Pressemitteilung VCD Elbe-Saale, 11.2.2010
Der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat wie viele Bahnkunden feststellen müssen, dass die Bahn offenbar nicht mit den derzeitigen Wetterverhältnissen umzugehen weiß: So fahren die sowieso schon oftmals verspäteten Regionalexpresszüge auf der Strecke von Geithain nach Leipzig momentan kälte- und wartungsbedingt oft nur verkürzt weshalb die Wagen in den Morgenstunden oft überbelegt sind. Es sieht so aus, als ob die Bahn im Jahr 2010 den Winter nicht in den Griff bekommt. VCD-Sprecher Andreas Grimm vom Landesverband Elbe-Saale sieht das allerdings nicht als Zufall an und verweist auf weitere Probleme, die in den letzten Tagen bekannt wurden: So musste sich die Bahn rechtfertigen, dass zahlreiche Bahnkunden am Wochenende im Leipziger Hauptbahnhof ihres ICEs verwiesen wurden, weil dieser aus ähnlichen Gründen nur mit halber Länge fahren konnte und stark überfüllt war. Dann gab es auch noch Medienberichte über die neuangeführten Gründe für Verspätungen vom vorangegangenen Wochenende, als sogenannte “Pinkelpausenstopps” eines ICEs in Erfurt und Leipzig eingelegt werden mussten, weil im Zug keine ausreichende Zahl an funktionierenden Toiletten vorhanden gewesen sein soll.
VCD-Sprecher Grimm sieht die Ursache für derartige Nachrichten, aus denen Imageprobleme der Bahn resultieren, im Missmanagement zu Lasten der Ressourcen der Bahn mit dem Blick auf maximale Gewinne: “Herr Mehdorn hat die Weichen falsch gestellt, er wollte in seinem Privatisierungstrip mit aller Macht an die Börse. Dass dabei vor allem bei Wartung und Sicherheit sowie am Service gespart wurde, rächt sich jetzt. Der VCD bemühe sich seit Jahren, die Menschen von den Vorteilen des Bahnfahrens zu überzeugen und sie so weg vom eigenen Auto zu locken. Doch mit der Serie von Negativschlagzeilen über die Deutsche Bahn wird es immer schwieriger für uns, den Menschen den Vorteil des Bahnfahrens glaubhaft zu vermitteln.” sagte Grimm.
Dem neuen Bahnchef Rüdiger Grube müsse daher jetzt Dampf gemacht werden, dass er die Bahn wieder auf das richtige Gleis setzt. Jetzt brauche es eine starke Bahnlobby dringender denn je: “Jeder kann helfen bei den Politikern sowie bei der Bahn selbst mehr Engagement für eine attraktive, preiswerte und vor allem zuverlässige Bahnzukunft einzufordern“, so der Verbandssprecher. “Vertreter des VCD sind in mehreren Fahrgastbeiräten vertreten, so können wir Kritik gezielter an wichtigen Stellen anbringen“. Der VCD freue sich selbstverständlich auch über jede Art der Unterstützung. Einer seiner bisherigen Erfolge sei z.B. das Fahrgastrechtegesetz, das im Juli letzten Jahres in Kraft trat. “Allerdings ist das nur ein Schritt in die richtige Richtung, der VCD fordert Nachbesserungen am Gesetz, unter anderem dass der Fahrpreis anteilig schon ab 30 Minuten Verspätung erstattet wird.”
Trotz der aktuellen Pannen bei der Bahn ist man beim VCD weiterhin bemüht, für das Bahnfahren zu werben, denn natürlich hätten auch viele Autofahrer im Winter ähnliche Probleme wie die Bahn, zum Beispiel Langsamfahrstellen, unpassierbare Strecken oder streikende Technik.
Der Kontakt zum VCD und zu den Fahrgastbeiräten ist möglich über www.vcd.org/elbe-saale.
Verwandte Artikel
Autor: VCD Elbe-Saale.