Den Radverkehr im Winter nicht vergessen

Pressemitteilung VCD Elbe-Saale, 19.3.2010

Für Sonntag hat sich zur Eröffnung der Fahrradsaison in der Rad­wegekirche Wiehe (Kyffhäuserkreis) hoher Besuch angekündigt. Die Teilnahme des Thüringer Verkehrsminister Christian Carius nimmt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) zum Anlass, auf Defizite der (Rad-)Verkehrspolitik hinzuweisen und Änderungen einzufordern.

Andreas Grimm, der stellvertretende Vorsitzende des VCD-Landes­verbandes Elbe-Saale begrüßt zunächst, dass der Minister hier für das Radfahren – einem der umweltfreundlichsten Fort­bewegungs­möglichkeiten überhaupt – mit zu erwartender medialer Präsenz werben will. Allerdings stößt sich Grimm an dem Begriff der “Fahrradsaison”: “Für den VCD geht die Fahrradsaison mit ent­sprechend angepasstem Equipment durch das ganze Jahr. Wir hätten es begrüßt, wenn Herr Carius in den vergangenen Monaten einmal medienwirksam gezeigt hätte, dass sich das Radfahren nicht auf Schönwetterperioden beschränkt.” In der Tat drängte sich für viele Menschen, die auf das Fahrrad angewiesen sind oder auch so überzeugte Allwetterradler sind, der Eindruck auf, dass das Radfahren für viele Verkehrspolitiker und die Verwaltungen im Frei­staat zumindest in der kälteren Jahreszeit nicht zu den “anerkannten” Fortbewegungsmöglichkeiten zählt. Der Winterdienst vernachlässigte vielerorts konsequent die bei Radlern beliebten Neben­straßen und missbrauchte Radwege gerne als Schnee­ablage­flächen.

VCD-Sprecher Grimm wünscht sich daher, dass Minister Carius – auch als Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz, die Mitte April tagt und sich mit den Konsequenzen aus dem harten Winter beschäftigt, – das Thema Radverkehr ganzjährig im Blick behält. Ins­besondere der Bereich des Alltagsradverkehrs werde von der Politik gerne zugunsten des öffentlichkeitswirksamen Fahr­rad­tourismus vernachlässigt, obwohl gerade dort wirkliche Erfolge beim Klima­schutz im Verkehr erzielt werden könnten. “Alltags­radler wollen das ganze Jahr über unabhängig mobil sein, nur dass sie dazu eben kein die Umwelt belastendes Auto brauchen. Hier kann und muss die Politik noch viel tun, um Autofahrer zum Umstieg auf das Fahrrad zu bewegen“, sagte Grimm und wies erneut darauf hin, dass ein viel zu großer Anteil aller Autofahrten auf Strecken von weni­ger als fünf Kilometer erfolgt. Gerade dort sei der Einsatz des Fahr­rads ideal.

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Autor: VCD Elbe-Saale.

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Eine Antwort zu “Den Radverkehr im Winter nicht vergessen”

  1. Hannes sagt:

    Ich würde den Fahrradtourismus aus klimapolitischen Gesichtspunkten nicht unterschätzen: etwa 40% des Verkehrsaufwandes in Deutschland entfallen auf Freizeitverkehr. Da Fahrradtouren entweder nur mit dem Rad oder wenn es Anreisen gibt diese zu großen Teilen per Bahn zurückgelegt werden (?, nur ein subjektiver Eindruck), liegt eine große Chance darin, auch den Freizeitradverkehr zu fördern. Wer durch Brandenburg radelt tut nicht nur was für sich sondern ist auch zumindest nicht nach Malle geflogen und merkt gerade dabei, dass das Rad möglicherweise auch in den Alltag garnicht so schlecht passt.

    Das heißt natürlich nicht, dass der Berufs- und Einkaufsverkehr ignoriert werden sollte, aber der Freizeitverkehr wird in meinen Augen zu oft unterbewertet. Mit eurer Anmerkung zur Saison habt ihr bezogen auf den Berufsverkehr vollkommen recht. Ich wohne in Berlin, und Radwege waren hier wirklich teilweise komplett unbenutzbar. Ein Punkt mehr für Radverkehrsstreifen!

    Freundliche Grüße!

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