Fahrplanwechsel auf der Main-Weser-Bahn

VCD-Hessen, Pressemitteilung 37/2009, Kassel/Friedberg, 9. De­zem­ber 2009
Fahrplanwechsel am 13. Dezember/VCD sieht Vor- und Nach­teile in Hessen

Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember müssen sich die Fahrgäste in Hessen zum Teil auf gravierende Veränderungen einstellen. Da­rauf weist der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hin. „Einigen Ver­bes­serungen stehen zum Teil erhebliche Nachteile gegenüber“, er­läu­tert Udo Messer, hessischer Landesvorsitzender des Umwelt- und Verbraucherverbandes. Während die Nutzer von Fern­verkehrs­zügen profitieren, ergäben sich für Berufspendler in Nah­verkehrs­zügen zum Teil deutliche Verschlechterungen. „Wir brauchen deutschlandweit einen zwischen Nah- und Fernverkehr abgestimmten Taktverkehr, um solche Probleme zu vermeiden“, forderte Messer.

Vor allem auf der Main-Weser-Bahn von Frankfurt über Gießen und Mar­burg nach Kassel müssen sich die Bahnkunden völlig neue Ab­fahr­zeiten merken. Grund dafür sind erhebliche Veränderungen bei den zweistündlich verkehrenden Intercity-Zügen von Karlsruhe über Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Marburg und Kassel nach Hamburg. Diese Züge nutzen künftig zwischen Göttingen und Han­no­ver die Schnellfahrstrecke und gewinnen dadurch 30 Minuten Fahr­zeit. „Aus Hessen ist man jetzt eine halbe Stunde schneller im Norden“, betont Messer. Weiterer Vorteil: Auf der Strecke von Frankfurt über Darmstadt nach Heidelberg gibt es jetzt im Wechsel mit einer anderen IC-Linie einen exakten Stundentakt. Dieser existierte bisher auch zwischen Frankfurt, Gießen, Marburg und Kassel im Wechsel zwischen IC und Regionalexpress. Da der IC künftig 30 Minuten später in Frankfurt abfährt, entsteht eine Angebots­lücke von 90 Minuten. Der VCD fordert die Ver­kehrs­ver­bünde RMV und NVV auf, ein Konzept für einen durchgehenden Stundentakt auf der Main-Weser-Bahn mit zusätzlichen Angeboten auch am Abend zu entwickeln.

Der VCD weist darauf hin, dass durch die Fahrplanänderung die Intercity-Züge an einigen Stellen keinen Anschluss mehr an den Nah­verkehr haben, zum Beispiel in Marburg in Richtung Frankenberg oder in Gießen nach Koblenz. Darüber hinaus müssen sich Berufs­pendler auf längere Fahrzeiten einstellen. Der Mittelhessen-Express von Schwalmstadt-Treysa nach Frankfurt wird alle zwei Stunden in Gießen vom IC überholt, die Fahrzeit verlängert sich wegen zusätzlicher Halte insgesamt um 20 Minuten. In Richtung Norden kommt die in Treysa startende Regio-Tram später in Kassel an, weil sie in Wabern vom IC überholt wird. Vorteile ergeben sich für Fahrgäste aus Haiger, Dillenburg, Herborn und Wetzlar, die künftig alle zwei Stunden mit dem Regionalexpress 20 Minuten schneller in Frankfurt sind.

Die Region profitiert außerdem von einem neuen Eurocity von Siegen nach Klagenfurt mit Halt in Dillenburg, Herborn, Wetzlar, Gießen und Bad Nauheim. Informationen zum neuen Fahrplan gibt es bei der Deutschen Bahn und bei den Verkehrsverbünden. Wer passende Verbindungen sucht oder Tipps für Bahnreisen benötigt, kann sich auch an die kostenlose Fahrgastberatung des VCD Hessen wenden, Tel. 06031 61464, e-Mail fahrgastberatung-hessen@vcd.org.

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Autor: VCD Hessen.

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