen –doch nun führt der akute Fahrermangel bei der AVG zum Ausfall vieler Stadtbahnfahrten“, so Matthias Lieb.

Das Stadtbahn-Netz, das ausgehend von Karlsruhe u. a. bis Sinsheim, Mosbach, Öhringen, Heilbronn, Bietigheim-Bissingen, Pforzheim, Bad Wildbad, Baden-Baden und Freudenstadt reiche, stehe immerhin für 15 Prozent der vom Land Baden-Württemberg bestellten Zugkilometer, stellt der VCD fest.

Es kann nicht sein, dass wichtige überregionale Bahnverbindungen wie von Karlsruhe nach Heilbronn einfach ausfallen, weil die AVG nicht genügend Lokführer hat. Hier muss dringend etwas passieren!“, fordert Matthias Lieb. Schließlich betreibe die AVG man­che Linien in Kooperation mit der DB AG – dann sollten doch auch Personal­aus­hilfen möglich sein – insbesondere da die AVG ja nicht immer durch die Innenstädte mit den besonderen Anforderungen fahre, sondern auf DB-Gleisen wie jeder andere Zug unterwegs sei, gibt der Verkehrsclub zu bedenken.

Weiter fordert der VCD eine bessere Information seitens der AVG gegenüber den Fahrgästen und gegenüber der DB: „Die Zugausfälle müssen frühzeitig in alle Aus­kunfts­medien, nicht nur der AVG, sondern auch der DB eingespeist werden, so dass die Fahrgäste, aber auch die DB-Mitarbeiter in den Zügen und Reisezentren über die Stadt­bahn-Ausfälle informiert sind und frühzeitig Alternativ­verbindungen wählen können“, erklärt Matthias Lieb.

Das Stadtbahn-Konzept ist sicherlich ein Erfolgsmodell, stoße aber nach VCD-Meinung inzwischen an seine Grenzen. „Je länger die Züge unterwegs sind, um so unpünktlicher werden sie“, erläutert Lieb. „Insbesondere wenn sie auch noch ab­schnitts­weise auf Straßenbahngleisen vom Großstadtverkehr ausgebremst werden.

Das Stadtbahn-Konzept sei aus VCD-Sicht sinnvoll vor allem in der schnellen Direkt­verbindung von Umlandgemeinden mit dem Zentrum der Großstadt, wie z.B. in Karls­ruhe und Heilbronn. Vor 20 Jahren habe man mangels anderer elektrischer Trieb­wagen die AVG-Stadtbahnen dann aber auch auf weitere Überland­verbindungen ausgedehnt, stellt der VCD fest.

Die Folge sei, dass heute die Verbindung Karlsruhe – Heilbronn mit 90 Minuten für 74 Kilometer langsamer sei als vor 25 Jahren, so der VCD. Dabei könnten Eilzüge mit nur wenigen Halten die Strecke in unter 60 Minuten und damit auch in einer zum Straßen­verkehr konkurrenzfähigen Fahrzeit schaffen, gibt der VCD zu bedenken.

Auch Fahrten mit der Straßenbahn von Heilbronn nach Sinsheim, die für eine Strecke von 33 Kilometern 65 Minuten benötige, machten die Schiene nicht attraktiver, vor allem wenn sie das einzige Nahverkehrsangebot darstellten und es keine schnellere Alternative gebe, beklagt der VCD.


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Autor: VCD Baden-Württemberg.

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