Radebeuler Fußwege an Steillagen im Test der VCD-Regionalgruppe

Pressemitteilung, VCD Elbe-Saale, Radebeul, 15. April 2015.
Für viele Wahnsdorfer und Lindenauer, die im Tal arbeiten oder zur Schule gehen, heißt es täglich einmal runter und einmal wieder rauf. Wer sich dabei für das Zufußgehen entscheidet, ist nicht nur besonders umweltfreundlich unterwegs sondern bleibt auch fit. „Schon 7 Minuten Treppensteigen pro Tag reduziert die Herz­erkrankungen nach 10 Jahren um 70 Prozent“, so Lutz Dressler von der Regionalgruppe des ökologischen VCD Landesverband Elbe-Saale. Der VCD hat sich die Radebeuler Wege zwischen Berg und Tal einmal genauer angesehen und getestet wie fußgänger­freundlich diese sind. Für die meisten gibt es kein gutes Zeugnis, aber es gibt Ausnahmen.

Die Spitzhaustreppe ist nicht nur die beliebteste Treppe der Stadt, sie ist auch die komfortabelste: „Gleichmäßig hohe Stufen, eine funk­tionierende Beleuchtung, aller paar Meter ein Zwischenpodest, etliche Sitzgelegenheiten, Wegweiser und touristisch wertvolle Informationen. Handläufe auf beiden Seiten und der gerade Treppen­verlauf sind für Menschen mit eingeschränktem Seh­vermögen von Vorteil“, so Verbandssprecher Dressler. Aller­dings sei es enttäuschend, dass der Winterdienst nicht einmal auf der Spitz­haustreppe gewähr­leistet wird.

Positiv an den Treppen und den Hangwegen hebt der VCD die vielen touristischen Infotafeln zu Wein und Geologie hervor. Mängel gibt es laut VCD allerdings reichlich: Kaputte oder abgenutzte Stufen wie beispielsweise zwischen dem Schloss Wackerbarth und dem Jakobstein, nicht sichtbare Steine als Stolperfallen unter einer mit Laub bedeckten Treppe vom Rieselgrund zum Restaurant „Pfeiffer“, fehlende Sitzbänke zum Ausruhen beim Fußweg zur Albrechts­höhe. Bei den meisten Hangwegen sind griffige Geländer entweder nicht vorhanden oder lückenhaft, viele Wege sind zudem mit Einbruch der Dunkelheit unbeleuchtet.

Das Testfazit des VCD-Sprechers: „Der desolate Zustand vieler Wege ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität an manchen Stellen richtig gefährlich. Wer allerdings keine eingeschränkte Wahrnehmung hat, der findet in Radebeul viele reizvolle Höhenwege mit toller Aussicht. Die Bedeutung der Wege für die All­tags­mobilität scheint die Stadt jedenfalls noch nicht erkannt zu haben.

Der Verband hat neben der Sanierung und Instandsetzung der Weg auch weitergehende Wünsche: Beispielsweise könnte die Nutzung der Spitzhaustreppe wesentlich attraktiver werden, wenn am Treppen­anfang und am Ende jeweils Leihfahrräder bereitstünden und die Verknüpfung mit dem ÖPNV verbessert würde.

Auch ganz preiswerte Vorschläge hat der VCD parat um mehr Menschen für umweltfreundliche Mobilität zu gewinnen: So konnte bei einem Hochschulprojekt gezeigt werden, dass mit ver­schie­de­nen knappen Plakatbotschaften wie „Geh Treppe!“ bis zu 70 % mehr Menschen die Treppe nahmen. Der Grund sei, dass viele Menschen sich vornehmen mehr für die Fitness zu tun und nur an den passenden Orten daran erinnert werden müssen.

Der Test ist zu finden unter www.vcd-mitte.de/radebeul

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Autor: VCD Elbe-Saale.

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