Urteil zur A 44 Kassel–Eisenach

Pressemitteilung 6/2010, VCD Hessen, Kassel, 14. April 2010
VCD: Schäden sicher, Bedarf weiterhin unbelegt

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Hessen bedauert, dass die Pla­nun­gen zur ge­planten A 44 bei Waldkappel und Küchen bestätigt wurden. „Das Bundesverwaltungsgericht billigt Regierung und Straßen­bau­verwaltung einen weiten Spielraum zu. Damit sind Bedarf und Nutzen der Autobahn jedoch keinesfalls bestätigt“, so VCD-Landes­geschäftsführer Martin Mützel. Die intensive Beratung der Klagen hat jedoch nach Ansicht des VCD gezeigt, dass die Bedenken von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen berechtigt und begründet sind.

Der VCD weist darauf hin, dass nur die formale Zulässigkeit der Planung eines Ab­schnittes überprüft wurde. „Weder Nutzen und Bedarf, noch Alternativen waren Ver­handlungsgegenstand“, so Mützel. „Diese Fragen wurden jeder fachlichen und juristi­schen Prüfung entzogen.“ Formal wurde der Bedarf durch einen Anhang an das Bundes­fernstraßen­ausbaugesetz beschlossen. „Es handelt sich dabei um eine hinter verschlossenen Türen ausgekungelte Liste, die für ganz Deutschland als Paket vom Bundestag abgenickt wurde.“ Der VCD lehnt dieses Verfahren als „intransparent“ ab.

Zwischen Kassel und Eisenach bestehen mit der B 7 und der A7/A 4 bereits zwei leistungsfähige Bundes­fernstraßen. „Zwischen Kassel und Erfurt fahren ab Dezember auf der Mitte-Deutschland-Bahn nur noch einzelne Fernzüge. Da darf man die Notwendigkeit einer dritten Fernstraße durchaus hinterfragen“, so Mützel. Den Anwohnern der B 7 könne mit Durchfahrts- und Nachtfahrverboten für Lkw sowie mit Tempolimits sofort geholfen werden. „Wer das nicht einmal prüft, nimmt die Anwohner als Geiseln für die Auto­bahn“.

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Autor: VCD Hessen.

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2 Antworten zu “Urteil zur A 44 Kassel–Eisenach”

  1. Julia Freitag sagt:

    Guten Abend,

    Bedarf und Nutzen sind nicht bestätigt???

    Ich habe nichts gegen Umweltschutz und mag Tiere. Aer Die Lebensqualität der Menschen sollte an erster Stelle stehen.
    Ich stamme ursprünglich aus Kassel und wohne (von Kassel aus) hinter Eisenach. Um meine Großeltern zu besuchen bin ich für gerade mal 80 Km über zwei Stunden unterwegs. Natürlich könnte ich dort hinziehen. Breche ich doch einfach meine Fachschulausbildung ab und gehe irgendwo putzen, oder ich beantrage Hartz IV. So wie die vielen Menschen, die bei Opel arbeiiten und evtl. mittelfristig auf der Straße sitzen. Richtung osten können sie in erfurt arbeit finden, im Süden Meinigen/Suhl…in Kassel fände man bestimmt auch arbeit, oder in Eschwege. Nur: wer möchte den langen Weg täglich auf sich nehmen. Eisenach – Bad Hersfeld, das sind 70 km. Die fährt man in einer halben Stunde. Die Fledermäuse haben sich ganz schnell einen neuen Lebensraum geschaffen…zumal man sie ja auch in den Nationalpark umsiedeln könnte. Für die Menschen ist es nicht so einfach. Man hat wohneigentum evtl hat ein Partner noch arbeit, kinder die ihren freundeskreis haben und die schule besuchen. Für sie ist es wesentlich schwieriger sich an ein neues Umfeld zu gewöhnen.
    Aber ist bestimmt richtig das niemand diese autobahn braucht…. da nehmen euch die bösen ossis wenigstens nicht die arbeit weg…vielleicht baut ihr wieder einen zaun hin?

    Wahrscheinlich sind tierfreunde einfach keine Menschenfreunde..vielleicht lest ihr einfach mal das Grundgesetz. Vielleicht hört ihr ja dann auf die Bedürfnisse von ein paar hundert Fledermäusen über die von mehreren tausend Menschen zu stellen.

    Nicht nur für die direkt betroffenen ist die Autobahn eine Hilfe. Hartz IV zahlt sich sicher auch nicht von selbst. Der Güterverkehr müsste nicht mehr so direkt durch den Naturpark. Auch die Menschen in Eschwege haben bisher keine wirklich gute Verkehrsanbindung. Und zwar in alle Richtungen.

    Aber die Fledermäuse gehen natürlich vor.

    mit freundlichen Grüßen

    Julia

  2. So, in Deinem Grundgesetz steht, dass Du ein Grundrecht auf eine Autobahn hast, wo immer Du sie haben willst? Interessant.
    Auch sonst die übliche Leier. Keines der von Dir genannten Probleme würde sich mit der Autobahn lösen.
    Dass Du es von zu Hause bis Bad Hersfeld in einer halben Stunde schaffst, bis Kassel aber (mit dem Auto?) zwei Stunden brauchst, ist ein gutes Beispiel für verzerrte Wahrnehmung. Von Bad Hersfeld bis Kassel (65 km A 4 / A 7) braucht nicht einmal der Bummelzug eineinhalb Stunden.
    Ebenfalls freundliche Grüße
    Martin Mützel

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