Jetzt doch 20 Mio. Euro Planungsmittel des Bundes für die Y-Trasse?

VCD-Landesverband Niedersachsen, Pressemitteilung 37/2009, Hannover, 4.12.2009
VCD: „Rational nicht mehr begreifbar!“ / Inzwischen 17 Jahre Diskussionen um Hochgeschwindigkeitsverkehr im Norden

Rational ist die erneute Diskussion um die Y-Trasse längst nicht mehr begreifbar!“, so Michael Frömming, niedersächsischer Landes­vorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD). Erst vor zwei Wochen hatte das Bundesfinanzministerium 20 Millionen Euro Planungs­kosten für das heftig umstrittene Hochgeschwindigkeits-Projekt zwischen Hamburg, Bremen und Hannover zurückgezogen. Nun stehen die Mittel offenbar doch wieder bereit.

Wenn es bei dem eigentlichen Projekt nicht um mindestens zwei Milliarden Steuergelder ginge, wäre das wiederholte Hickhack ein­fach nur peinlich für die politischen Akteure in Hannover und Berlin. So aber müssen wir befürchten, dass der Diskussion um die Y-Trasse doch noch einmal Leben eingehaucht wird“, so Frömming. Dabei gibt es für das Projekt fachlich keine hinreichende Be­grün­dung, da fast alle vorliegenden Gutachten den alternativen Aus­bau­maßnahmen eine höhere Effektivität und eine schnellere Umsetzung bescheinigen.

Aber eine fachliche Auseinandersetzung findet seit Jahren kaum noch statt. Es geht bei den Debatten mit der Politik zumeist um irrationale Beweggründe, bei denen die Konkurrenz zwischen Investitionen in süd-, ost- oder norddeutsche Prestige-Projekte eine bedeutendere Rolle als verkehrspolitisch tragfähige Konzepte spielt“, bedauert Frömming.

Dabei könnte ein Bündel aus kurz- und mittelfristigen Maßnahmen das norddeutsche Schienennetz viel schneller und effektiver ent­lasten und somit der Hafenwirtschaft dienen. Dazu zählen der Aus­bau von bestehenden Bahnlinien der Eisenbahnen- und Verkehrs­betriebe Elbe/Weser GmbH sowie der Osthannoverschen Eisenbahn AG. Als Kernstück nennt der VCD bei der Deutschen Bahn AG die Strecken Hamburg – Lüneburg und Rotenburg (Wümme) – Verden (Aller).

Obwohl die Strecke von Rotenburg nach Verden auch schon 24 Jahre im sogenannten Vordringlichen Bedarf des Bundes­verkehrs­wegeplans steht, ist dort bis heute von einem geplanten zweigleisigen Ausbau nichts zu erkennen. Das macht uns zuversichtlich, dass die erst 17 Jahre diskutierte Y-Trasse auch in den nächsten Jahre keine Aussicht auf Realisierung hat“, so Frömming. „Die eingesparten Steuergelder könnten somit doch noch effektiver für die Schiene eingesetzt werden – und das hoffentlich sehr zeitnah!

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Autor: VCD Niedersachsen.

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