Die Dresdner Altstadt wird für Fußgänger ge­fährlich

VCD Dresden, Pressemitteilung, 16.4.2012

Gleichzeitig mit Eröffnung des Swissôtel am Residenzschloss Anfang April wurden ringsherum die Straßen für Autos geöffnet. Der Ver­kehrs­club Deutschland (VCD) warnt: „Konflikte zwischen Fuß-, Rad- und Auto­verkehr haben schon jetzt spürbar zugenommen

Vor wenigen Tagen wurden Schilder ausgetauscht und neu aufgestellt: Die Schloßstraße ist jetzt auf der gesamten Länge keine Fuß­gänger­zone mehr, sondern ein verkehrsberuhigter Bereich, neben dem Ver­kehrs­museum darf jetzt sogar mit Tempo 30 am Neumarkt vorbei­gefahren werden. Lutz Dressler, der Sprecher des VCD Landesverband Elbe-Saale ist über derartige Beschilderungen entsetzt: „Jedes Wochen­ende lockt die Altstadt unzählige Touristen an. Wenn derart viele Men­schen Flanieren sind, wird von den meisten auch der gesamte Bereich zwischen Taschenberg- und Kurländerpalais automatisch als Fußgänger­zone wahrgenommen. Wenn der Stadt etwas an der Verkehrs­sicherheit liegen würde, aber auch am Wohl der Touristen, dann sollte sie den Auto­verkehr hier so gut es geht verbannen.

Für den VCD bedeutet das, dass der gesamte Bereich als Fuß­gänger­zone ausgewiesen gehört, die Zufahrten zu den Tief­garagen könnten ähnlich wie am Neumarkt von jeweils nur einer Seite frei­gegeben werden. Da Touristen auch gerne mit dem Rad die Stadt erkunden sollten nach Ansicht des Verkehrsclubs auch die „Fahrrad-Frei-Schilder“ bei einer Ausweitung der Fußgängerzonen nicht fehlen. „Fahrrad-Frei“ heißt, dass lediglich das Radeln mit angepasster Ge­schwin­dig­keit erlaubt ist, Fußgänger haben Vorrang.

Speziell in der Schloßstraße haben die Konflikte nach Beobachtung des VCD in den letzten Tagen noch zugenommen. Gästeführerin Christina Avdi, die mit ihren Rundgängen auch oftmals in der Schloßstraße unter­wegs ist, kann das nur bestätigen: „Einige unbelehrbare Radler rasen hier des Öfteren haarscharf an meinen Touristengruppen vorbei. Hier muss das Ordnungsamt oder die Fahrradstaffel der Polizei dringend Präsenz zeigen.“ Zusätzlich hat ihr in den letzten Tagen seit Einführung des verkehrsberuhigten Bereichs merklich der zunehmende Auto­verkehr zu schaffen gemacht. „Die Schloßstraße und die beiden wieder­entstandenen Straßen Sporer- und Schößergasse sind eigentlich viel zu eng für den Autoverkehr.“ Zusätzlich verschlimmert wird die Situation am Residenzschloß durch parkende Autos direkt vor dem Hoteleingang und vor den neuen Boutiquen. „Man hat den Eindruck, dass dies das Ordnungs­amt nicht wirklich interessiert“, so Avdi. „Die Schloßstraße dient auch als Zufahrtsweg für die Feuerwehr: Nicht auszudenken was passiert, wenn es am Georgentor brennt und die großen Einsatzfahrzeuge Probleme bekommen, weil die Straße zugeparkt ist!

VCD-Sprecher Dressler jedenfalls fordert, dass auch der Neu­markt­bereich von allen Seiten mit Pollern oder Blumenkübeln für Autos abgesperrt wird. „Es ist ja technisch alles machbar. Automatische Poller können bei Berechtigung die Zufahrt gewähren.“ Momentan hätte man manchmal eher den Eindruck, dass der Neumarkt die wohl meist befahrene Fußgängerzone Deutschlands ist.

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Autor: VCD Elbe-Saale.

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