Zwei Jahre Bahnchef Rüdiger Grube

VCD-Pressemitteilung 44/11 – Berlin, 29.04.2011
VCD: Es bleibt viel zu tun

Am 1. Mai 2009 übernahm Rüdiger Grube das Amt des Vor­stands­vorsitzenden der Deutschen Bahn AG (DB AG) von seinem Vorgänger Hartmut Mehdorn. Anlässlich seines zweijährigen Dienst­jubiläums weist der ökologische Verkehrsclub VCD auf die ungelösten Probleme der DB AG hin und fordert Grube auf, seine Aktivitäten auf den innerdeutschen Schienenverkehr zu konzentrieren – und nicht auf den Ausbau des Unternehmens zum weltweit agierenden Mobilitäts- und Logistikkonzern.

Heidi Tischmann, VCD-Bahnreferentin: “Fahrgäste in Fern- und Nah­verkehr müssen nach wie vor Einschränkungen im Bahnverkehr hin­nehmen. Vom Wachstumskurs der DB AG profitieren sie bisher nicht. Ob fehlende Züge, mangelhafte Schieneninfrastruktur oder falsche Prioritätensetzung: Noch immer harren viele Probleme der DB AG ihrer Lösung. Eine ausreichende Anzahl an Personenzügen im Fernverkehr wird es frühestens 2013 geben, auf einen regulären Betrieb bei der S-Bahn in Berlin ist noch lange zu warten. Durch die Qualitätsmängel kommt es immer wieder zu erheblichen Störungen im Personenverkehr. Weil Bund und Bahn jahrzehntelang die falschen Prioritäten gesetzt haben, fehlt es zudem an Kapazitäten, den wachsenden Schienengüterverkehr aufzunehmen.

Jedoch hätten viele Probleme der DB AG ihre Wurzeln in der Zeit vor der Ära Grube. Diese seien zwar erkannt, ihre Behebung dauere allerdings viel zu lange. “Es ist anzuerkennen, dass einige Probleme, die Grube vor zwei Jahren von seinem Vorgänger übernahm, inzwischen be­ho­ben sind“, so Tischmann weiter. So sei zum Beispiel die haus­interne Daten- und Bespitzelungsaffäre aufgearbeitet worden. Außerdem habe sich der Konzern von der weltweiten Finanzkrise erholt, die im Güterverkehr zu wirtschaftlichen Einbrüchen und zur Absage des für den Herbst 2008 geplanten Börsenganges geführt hatte.

Heidi Tischmann: “Der Schienenverkehr in Deutschland muss zu­kunftstauglich werden: Der jüngst angekündigte weitere Rückzug des DB-Fernverkehrs aus der Fläche ist da der völlig falsche Weg. Auch die Liberalisierung des Fernlinienbusverkehrs ist kein Grund, den ICE-Verkehr weiter auszudünnen, sondern sollte vielmehr Anlass für die DB AG sein, mehr für ihre Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit zu tun. Die knapp bemessenen finanziellen Mittel müssen vorrangig in Erhalt und Ausbau des bestehenden Schienennetzes investiert, Aus- und Neubau­maß­nahmen nach ihrer Wirkung auf das gesamte Schienennetz bewertet werden. Weiterhin fordern wir ein eindeutiges Bekenntnis der Bahnspitze zur Einführung des Deutschland-Taktes und den Einsatz von lärmarmen Güterfahrzeugen.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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