Deutschland bremst erneut beim EU-Klimaschutz

VCD-Pressemitteilung 15/10 – Berlin, 14.03.10
VCD fordert ambitionierte CO2-Standards für Transporter ab 2012

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert den erneuten Ver­such der Bundesregierung, notwendige CO2-Vorgaben für die Auto­industrie auf EU-Ebene zu torpedieren. Am morgigen Montag beraten die EU-Umweltminister über CO2-Grenzwerte für Trans­por­ter, die analog zu den bereits beschlossenen Grenzwerten für Pkw eingeführt werden sollen. Der Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, dass neue Transporter schrittweise ab 2014 im Schnitt maximal 175 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen. Ab 2016 soll der Grenzwert für die gesamte Flotte gelten und ab 2020 auf 135 Gramm sinken. Deutschland drohe, diese Zielsetzung zu torpedieren.

Statt den Klimaschutz gemäß Koalitionsvertrag voranzubringen, be­treibt die Bundesregierung erneut Lobbypolitik für die Auto­industrie“, kritisiert Werner Korn vom VCD-Bundesvorstand. “Vor allem das Wirtschafts­ministerium will die Einführung der CO2-Standards verschieben und einen Langfristwert erst später fest­schreiben. Ambitionierte CO2-Grenzwerte für Transporter sind jedoch im Sinne des Klimaschutzes unumgänglich, aber auch, um die Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller zu erhalten. Wir fordern daher von der Bundesregierung, ihre Blockadehaltung aufzugeben und sich für ein rasches Inkrafttreten der Regelung bereits ab 2012 sowie für ein anspruchsvolles Langfrist-Ziel ab 2020 einzusetzen. Das schafft auch Planungssicherheit für die Industrie.

Für die Hersteller bedeuten die von der EU-Kommission für 2016 vor­geschlagenen Grenzwerte, dass sie den CO2-Ausstoß ihrer Klein­laster im Vergleich zu 2007 um durchschnittlich 14 Prozent reduzieren müssen. Damals betrug der durchschnittliche CO2-Ausstoß neuer Transporter in der EU rund 200 Gramm pro Kilometer, was einem Verbrauch von 7,5 Litern Diesel auf 100 Kilometer ent­spricht. Bei Diesel-Pkw gab es seit 2007 bereits Effizienz­steigerungen von mehr als 20 Prozent.

Es zeigt sich, dass die Autoindustrie sehr wohl in der Lage ist, spar­same Fahrzeuge zu entwickeln. Verbrauchseinsparungen sind bei Transportern auch ohne großen Aufwand bereits jetzt möglich, da viele Spritspartechniken aus dem Pkw-Bereich übernommen werden können,“ erläutert VCD-Verkehrsexperte Michael Müller-Görnert. “So kommen Start-Stopp-Automatik oder Direkt­schalt­getriebe bereits heute im Transporter genauso zum Einsatz wie im Pkw.“ Aktuelle Transporter, wie zum Beispiel Ford Transit, VW Transporter oder Mercedes Sprinter, die zu den meist verkauften Modellen in Europa zählen, sind schon heute um bis zu 15 Prozent effizienter als ihre Vorgängerversionen.

Auf lange Sicht sind Arbeitsplätze in Gefahr, wenn die Auto­industrie nicht endlich damit beginnt, innovative und sparsame Fahr­zeug­konzepte auf den Markt zu bringen“, warnt Müller-Görnert. Gewerbliche Unternehmen sähen weniger auf den Kauf­preis, als vielmehr auf die Kosten, die während der gesamten Lebens­dauer eines Fahrzeuges anfielen. Sie würden zunehmend sparsame und umweltschonende Nutzfahrzeuge fordern. Hersteller, die bereits jetzt entsprechende Fahrzeuge anbieten, hätten deutliche Marktvorteile.

Mit seinem Projekt »Grüne Flotte im Betrieb« hilft der VCD kleinen und mittleren Unternehmen, ihren Kraftstoffverbrauch zu reduzieren und den Schadstoffausstoß ihrer Fahrzeugflotte zu verringern. Weitere Informationen im Internet unter: www.vcd.org/flottenmanagement.html.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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