Mit Rücksichtnahme geht’s besser

Pressemitteilung, Berlin, 14. Februar 2012.
VCD veröffentlicht Konzept für mehr kinder- und familienfreundliche Mobilität – Straßenaktion mit BVG und DFV macht Tag der Liebenden zum Tag der Nächstenliebe

(c) BVG/Katrin Knoke

(c) BVG/Katrin Knoke

Mit Kindern unterwegs – das geht auf vielfältige Weise. Doch warum nutzen viele Familien allein das Auto um von A nach B zu kommen? Das Vertrauen in die Verkehrssicherheit erscheint weiterhin zu gering und Mobilitätsangebote unzulänglich.

Damit sich an dieser Situation etwas ändert, hat der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) gemeinsam mit dem Deutschen Familienverband (DFV) heute ein Positionspapier vorgelegt. Es zeigt auf, welche strukturellen Ver­besserun­gen von Verkehrs­unternehmen, Kommunen sowie politischen Ent­scheidungs­trägern auf Landes- und Bundes­ebene veranlasst werden müssen, damit Familien ihr Mobilitätsverhalten verändern können.

Benannt werden unter anderem die Schaffung von nutzerfreundlichen Nahverkehrsnetzen, wo Bus und Bahn Vorrang vor dem Auto haben sowie die Erhöhung der Verkehrssicherheit, die sich in erster Linie durch eine Ent­schleunigung des Verkehrs, also durch Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts, erreichen lässt.

Weil familienfreundliche Mobilität aber nicht nur einer guten Infrastruktur bedarf, sondern auch der gegenseitigen Rücksichtnahme, rücken am heutigen Valentinstag, VCD, DFV und die BVG das Miteinander ganz öffentlich in den Mittelpunkt. Der Tag der Liebenden wird zum Tag der „Nächstenliebe“. Halten Autofahrer und Radler heute an einer Haltestelle an, um Straßen­bahnfahrgäste sicher aus- und einsteigen zu lassen, gibt es ein Dankeschön. Damit wird daran erinnert: Nur wenn Eltern keine Angst um ihre Kinder haben, werden diese selbständig zu Fuß, mit dem Rad oder Bus unterwegs sein.

Dr. Steffi Windelen, VCD-Projektleiterin »Mit Kindern unterwegs«: „Unser Ziel ist, Eltern zu motivieren mit ihren Kindern häufiger zu Fuß, mit dem Rad, Bus oder Bahn unterwegs zu sein. Dazu müssen Barrieren abgebaut und Anreize geschaffen werden. Mit Mobilitätstipps für den Familienalltag und mit der heutigen Aktion, die verdeutlicht, jede(r) Einzelne kann zu einem sicheren Verkehrsklima beitragen, haben wir den Anfang gemacht. Jetzt brauchen wir die Unterstützung der Kommunen, der Politik und Verkehrsunternehmen. Sie sind es, die uns helfen können, passgenaue Mobilitätangebote zu schaffen und auszubauen“.

Jürgen Sember, Abteilungsleiter Straßenbahn bei der BVG ergänzt: „Die BVG unterstützt diese Initiative gerne, denn als Verkehrsunternehmen ist uns jede Erinnerung an Rücksichtnahme und Achtsamkeit wichtig. Sie hilft die Verkehrssicherheit für alle zu erhöhen.

Da es aber auch allein mit Rücksichtnahme nicht getan ist, sondern Fortschritte nur in Kombination mit einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für Familien erreicht werden, betont Siegfried Stresing, Bundesgeschäftsführer des DFV: „Der öffentliche Per­sonen­nah­verkehr muss zuverlässig ausge­baut werden, anstatt ihn durch Mittelkürzungen weiter auszudünnen. Ferner muss das Bundes­familienministerium endlich das Kriterium Mobilität in den Familienatlas aufnehmen. Denn die besten Einrichtungen und Ange­bote für Kinder, Eltern oder Ältere bringen wenig, wenn man sie nur mit dem Auto erreichen kann.

Das Positionspapier „Mit Kindern unterwegs – Anforderungen für kinder- und familienfreundliche Mobilitätsangebote“ steht Ihnen zum Download unter www.vcd.org/vcd_familienseite.html zur Verfügung.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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