Rhein-Main: Regionaltangente vorantreiben

Presseerklärung der VCD Regionalgruppe Rhein-Main, Frankfurt a. M., 27.07.2012

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) begrüßt die Aktivitäten ver­schiedener Kommunalpolitikerinnen und -politiker aus der Rhein-Main-Region, die sich in jüngster Zeit verstärkt für den Bau der Regional­tangente West (RTW) stark machen. Nach Auffassung der Regional­gruppe Rhein-Main des ökologischen Verkehrsclubs „ist das Projekt als wichtiger Bestandteil der schienengebundenen Ver­kehrs­infrastruktur unverzichtbar für einen leistungsfähigen öffentlichen Personennahverkehr in der Region“. Es sei dringend erforderlich, dass sich die betroffenen Städte, Gemeinden und Landkreise schnellstmöglich verständigen und eine tragfähige Übereinkunft mit dem Bund und dem Land Hessen zur Finanzierung der Verbindung erarbeiten.

Der VCD teilt die Befürchtungen, dass die angedeutete Auflösung der Planungsgesellschaft, die die Voraussetzungen zum Bau der Strecke schaffen soll, zum Jahresende auch die endgültige Einstellung der Planungen für das Projekt bedeuten könnte. Da Vorhaben wie die RTW zum Großteil mit Mitteln aus dem Topf des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes, das Ende 2019 ausläuft, finanziert werden, müssten die Planungen vor Ablauf der Frist zum Abschluss gebracht werden. Sollte es hierzu nicht kommen, seien auch die bislang bereitgestellten Investitionsmittel verloren. Ein Verzicht auf das Infrastruktur-Projekt sei, so VCD-Sprecher Holger Greiner, „kontraproduktiv, da die RTW mit ihrer direkten Ver­bindung zwischen dem Vordertaunus und dem Kreis Offenbach – laut den vorliegenden Zahlen – ein hervorragendes Nutzen-Kostenverhältnis aufweist“. Mit der Tangente ließen sich vermutlich weit über 15.000 neue Kundinnen und Kunden für den öffentlichen Nahverkehr gewinnen.

Nach drei Jahrzehnten der Diskussionen und Planungen, sei es, so der VCD, „endlich an der Zeit, dass die Städte Neu-Isenburg, Bad Homburg sowie die Stadtteile im Frankfurter Nordwesten auf direktem Wege miteinander und mit dem Flughafen verknüpft werden, ohne dass der derzeit schon chronisch überlastete S-Bahn-Tunnel in der Frankfurter City in Anspruch genommen werden muss“. Auch angesichts verschiedener lokaler Verkehrsplanungen in den Kommunen, erscheine die Umsetzung des Projekts dringend geboten. In Neu-Isenburg sei der beabsichtigte Streckenverlauf der RTW bereits in gültige Bebauungspläne eingeflossen. Die Hugenottenstadt könne von der Westtangente besonders profitieren, da tausende Pendlerinnen und Pendler, die aus­gedehnten Gewerbereiche derzeit fast ausschließlich mit dem PKW erreichen. Die RTW – sowie die mit deren Endhaltestelle am „Isenburg-Zentrum“ verknüpfte erweiterte Tramlinie 14 mit direktem Anschluss an den Frankfurter Hauptbahnhof – böten hier ein enormes Potential für den öffentlichen Nahverkehr.

Die vom Neu-Isenburger Bürgermeister Herbert Hunkel auf den Weg gebrachte Resolution zur Förderung des Baus der Regionaltangente West, die derzeit schon von Dreieich, Rödermark und Bad Homburg unterstützt wird, sollte auch von den anderen Kreisen und Kommunen entlang der Strecke mitgetragen werden. Auch die Verantwortlichen der Stadt Frankfurt, wie etwa der Auf­sichts­ratsvorsitzende der RTW Planungsgesellschaft, Stefan Majer, sollten sich hier eindeutig positionieren und für eine Fort­setzung der Planungen aussprechen.

Ein Umsteuern der zurzeit leider immer noch auto- und luft­verkehrs­zentrierten Verkehrspolitik in Hessen setze voraus, dass nicht mehr vorrangig Straßenprojekte oder der Flughafenausbau gefördert werden. Damit das Land nicht länger, wie eine jüngst vorgelegte Studie der „Allianz pro Schiene“ belegt, das bundesweite Schlusslicht beim nachhaltigen Personennahverkehr bilde, müsste die Entwicklung der zukunftstauglichen Verkehrsträger endlich entschieden vorangetrieben werden. Ein Baustein in Rhein-Main sei die Regionaltangente West. Weitere wichtige Bestandteile seien u. a. die nordmainische Schienenverbindung oder die längst überfällige Ertüchtigung des Bahnknotens Frankfurt. Diese Projekte dürften, wenn die Klimaschutzziele einhergehend mit einer notwendigen CO2-Reduktion im Verkehrsbereich erreicht werden sollen, auch nicht gegeneinander ausgespielt werden.

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Autor: VCD Hessen.

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