Schulanfänger aufgepasst: Der Schulweg als Erlebnis­raum

VCD Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung, Düsseldorf, 17. August 2012.
VCD gibt Tipps für einen sicheren Schulweg und rät zu Fuß zu gehen

In der kommenden Woche beginnt für viele Kinder in Nordrhein-West­falen das neue Schuljahr – neben der Zuckertüte sollte der Schul­weg unbedingt mit bedacht werden, denn der ist der erste Schritt hin zur selbstständigen Mobilität. Viele Eltern haben den­noch Angst vor Unfällen und bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Was sie nicht wissen, den Kindern gehen wichtige Erfahrungen verloren. Mobilität als Chance, nicht als Gefahr, und der Schulweg als wichtiger Erlebnis- und Erfahrungsraum, gerade auch für die künftigen Schulneulinge – dieses sind zentrale Botschaften des VCD. Der ökologische Verkehrsclub VCD ermutigt daher alle Eltern und Kinder zu Fuß zur Schule zu gehen – zunächst gemeinsam und dann selbstständig.

Für die gesunde körperliche und seelische Entwicklung von Kindern ist es wichtig, dass sie lernen, selbstständig mobil zu werden. Wenn Kinder ihren Schulweg selbstständig zurücklegen, lernen sie Geschwindigkeiten und Entfernungen besser einzuschätzen, sie lernen sich zu orientieren und sammeln so wichtige Erfahrungen, um sich sicher im Verkehr zu bewegen. Diese Chance sollten Eltern ihren Kindern nicht vorenthalten“, so Uwe Maaßen, Vor­stands­sprecher des VCD NRW.

Auch aktuelle Unfallstatistiken machen Mut für das zu Fuß gehen: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der verunglückten Kinder von 8.441 im Jahr 2007 auf 7.064 im Jahr 2011 gesunken. Im gleichen Zeitraum sank bei den Schulwegverkehrsunfällen die an Ver­kehrs­unfällen (ohne Sachschaden) beteiligten Schüler von 1.581 auf 1.282. Bundesweit verunglücken von 1.000 Kindern pro Jahr durch­schnittlich 3,2 Kinder im Straßenverkehr. Großstädte wie Köln und Düsseldorf sind dabei nicht gefährlicher als kleinere Städte wie Mönchen­gladbach und Paderborn, bestätigt der »VCD Städtecheck Verkehrs­sicherheit 2012«. Dieser zeigt aber auch, nicht in allen Städten findet eine positive Entwicklung statt.

Um das Gefahrenpotential auf dem Schulweg möglichst gering zu halten, rät der VCD, vor dem Schulanfang gemeinsam mit den Kin­dern einen sicheren Weg festzulegen. Dieser muss nicht der Kürzeste sein, sollte stattdessen gefährliche Kreuzungen meiden. Um das Verhalten in möglichen Gefahrensituationen zu trainieren, empfiehlt es sich den Schulweg mehrmals gemeinsam abzulaufen. Bei einer Gehgemeinschaft, wie zum Beispiel dem Laufbus, können sich Eltern bei der Begleitung abwechseln, bis die Kinder den Weg selbständig schaffen.

Uwe Maaßen betont: „Es gibt viele Möglichkeiten, den Schulweg sicherer zu machen. Kein Grund also, die Kinder mit dem Auto zu chauffieren. Ganz im Gegenteil: Eltern, die ihr Kind bis vor das Schul­tor fahren, gefährden dabei oft die anderen Kinder durch zusätzliche Autofahrten.“ Deswegen sollten Eltern gleich ab Anfang des neuen Schuljahres das Auto stehen lassen. Weiterer Vorteil: Die Kinder treffen Freunde, lernen ihre Umgebung kennen und kommen fit und aufnahmefähig in der Schule an.

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Autor: VCD Nordrhein-Westfalen.

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