»Abwrackprämie« ist Wort des Jahres 2009

VCD-Pressemitteilung 97/09, Berlin, 18.12.09
VCD begrüßt Jury-Entscheidung

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat den Begriff »Ab­wrack­prämie« zum Wort des Jahres 2009 gekürt. Der Verkehrs­club Deutschland e.V. (VCD) begrüßt die Entscheidung.

Dazu erklärt Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Wir gratulieren der Jury, die diese Entscheidung getroffen hat. Kein anderes Wort hat 2009 für so viel Diskussionsstoff gesorgt, wie die Abwrackprämie. Schon früh setzte sich dieser Begriff gegen den erbitterten Widerstand der Autoindustrie und von Teilen der Politik durch, die lieber beschönigend von Umwelt­prämie sprachen. Dabei war die Abwrackprämie von vorn­herein an keinerlei Umweltkriterien geknüpft – der Staat sub­ven­tionierte auch der Kauf von Spritschluckern oder Diesel­stinkern ohne Ruß­partikel­filter.

Der Begriff Abwrackprämie kommt ursprünglich aus dem Binnen­schiffs­güterverkehr. Die Prämie wird seit 1989 von der EU für das Abwracken von Binnenschiffen gezahlt, um Kapazitäts­überhänge in diesem Bereich kurzfristig abzubauen.

Lottsiepen: “Die staatliche Prämie, die 2009 im Zuge des Kon­junkturpakets II eingeführt wurde und für den Neukauf eines Pkw galt, wenn der Käufer gleichzeitig sein mindestens neun Jahre altes Auto verschrotten ließ, hieß offiziell Umweltprämie – ein Begriff, den auch der Verband der Automobilindustrie vehement pro­pa­gier­te. Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen erkannte schon im Februar die Realität und nannte den Bonus bei einer Rede vor der IHK Berlin “Abwrackprämie – die so genannte Umwelt­prämie‘.“ Der VCD sprach bereits am 7. Januar 2009 von der »Abwrack­prämie«.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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