VCD-Hessen-PM 13/2012, Kassel, 26. Juli 2012.
VCD: „Beitrag zur Kostengerechtigkeit“
Die Ausdehnung der Lkw-Maut auf vierspurige Bundesstraßen mit Autobahnanschluss ab dem 1. August 2012 begrüßt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) als einen wichtigen Schritt für mehr Kostengerechtigkeit bei den Verkehrsträgern. „Ziel einer zukunftsorientierten Verkehrspolitik muss sein, den Lkw-Verkehr deutlich zu reduzieren anstatt das aktuelle Wachstum noch zu beschleunigen!“, so Martin Mützel, VCD-Landesgeschäftsführer in Hessen.
Nach dem Wegekostengutachten 2007 des Bundesverkehrsministeriums müsste die Maut auf Bundesstraßen eigentlich bereits durchschnittlich 32 Cent/Kilometer betragen, wenn man alle externen Kosten des Lkw-Verkehrs gerechterweise berechnen würde. Der heutige Satz liegt mit 16,3 Cent/km deutlich unter diesem sinnvollen Wert und animiert nicht dazu, Transporte zu vermeiden oder auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern. „In Zeiten von Staatsschuldenkrisen ist es unverantwortlich, auf sinnvolle Staatseinnahmen wie eine angemessene Lkw-Maut oder die Kerosinbesteuerung zu verzichten“, so Mützel.
Die Lkw-Maut auf vierspurigen Bundesstraßen kann genau wie die Sperrung von Bundesstraßen für den schweren Transit-Lkw-Verkehr nur ein Zwischenschritt sein. Eine Ausdehnung der Lkw-Maut auf alle Straßen und Transportergrößen wäre eine notwendige Maßnahme für eine nachhaltigere Verkehrspolitik. Perspektivisch sollte die Lkw-Maut – wie in der Schweiz bereits praktiziert – basierend auf einem differenzierten Tarifsystem als Lenkungsinstrument auf 45 Cent/km steigen, um mehr Güter auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern.
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Autor: VCD Hessen.
Tags: Bundesstraße, Güterverkehr, LKW-Maut, Transit