VCD Städtecheck Verkehrssicherheit

VCD-Pressemitteilung 58/10 – Berlin, 07.07.10
Kein Grund zur Entwarnung

VCD Städtecheck Verkehrssicherheit 2010

VCD Städtecheck Verkehrssicherheit 2010

In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der im Straßenverkehr Ge­töteten bun­des­weit konstant gesunken. Doch in den Städten und Kommunen stellt sich die Situation sehr uneinheitlich dar. Ob­wohl es Gemeinden mit sehr positiven Ent­wicklungen in der Ver­kehrs­sicherheit gibt, kann sich keine Stadt auf dem bisher Erreichten ausruhen. Das ist ein Ergebnis des »VCD Städtechecks Ver­kehrs­sicherheit« den der ökologische Verkehrs­club VCD heute erstmals in Berlin vorstellte.

Im »VCD Städtecheck Verkehrs­sicher­heit« wurden von insgesamt 81 unter­suchten Großs­tädten 37 Städte grün eingestuft, die ge­mittelt über die letzten fünf Jahre eine über­durch­schnittliche Abnahme bei den Verunglückten­zahlen erreichten. Gelb eingestuft wurden 24 Städte, die im Mittel nur eine unter­durchschnittliche Reduzierung erzielen konnten. Die Städte, in denen die Zahl der Verunglückten in den letzten fünf Jahren im Mittel zugenommen hat, wurden mit rot bewertet.

Obwohl die Unfallzahlen im Verkehr insgesamt rückläufig sind, ist das Risiko, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, für jeden Einzelnen nach wie vor sehr hoch“, erläutert VCD-Bundes­geschäftsführerin Kerstin Haarmann. “2009 verunglückten durch­schnittlich fast 1100 Menschen pro Tag im Straßenverkehr. In vielen Städten ist die reale Verkehrs­situation nicht so sicher, wie die bundesweite Statistik suggeriert. Doch auch in Großstädten ist es machbar, die Zahl der Verkehrstoten auf null zu senken. Das zeigen Pforzheim, Trier und Reutlingen: Dort ist 2009 kein Mensch im Straßenverkehr tödlich verunglückt.“ Allerdings habe es keine der 81 untersuchten Städte in den vergangenen fünf Jahren geschafft, die Zahl der Verunglückten konstant zu verringern. Lediglich elf Städte konnten die Zahlen bis auf eine Abweichung in den letzten fünf Jahren senken. 20 Städte wiesen gemittelt über die letzten fünf Jahre sogar eine Zunahme der Verunglücktenzahlen auf.

Anja Hänel, VCD-Referentin für Verkehrssicherheit: “Auch wenn sich einige der Städte auf einem relativ niedrigen Unfallniveau befinden, muss der Verkehrssicherheit kontinuierlich Aufmerksamkeit ge­wid­met werden, damit gute Erfolge der vergangenen Jahre nicht verloren gehen.“ Wie sicher der Straßenverkehr in einer Stadt sei, hänge vom Engagement der Kommunen, aber auch von struktu­rel­len Kriterien wie Größe, Einwohnerzahl, Stadtstruktur, Modal Split, den Einpendlern, dem Anteil an Hauptverkehrsstraßen, dem Geschwin­dig­keits­niveau oder der Verkehrsüberwachung ab.

Insbesondere Städte im roten Bereich sollten neben der klassischen Verkehrssicherheitsarbeit, wie Unfallanalyse und Aufklärung, neue Ansätze aufnehmen. Je nach Ausgangslage könnten schon Kleinigkeiten – wie eine verbesserte Markierung oder der Wegfall eines Parkplatzes an einer unübersichtlichen Stelle – Unfälle vermeiden. Auch die Verlagerung weg vom motorisierten In­divi­dual­verkehr erhöhe die Sicherheit. Hänel: “Jeder Weg, der statt mit dem Auto zu Fuß, per Rad, Bus oder Bahn zurückgelegt wird, bedeutet nicht nur eine geringere Gefährdung für Fußgänger und Radfahrer, sondern trägt zur Sicherheit aller Ver­kehrs­teilnehmer bei.“ Auch eine Senkung des generellen Geschwin­dig­keits­niveaus führe zu geringeren Unfallzahlen und mindere die Unfallfolgen, wie das Beispiel Reutlingen zeige. Der VCD fordert Städte und Gemeinden auf, das Konzept »Vision Zero – Null Verkehrs­tote« zum Leitbild ihrer Verkehrssicherheitsarbeit zu machen. Verkehr müsse so gestaltet werden, dass menschliche Fehler keine schwerwiegenden Folgen haben.

Das Hintergrundpapier zum »VCD Städtecheck Verkehrssicherheit« finden Sie zum Download unter www.vcd.org/vcd-staedtecheck.html.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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2 Antworten zu “VCD Städtecheck Verkehrssicherheit”

  1. Werner Korn sagt:

    Reutlingen freut sich über seine gute Bewertung. Die Südwestpresse berichtet darüber:
    Ein generelles Tempo 30 in allen Wohngebieten hat in Reutlingen zu weniger Unfällen mit Verletzten geführt. Im Jahr 2009 gab es in der 110 000-Einwohner-Stadt zudem keinen einzigen Verkehrstoten.
    http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/art4319,553269

  2. VCD-Blog sagt:

    Verkehrsunfallzahlen 2009…

    VCD-Pressemitteilung 60/10 – Berlin, 15.07.10
    VCD: Weniger Verkehrstote, doch kein Grund zur Entwarnung
    Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt, dass nach dem positiven Trend der letzten Jahre auch 2009 die Unfallzahlen weiter rückläufig sind. N…

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