Tunneldebatte zur A 39 in Lüneburg

VCD-Landesverband Niedersachsen, Pressemitteilung 36/2009, 2.12.09, Lüneburg
„Neue Autobahn immer unwirtschaftlicher!“ / Verlagerung von Gütern auf die Schiene gefordert

Im Rahmen der Diskussion um die umstrittene Autobahn A 39 ist jetzt vom Bund für Lüneburg eine Tunnelvariante in die Diskussion ge­bracht worden. Diese Maßnahme soll der zu erwartenden Lärm­belastung der Bevölkerung entgegenwirken. Über die Finan­zierung gibt es indes keine Aussagen, kritisiert der Verkehrs­club Deutsch­land (VCD).

Es wird wohl kaum jemanden geben, der Lärmschutzmaßnahmen für die B4 im Raum Lüneburg-Moorfeld, wie etwa die „Deckelung“, nicht gutheißt. Genauso die Bundesregierung und Staatssekretär Ferlemann. Befürwortung allein genügt aber nicht, entscheidend ist eine Finanzierungszusage und die ist am Ende des Tunnels bislang überhaupt nicht in Sicht.“, so Hans-Christian Friedrichs, stell­vertretender Vorsitzender des VCD-Landesverbandes Nieder­sachsen.

Außerdem befürwortet der Bund die Tunnellösung lediglich im Zuge des Baus der A 39. Das ist jedoch ein schwaches Lip­pen­bekenntnis, denn der Bau der A 39 steht wegen einer immer schlechter werdenden Wirtschaftlichkeit mehr denn je in den Sternen.“, so Friedrichs. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis – NKV – der A 39 wurde jüngst nach einer kleinen Anfrage von Bundes­tags­abgeordneten und der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN von der Bundesregierung mit nur noch 2,5 statt anfangs 3,6 angegeben. Damit hat die A 39 die normalerweise notwendige Schwelle von 3,0 für den vordringlichen Bedarf des Bundes­verkehrs­wege­plans deutlich unterschritten.

Die Tunnellösung ist zudem keine wirkliche Lösung, denn die Probleme bestehen schon jetzt auf der B4 und kommen nicht erst durch den Bau der A 39, dann werden sie nur noch verschärft.“ er­klärt Friedrichs. „Nicht allein der Verkehrslärm kann für er­heb­liche gesundheitliche Schäden sorgen, auch der verstärkte Ausstoß von Fein- und Ultrafeinstaub ist höchst gefährlich und mir ist nicht bekannt, dass dieser Tunnel für dieses Problem eine Lösung wäre.“, so Friedrichs.

Der VCD fordert, dass endlich das Durchfahrtsverbot auf der B 4 tat­sächlich durchgesetzt und überwacht wird. Die Verlagerung von Gütern auf die umweltfreundliche Schiene ist über eine deutliche Erhöhung der Lkw-Maut auf 45 Cent/Kilometer anzustreben. Ebenso muss das fix und fertige Konzept zum Rübentransport per Bahn umgesetzt werden. Nach Uelzen rollen jährlich 100.000 Zucker­rübentransporte, die die Anwohner in Lüneburg-Moorfeld, Melbeck und Jelmstorf massiv belasten. „Bei sofortiger und kon­se­quen­ter Umsetzung dieser Maßnahmen und einem Tempolimit auf 60 km/h könnte spielend auf die ferne Tunnel-Vision verzichtet werden“, beurteilt Friedrichs.

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Autor: VCD Niedersachsen.

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