Diskussion um Bahn-Hochgeschwindigkeitstrasse

VCD-Landesverband Niedersachsen, Pressemitteilung 07/2010, 10.03.10, Hannover.
„Hilfloses Festklammern an Y-Trasse hilft Seehäfen nicht!“/Aus­bau bestehender Bahnlinien jetzt voranbringen

Angesichts Finanzierungsengpässe des Bundes steht die rund 2,5 Milliarden teure Y-Trasse von Hamburg und Bremen nach Hannover wieder einmal vor dem Aus. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) begrüßt diese Tendenz ausdrücklich und sieht große Chancen, die Anbindung der Seehäfen durch den Ausbau der bestehenden Bahn­linien in Norddeutschland effektiver und schneller voran­zubringen.

Das hilflose Festklammern an dem Mammutprojekt Y-Trasse einiger Politiker hilft den Seehäfen nicht. Im Gegenteil: Notwendige Gel­der für kurzfristige und sinnvollere Maßnahmen würden statt­dessen für die als ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse gedachte Y-Trasse gebunden“, so Hans-Christian Friedrichs, stellvertretender VCD-Landesvorsitzender in Niedersachsen. „Für Verkehrsexperten in Nord­deutschland ist die die Y-Trasse nicht zuletzt durch mehrere Studien und Gutachten inhaltlich längst zu den Akten gelegt worden. In der Politik ist diese Botschaft leider noch nicht überall vorgedrungen, so dass die Y-Trasse dort oftmals noch als ‚Lösung aller norddeutschen Bahn-Probleme’ propagiert wird.

Der VCD appelliert an die Länder Niedersachsen, Hamburg und Bremen angesichts begrenzter finanzieller Ressourcen, sich im Sinne der gemeinsamen Verantwortung für die Anbindung der Seehäfen auf den Ausbau von Bahnstrecken zu einigen. „Alleine der schon seit 25 Jahren im vordinglichen Bedarf stehende Ausbau der 27 Kilo­meter langen Verbindung Rotenburg (Wümme) – Verden (Aller) könnte neben der Beseitigung der Engpässe in den sogenannten Knoten Hamburg und Bremen viele aktuelle Probleme beseitigen.

Dass der Ausbau Sinn mache, zeige vor allem auch der aktuell bereits stattfindende Ausbau der Bahnlinien im Elbe/Weser-Dreieck. Rund 60 Millionen Euro, ein Bruchteil der Y-Kosten, fließen dort in die Ertüchtigung der Linie Bremerhaven – Bremervörde – Rotenburg (Wümme), um den Hauptbahnhof Bremen konkret zu entlasten. Das Wirt­schafts­ministerium Niedersachsen hat im Jahr 2008 ein eigenes Gutachten vorgelegt, das zahlreiche weitere Maßnahmen, etwa den Ausbau der bestehenden Linie Hamburg – Lüneburg – Uelzen oder auch die behutsame Einbeziehung der Strecken im Bereich Lüne­burger Heide vorsieht.

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Autor: VCD Niedersachsen.

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