Elektroautos allein sind keine Klimaschutzautos

Pressemitteilung VCD Elbe-Saale, Dresden, 09/12/2009

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Elbe-Saale be­grüßt es, dass die DREWAG im kommenden Jahr mit dem Aufbau erster Ladestationen in der Innenstadt von Dresden beginnen will. Sprecher Lutz Dressler warnte aber am Dienstag vor einem oft gehörten Irrtum: “Elektroautos allein sind keine Klimaschutzautos. Ent­scheidend ist, dass der Strom aus erneuerbaren Energien kommt. Denn nur so gibt es auch eine gute CO2-Bilanz für die Fahrzeuge“. Der VCD wünsche sich daher von der DREWAG, dass an den neuen Elektrotankstationen auch nur grüner Strom verkauft werde.

Allerdings glaubt der Verkehrsclub nicht daran, dass die Errichtung der ersten Ladesäulen in der Stadt in den nächsten zwei bis drei Jahren zu einer nennenswerten Zahl von elektrisch betriebenen Autos führen wird. Denn zum einen würden viele Neuwagenkäufer sicherlich dadurch abgeschreckt, dass ein elektrisches Auto 10.000 bis 20.000 Euro mehr kosten wird als ein vergleichbares Auto mit Ottomotor, zum anderen werden die meisten Elektromobile noch nicht in Großserien produziert.

In das Konzept aber auch eine elektrisch betriebene Carsharing-Flotte mit zu integrieren, wie es DREWAG-Chef Zieschank an­ge­dacht hat, hält VCD-Sprecher Dressler für eine gute Idee, da diese Fahrzeuge viele kurze Strecken fahren und zwischen­durch auf­geladen werden können. Er schlägt vor auch die Autos im städti­schen Fuhrpark schrittweise durch Elektrische zu ersetzen: “Wün­schens­wert wäre, wenn man bei dem Dienstwagen der Ober­bürger­meisterin beginnt.” Aktuell fährt Frau Orosz einen Phaeton, der im Stadtverkehr 17,1 Liter pro hundert Kilometer verbraucht und damit alles andere als umweltfreundlich ist.

Elektroautos – Hype oder Heilsbringer? Dieser Frage widmet sich der VCD auch in der aktuellen Ausgabe der “Fairkehr”, die online einsehbar ist: www.fairkehr-magazin.de

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Autor: VCD Elbe-Saale.

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3 Antworten zu “Elektroautos allein sind keine Klimaschutzautos”

  1. Jens sagt:

    “Er schlägt vor auch die Autos im städti­schen Fuhrpark schrittweise durch Elektrische zu ersetzen: “Wün­schens­wert wäre, wenn man bei dem Dienstwagen der Ober­bürger­meisterin beginnt.” Aktuell fährt Frau Orosz einen Phaeton, der im Stadtverkehr 17,1 Liter pro hundert Kilometer verbraucht und damit alles andere als umweltfreundlich ist.”

    “Elektroautos allein sind keine Klimaschutzautos” – mehr gibt es zu dem schwachsinnigen Vorschlag wohl nicht zu sagen.

    Bloß nichts an eingeschliffenen Verhaltensweisen ändern, das Elektroauto wird uns schon ermöglichen, unsere Mobilität genauso menschenfeindlich abzuwickeln wie bisher.

    Und die Akkus mit diversen giftigen Materialien werden ja von chinesischen Kindern und nicht von deutschen Arbeitern zusammengebaut – also alles kein Problem.

  2. Matthias Reichmuth sagt:

    Für den VCD stehen andere Mobilitätsformen als der Pkw im Mittelpunkt, auch in Sachsen. Von den Vorständlern hat z. B. keiner ein eigenes Auto.
    Trotzdem wird es weiterhin eine Rest-Mobilität geben, für die eine Nachfrage nach vierrädrigen überdachten Vehikeln besteht, mit denen man weiter als mit dem Rad kommt.
    Für diese Restgruppe sind Elektrofahrzeuge besser als solche, die Erdöl verbrauchen, weil die Stromerzeugung leichter auf regenerative Quellen umgestellt werden kann, bei den Kraftstoffen ginge das nie (wenn wir nicht eine weltweite Monokultur von Biokraftstoffen haben wollen und dafür am Essen sparen bzw. viele hungern lassen.
    Und die entsprechenden Batterien werden übrigens auch in Sachsen hergestellt, chinesische Kinder, die vergleichbares könnten, sind mir nicht bekannt.
    Übrigens: So viele E-Mobile wie heute Pkw wird es schon deshalb nicht geben, weil die Batterierohstoffe ziemlich schnell zur Neige gehen werden. Es wird also wirklich eher was für die Rest-Mobilität.

  3. Lutz Dressler sagt:

    Mit “Vorständlern” hat Matthias hier übrigens die Vorstandsmitglieder des Landesverbandes Elbe-Saale gemeint.

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