Startschuss für VCD-Schutzengel

VCD-Pressemitteilung 54/10 – Berlin, 17.06.10
Disco-Unfälle vermeiden – Alternativen aufzeigen

Anlässlich des 6. Tages der Verkehrssicherheit am kommenden Sonn­abend, gab der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) heute vor der Berliner Humboldt-Universität den Startschuss für seine Schutz­engel-Aktion zur Prävention von Verkehrsunfällen bei jungen Menschen.

Verkehrsunfälle sind bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach wie vor die häufigste Todesursache“, erläutert Werner Korn vom VCD-Bundesvorstand. “2008 starben knapp 85 Prozent aller tödlich verunglückten Jugendlichen im Alter von 15 bis 25 im Straßen­verkehr. Besonders sogenannte Disco-Unfälle spielen hierbei eine traurige Rolle. Häufigste Unfallursache ist zu schnelles Fahren. Dabei müssen nicht einmal Alkohol oder andere Drogen im Spiel sein – es reicht schon, dass es spät geworden ist und die Jugendlichen nach dem Tanzen und Feiern übermüdet sind. Gerade Fahr­anfänger neigen oft dazu, sich zu überschätzen.

Hier setzt der VCD an und startet eine eigene Schutzengel-Aktion: Junge VCD-Mitglieder, die vom VCD entsprechend geschult wurden, sind ab sofort als »VCD-Schutzengel« überall dort unterwegs, wo junge Menschen sich treffen, ausgehen und feiern – auf Hof- oder Straßenfesten, in Discos oder auf Partys. Im Gepäck haben sie Nacht­fahrpläne der örtlichen Verkehrsbetriebe, Telefonnummern orts­ansässiger Taxiunternehmen und Hinweise auf lokale Mobilitäts­angebote für junge Leute. So zeigen sie konkret, dass man auch ohne eigenes Auto sicher unterwegs sein kann und schnell und vor allem sicher nach dem Feiern wieder nach Hause kommt.

Anja Hänel, VCD-Referentin für Verkehrssicherheit: “Schutzengel-Aktionen können viel bewirken, wenn sie es schaffen, junge Leute wirklich zum Nachdenken anzuregen. Unsere jungen VCD-Mitglieder setzen sich sehr engagiert für eine sichere und umweltverträgliche Mobilität ein. Dadurch sind sie glaubwürdig, und ihre Tipps haben Hand und Fuß. Wir wollen mit unseren Schutzengeln nicht nur auf die Gefahren aufmerksam machen, sondern auch Alternativen aufzeigen. Denn dann sind die Chancen gut, Jugendliche zum Umsteigen zu bewegen.

Wer wisse, wie er nach der Party unkompliziert nach Hause kommt, sei eher bereit, das eigene Auto stehenzulassen. Der VCD ruft deshalb die Verkehrsbetriebe auf, die Interessen und Bedürfnisse von jungen Menschen stärker zu berücksichtigen und mit ziel­gruppen­gerechtem Marketing für Bus und Bahn zu werben. Dazu gehören Fahrpläne, die bis in die späten Abendstunden reichen, Disco- oder Anrufbusse, die einen sicher nach Hause bringen, oder einfach nur gute Informationen darüber, wann die letzte Bahn fährt und wo man den Nachtbus erwischt. Auch sogenannte fity-fifty-Taxi­angebote wie in Mecklenburg-Vorpommern seien eine gute Alternative. Der VCD setzt sich dafür ein, dass solche Angebote bekannt werden und ausgebaut werden.

Von der Bundesregierung fordert der VCD, neue Wege in der Ver­kehrssicherheit zu gehen und sich das Konzept »Vision Zero – Null Verkehrstote« zu eigen zu machen. Vision Zero mache den menschlichen Körper zum entscheidenden Maß und gebe die Verant­wortung für die Verkehrssicherheit einer breiten Gruppe von gesell­schaftlichen Akteuren wie der Autoindustrie, der Bau­verwaltung und den Versicherungen.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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