VCD fordert Klarheit über Fernverkehrspläne in Mitteldeutschland

Pressemitteilung VCD-Landesverband Elbe-Saale, Dienstag, 16. März 2010
“Die Desinformationspolitik der Bahn ist schwer verständlich”

Weil die Deutsche Bahn aufgrund technischer Probleme an den Zü­gen offenbar Einschnitte beim ICE-Verkehr in Mitteldeutschland plant, gab es in der letzten Woche von allen Seiten Kritik sowohl am Bahnmanagement als auch an den mit ihm verhandelnden Politikern.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der sich auch als Fahr­gastverband versteht, beklagt zunächst die mangelnde Unter­richtung der Öffentlichkeit zu möglichen Fern­ver­kehrs­änderungen. Andreas Grimm, Vorstandsmitglied im VCD-Landes­verband für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sagte dazu am Montag: “Die Desinformationspolitik der Bahn zu den betroffenen Fern­ver­kehrs­strecken ist nur schwer verständlich. Wenn über derart gravierende Änderungen verhandelt wird, dann sollte es doch eine Selbstverständlichkeit sein, dass dies für die Öffentlich­keit in einem absolut transparenten Verfahren stattfindet und die Fahr­gast­verbände frühzeitig in die Planungen mit einbezogen werden. Es kann doch nicht sein, dass die DB erst im September genauere Angaben zu Fahrplanlagen macht, um dann zu vermelden, dass ‘leider’ nichts mehr änderbar sei. Die entsprechenden Trassen muss die DB längst angemeldet haben.” Nicht hinnehmbar sei es, dass die Pläne, über die diskutiert wird, überhaupt erst durch intensive Recherchen von Journalisten ans Tageslicht kamen. Die Bahn hat die Veröffentlichung von Details über den aktuellen Verhandlungsstand in den vergangenen Tagen jedoch verweigert.

Dass gerade Thüringen und Sachsen, und hier insbesondere Leipzig vom Fernverkehr weiter abgehängt werden sollen, kritisiert auch VCD-Sprecher Grimm, wobei er sich auch zuversichtlich zeigt: “Wenn ein veränderter Fahrplan wirklich zuverlässig ist und An­schluss­garantien enthält, könnten zusätzliche Umstiege noch so eben akzeptabel sein. Dabei kommt es aber immer auf das Gesamt­paket an. Gänzlich inakzeptabel ist jedoch die geplante Einstellung der IC-Linie Berlin-Halle-Erfurt-Eisenach-Kassel-Ruhrgebiet. Damit würden alle Direktverbindungen zwischen Thüringen und Halle/Berlin sowie Richtung Nordrhein-Westfalen eingestellt. Städte wie Weißenfels und Bitterfeld, würden dadurch ihre Fern­ver­kehrs­anbindung vollständig verlieren.

Der VCD verweist aber auch darauf, dass die bisher be­kannt­gewordenen Pläne nicht nur Nachteile hätten, sondern z. B. Halle zusätzlich direkte Verbindungen, nach Süddeutschland, erhielte.

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Autor: VCD Elbe-Saale.

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