Weg vom Öl – Konsequenzen aus Ölkatastrophe ziehen!

VCD-Pressemitteilung 55/10 – Berlin, 21.06.10
VCD startet Online-Protest

Anlässlich der Ölkatastrophe auf der Bohrinsel »Deepwater Horizon« im Golf von Mexico hat der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) unter dem Motto »Jetzt umlenken! Weg vom Öl!« einen Online-Protest gestartet. Der ökologische Verkehrsclub ruft dazu auf, über seine Website www.vcd.org/umlenken.html eine E-Mail an den deut­schen Mineralölwirtschaftsverband zu senden. Weg vom ÖlMit dieser Aktion gibt der VCD all jenen eine Platt­form, die das verant­wortungs­lose Treiben der Öl­kon­zerne nicht tatenlos mit ansehen wollen.

Michael Gehrmann, VCD-Bundes­vorsitzender: “In aller Härte führt uns die Havarie der Ölplattform vor Augen, mit welchen unmittelbaren, un­vorher­sehbaren Risiken das fossile Zeitalter ver­bun­den ist. Auch wir in Deutschland und Europa müssen aus der Katastrophe Konsequenzen ziehen! Wir dürfen nicht länger hinnehmen, dass die letzten Erdölreserven unter Inkauf­nahme von unkalkulierbaren Risiken ausgebeutet werden. Auf Kosten unserer Lebensgrundlagen fahren die Mineralölkonzerne Milliarden­gewinne ein. Die Umweltfolgen und die Kosten für die Beseitigung von Schäden im schlimmsten Fall hat jedoch die Allgemeinheit zu tragen.

Zwar habe BP jetzt infolge des großen internationalen Drucks 20 Milliarden US-Dollar für die Beseitigung der Ölschäden im Golf von Mexiko in Aussicht gestellt. Jedoch sei zu befürchten, dass diese Summe nicht ausreichen werde. Der Gewinn von BP belief sich allein im ersten Quartal 2010 auf mehr als sechs Milliarden US-Dollar netto. In Deutschland trägt dazu die Tankstellenmarke Aral ihren Teil bei. Das Unternehmen gehört seit 2002 zur internationalen BP-Gruppe. BP dürfe die Kosten, die dem Konzern jetzt durch die Ölkatastrophe entstünden, nicht über die Öl- und Benzinpreise auf die Verbraucher abwälzen.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Die Mi­ne­ral­ölwirtschaft muss endlich Verantwortung übernehmen und ak­zep­tieren, dass das fossile Zeitalter zu Ende geht. Das bedeutet, keine unkalkulier­baren Risiken bei der Gewinnung der letzten Erdöl­reserven einzugehen und sich auf die Zeit danach vorzubereiten. Bis dahin gilt es, Öl zu sparen und den Verkehr energieeffizient zu gestalten. Das schont das Klima, erhöht die Versorgungs­sicherheit, stabilisiert die Preise und hilft, abenteuerlichen Raubbau zu ver­hindern. Wir fordern zudem auf internationaler Ebene ver­bind­liche Nachhaltigkeitsstandards für die Gewinnung fossiler Brenn­stoffe zu definieren und festzuschreiben.“ Für Kraft­stoffe aus Biomasse seien Nachhaltigkeitskriterien bereits beschlossen – zwar seien sie nicht ambitioniert genug, doch immerhin ein erster Schritt in die richtige Richtung.

An die Adresse der Bundesregierung richtet der VCD die Forderung, einen Fonds einzurichten, der im Ernstfall bereitstehe, um die Kosten einer Umweltkatastrophe zu tragen. Dieser Fonds müsse über eine zusätzliche Besteuerung der Gewinne der Mineral­öl­konzerne gespeist werden. Der VCD ruft die Bundes­regierung zudem auf, ihr Energiekonzept noch vor der Sommerpause auf den Weg zu bringen und darin einer zukunftsfähigen, also nachhaltigen Energieversorgung Rechnung zu tragen.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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Eine Antwort zu “Weg vom Öl – Konsequenzen aus Ölkatastrophe ziehen!”

  1. Passend dazu ein Bericht über das Krisenmanagement bei BP:

    http://www.youtube.com/watch?v=_5WBgLi6iRs&feature=player_embedded

    Grüße

    Martin

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