Umweltminister kippt Teile der Hannoveraner Umweltzone

VCD-Landesverband Niedersachsen, Pressemitteilung 4/2010, 15.01.2010 Hannover.
VCD: “Umwelt- und Gesundheitspolitik verkommt bei Minister Sander zum Klamauk!”/Grüne Welle als Alternative zur Umweltzone untaugliches Instrument

Der Erlass zur teilweisen Zurücknahme der Umweltzone durch den nieder­sächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander kritisiert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) scharf. „Das ist Klamaukpolitik erster Güte, die Minister Sander auf dem Rücken von Umwelt- und Gesundheitsschutz in Niedersachsen betreibt. Ein Umweltminister, der ständig fachliche Ausfälle zeigt, ist für das Land nicht mehr tragbar!“, so Hans-Christian Friedrichs, stellvertretender Landes­vor­sitzender des VCD in Niederachsen.

Obwohl das Verwaltungsgericht Hannover die Recht- und Zweck­mäßigkeit der Umweltzone in Hannover im vergangenen Jahr bestätigt hatte, setzt sich das Umweltministerium über diese Ent­scheidung hinweg und öffnet die Innenstadt per Anweisung wieder für Euro-3-Dieselfahrzeuge. Das Gericht stellte fest, dass Umwelt­zonen ein geeignetes Mittel gegen Feinstaub, vor allem aber gegen Stick­stoff­dioxidbelastungen darstellen. Aber auch im Bereich der besonders gesundheitsgefährdenden Dieselrußpartikel wurden bei­spiels­weise den nordrheinwestfälischen Umweltzonen große Erfolge bescheinigt. So sind die Emissionen dort im Zuge der Ein­richtung von Umweltzonen um mehr als 20 Prozent zurück­gegangen.

Die von Sander vorgeschlagenen „Grünen Wellen“ für Autofahrer hält der VCD aus fachlicher Sicht als völlig untaugliches Mittel, um die EU-Richtlinien zur Luftreinhaltung einzuhalten. „Grüne Wellen“ für Autofahrer bremsen gleichzeitig den umweltfreundlichen Nah­verkehr sowie Rad- und Fußgänger an roten Ampeln aus. Gleich­zeitig sorgen grüne Autofahrer-Wellen für zusätzlichen Straßen­verkehr. „Genau das, was wir in den Innenstädten nicht brauchen“, so Friedrichs.

Niedersachsen sieht mit seinen beiden Umweltzonen im Vergleich der Flächenländer denkbar schwach aus. Baden-Württemberg liegt dagegen mit 18 Umweltzonen vorn, gefolgt von Nordrhein-West­falen mit 15 und sogar Bayern steht mit 4 Umweltzonen ver­gleichs­weise gut da. „Niedersachsen darf sich von seinem ideologisch gesteuerten Umweltminister bei den Anstrengungen um die Luft­reinhaltung nicht in die dritte Liga katapultieren lassen.“, warnt Friedrichs.

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Autor: VCD Niedersachsen.

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