Ortsumfahrung Schönfeld

Pressemitteilung VCD Elbe-Saale, 4. Mai 2015
Selbst mit Protest ist ein zeitnaher Bau nicht in Sicht

Der ökologische VCD Landesverband Elbe-Saale hält den zeitnahen Bau einer Umfahrung für Schönfeld für nicht realistisch. Ver­bands­sprecher Lutz Dressler begrüßt dennoch die Gründung, der neuen Bürgerinitiative (BI) in Schönfeld: „Einen gesünderen lebens­werteren Ort zu schaffen ist ein wichtiges Ziel – allerdings, selbst wenn die BI es mit lautstarken Protest schafft, dass das Projekt Ortsumfahrung in den vordringlichen Bedarf des neuen Bundes­verkehrs­wegeplan aufgenommen wird – einen tatsächlichen Baubeginn in den nächsten Jahren würde dies noch lange nicht bedeuten.“ Schon von dem aktuell noch gültigen Bundes­verkehrs­wege­plan 2003 sei ein großer Teil der vordringlichen Projekte nicht realisiert. Die Ortsumfahrung Schönfeld stand damals im weiteren Bedarf mit 10,8 Millionen € drin.

Die Straßenbaukosten sind zudem seit 2003 um ein gutes Drittel ge­stiegen, und sie steigen weiter. Schönfeld selbst hat knapp 1.000 Einwohner, die Tendenz eher fallend. „Wenn man den Schön­feldern anhand der aktuellen Zahlen die Frage stellt, ob sie alternativ zu einer Ortsumfahrung lieber jeder 14.500 € geschenkt haben wol­len, wäre die Sache vermutlich eindeutig“, so Dressler.

Zu den Prognosen, die einen Anstieg von derzeit 12.000 auf 17.000 vorher sagen, verweist der VCD auf eine Studie des Lehrstuhls für Verkehrsökologie der TU Dresden im Auftrag der grünen Landtags­fraktion. Demnach sind die sächsischen Verkehrs­prognosen im Schnitt um ca. 33 Prozent zu hoch. Dressler: „Die Politik muss hier endlich gegensteuern. Es kann nicht sein, dass eine Zunahme des Verkehrs als gottgegeben hingenommen wird. Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“.

Es müsste landesweit und regional verstärkt auf Verkehrs­ver­meidungs­maßnahmen gesetzt werden. Außerdem könnten mehrere auf einander abgestimmte Ampeln im Ort ein guter Beitrag zur Steigerung der Fußgänger­sicherheit sein, ein LKW-Nacht­fahr­verbot zudem die Nachtruhe sichern.

Der VCD-Sprecher verweist des Weiteren auf die Tatsache, dass bei der Einwohner­versammlung, auf der der Entschluss zur Grün­dung der Bürgerinitiative gefallen ist, auch ein Vertreter der Gesell­schaft zur Förderung umweltgerechter Straßen- und Verkehrs­planung (GSV) anwesend war und seine Unterstützung für den Bau der Umfahrung angeboten hat: „Die GSV lässt sich über einen Förderverein von der Straßenbau­wirtschaft finanzieren. Deren Wunsch ist es natürlich möglichst lautstarken Bürgerprotest zu schaffen und dann viele Straßenbauprojekte in den vordringlichen Bedarf des Bundes­verkehrs­wegeplans zu bringen. Alternativen zum Straßen­neubau sind für die GSV offenbar nicht vorhanden. Das zeigen die zahlreichen „Pro Straße“-Initiativen, die die GSV deutschlandweit betreut.

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Autor: VCD Elbe-Saale.

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