“Bierbikes” kommen nach Dresden und Erfurt

Pressemitteilung VCD Elbe-Saale, 9.2.2010
VCD sieht Gefahren für die Verkehrssicherheit

In wenigen Wochen werden wohl auch zwischen Frauenkirche und Semperoper und in den Erfurter Altstadtgässchen sogenannte “Bier­bikes” verkehren, will man der Website des Kölner Betreibers Glau­ben schenken. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landes­verband Elbe-Saale befürchtet durch das Geschäftskonzept für die Alt­stadt neben Gefahren für die Verkehrssicherheit und lärmenden an­ge­heiter­ten Partygruppen in der Folge auch einen Image­schaden für den Tourismus.

Bierbikes sind Mehrpersonenfahrräder mit Platz für bis zu 17 Per­sonen, die alle miteinander um einen Tresen sitzen und beim gemein­samen Strampeln Getränke zu sich nehmen können – zumeist alkoholische, vornehmlich eben “Bier”. Das Geschäftskonzept sieht vor, dass nur derjenige, der lenkt, nüchtern bleiben muss. Für Lutz Dressler vom VCD ein Unding: “Wenn Dresden es mit der Ver­kehrs­sicherheit ernst meint, darf es Bierbikes so nicht geben. Jeder Teilnehmer im Straßenverkehr muss im Interesse der Ver­kehrs­sicher­heit immer vollständig Herr seiner Sinne sein.” Erst letztes Jahr habe es in Köln einen Unfall unter Beteiligung eines Bierbikes gegeben. Medienberichten zufolge wollte dort ein an­ge­trun­kener Mit­fahrer bei einem verkehrsbedingten Halt “aus­treten” gehen und wurde nach dem Absteigen prompt von einem Auto angefahren.

Vor allem in vielen westdeutschen Städten gab es im letzten Som­mer einen Boom dieser Partyfahrräder. Gleichzeitig gab es aber auch zahlreiche Anwohnerbeschwerden über lärmende Radler­grup­pen. Der VCD hat nun die Befürchtung, dass Bierbikes mit an­ge­trun­ke­nen Personen bald des Öfteren in Dresden zu sehen sein werden und glaubt, dass sich das negativ auf den Tourismus aus­wirken könnte, da gerade auch viele Seniorengruppen das eher gemütliche Treiben der Altstadt sehr zu schätzen wüssten.

Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht bestätigte im Herbst, dass für den Betrieb der Bierbikes eine Sondernutzungsgenehmigung des Ord­nungs­amts erforderlich sei. Der VCD hat das Dresdner Ord­nungs­amt am Dienstag in einem Brief gebeten, Auflagen für den Betrieb von Bierbikes zu prüfen. Lutz Dressler, der Sprecher des Verkehrs­clubs betont aber: “Uns geht es nicht darum, diese Mehr­personen­räder zu verbieten. Sie können unter Umständen auch eine sinnvolle Bereicherung des touristischen Angebotes darstellen. Aber eben nur, wenn für die Fahrten ein striktes Alkoholverbot gilt.

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Autor: VCD Elbe-Saale.

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4 Antworten zu ““Bierbikes” kommen nach Dresden und Erfurt”

  1. Jürgen sagt:

    Lieber VCD,
    seid Ihr jemals mit dem BierBike gefahren? Scheinbar nicht, denn wenn Ja, dann würdet Ihr es anders bewerten. Bierbiken ist Sport, denn es ist ganz schön anstrengend es zu bewegen, allerdings macht es auch einen Höllenspass!
    Sooft wie auf dem Bierbike bin ich noch nie photographiert worden. Jeder am Straßenrand hat uns zugewunken und gegrinst ob der innovativen Idee.
    Wer während der Fahrt absteigt, was strengstens verboten ist und auch vor der Tour gesagt wird, ist selbst dran schuld.
    Das ist das selbe, wie wenn jemand während der Fahrt aus dem Autofenster springt. Daraufhin würde keiner auf die Idee kommen das Autofahren grundsätzlich verbieten zu wollen.
    Ein bisschen mehr Gelassenheit wünsche ich Euch und nicht jeden der eine außergewöhnliche Geschäftsidee hat gleich um seine Existenz bringen! Oder haben wir hier in Sachsen zu viele Jobs??
    Grüße Jürgen

  2. Lutz Dressler sagt:

    Hallo Jürgen,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Nein wir sind noch nicht mitgefahren. Man kann es ja auch bei den verschiedenen Youtube-Videos sehen: Ja Bierbikesfahren ist augenscheinlich Sport, man kann damit nicht allzu schnell fahren und ja – es macht natürlich auch Spass.

    Und es geht uns – so steht es ja auch in der Pressemitteilung (Pm) – nicht darum die Räder zu verbieten. Wir sind nur der Meinung, dass die Kombination aus Alkohol und der Teilnahme am Straßenverkehr grundsätzlich nicht zusammenpasst. Wenn auf den Alkohol verzichtet wird und niemand (etwa durch Lärm) belästigt wird, dann wäre es doch eine tolle Sache, die auch wir begrüßen.

    Und zur Frage ob wir in Sachsen zu viele Jobs haben – Wie schon in der Pm geschrieben: Erfurt und Dresden sind beides Städte, die im Deutschlandtourismus sehr beliebt sind. Wenn dann in deren Altstädte die Bierbike-Partygruppen unterwegs sind, dann liegt die Befürchtung natürlich schon nahe, dass dies insbesondere bei kulturell anspruchsvollem Publikum störend wirken kann. Und gerade deshalb bin ich skeptisch, ob sich die Einführung des Bierbikes-Geschäftskonzeptes positiv für den Tourismus auswirken würde oder ob nicht viel eher bestehende Arbeitsplätze gefährdet würden, weil sich eben die Gäste, die das besinnliche Altstadttreiben bisher zu schätzen wissen, überlegen werden, ob sie nichtmal woanders ihren Urlaub verbringen.

    Viele Grüße,
    Lutz.

  3. Hannes sagt:

    Hallo!
    Ich muss auch sagen, dass ich diese Kampagne eher kritisch sehe. Bierbikes sind zwar wirklich nicht mein Ding, ohne sie jetzt je gesehen zu haben, aber erfüllen denke ich schon eine im Grunde begrüßenswerte Aufgabe.

    Dadurch, dass Straßen eben nicht nur vom MIV oder Fahrrädern genutzt werden, um von A nach B zu kommen, sondern auch von Menschen, die sie zum Aufenthalt bzw. einfach zum Spaß haben nutzen, wird die Funktionstrennung der verschiedenen Bestandteile des öffentlichen Straßenraums aufgelöst. Aus meiner Sicht ein Beitrag zu einem menschlicheren und sichereren Verkehrssystem.

    Der Satz, dass jeder Teilnehmer am Straßenverkehr Her seiner Sinne sein sollte, hat mich aus dem “Munde” des VCD jetzt auch mehr als verdutzt. Dieser Anspruch gilt sicher für Autofahrer, teilweise auch für Radfahrer, weil diese Verkehrsteilnehmer andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Insbesondere Kinder und ältere Menschen werden sich immer überraschend, irrational und selbstgefährdend verhalten. Nicht sie müssen sich anpassen, sondern diejenigen, von denen die Gefährdung ausgeht.

    Ich begrüße als VCD-Mitglied solche Aktionen, selbst wenn Bier-Bikes nicht meinem Verständnis von Spaß entsprechen mögen. Man sollte aus seiner Abneigung gegen das Kegelclubmilieu nicht die positiven Aspekte dieser Innovation negieren.

    Freundliche Grüße!
    Hannes

  4. Autofan sagt:

    Also ich kann die Diskussion um diese Bierbikes nicht verstehen. Immerhin sind sie etwa in Berlin längst ein integraler Bestandteil des Stadtbildes – und sollten es auch bleiben. Es regt sich ja schließlich auch keiner über Raucherkneipen auf, obwohl die mindestens genauso gefährlich sind!!

    Beste Grüße
    Karl

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