Der VCD fordert die Erweiterung der A 100 gänzlich aufzugeben

Pressemitteilung VCD Nord-Ost, Berlin, 25.11.2009.

Der VCD begrüßt die Entscheidung, die Planungskosten für die Er­weiterung der A 100 im Berliner Doppelhaushalt 2010/11 zu strei­chen, als einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Nun komme es darauf an, das Projekt ganz zu stoppen und in Bus und Bahn, aber auch den Ausbau für Rad- und Fußgängerverkehre zu investieren.

Zudem warnt der VCD vor steigender Lärmbelastung im Zuge der noch nicht gänzlich aufgegebenen A 100-Erweiterung vom Dreieck Neukölln bis zum Treptower Park in den an- und umliegenden Wohn­gebieten. Der Ausbau der Autobahn würde in den Zu­fahrts­straßen sowie in den umliegenden Straßen der dicht besiedelten Wohn­gebiete zu steigender Verkehrs- und damit zu wachsender Lärm­belastung führen. Christian Kölling vom VCD Nordost sagt: “Der örtliche Straßenverkehr, aber auch der Schienen­verkehr belasten die Wohngebiete bereits heute stark mit Lärm. Wir können die Lärm­aus­wirkungen der Autobahn nicht losgelöst von bereits vorhandenem Lärm auf Schiene und Stadtstraße betrachten und müssen Lärm so weit wie möglich reduzieren.

Betroffen sind vom A 100-Ausbau nicht nur Straßen, die ohnehin schon stark befahren sind, wie die Grenz- oder Sonnenallee in Neu­kölln, sondern auch die Elsenstraße und Beermannstraße, die an den geplanten Anschlussstellen liegen. Autofahrer, die in den Stoß­zeiten den Stau auf der Autobahn umfahren wollen, werden in die umliegenden Wohn­straßen ausweichen. Steigende Verkehrs- und Lärm­belastung etwa in der Schlesischen Straße oder der Bouché­straße würden die Folge sein. Erholungssuchende im Treptower Park werden durch den zunehmenden Autoverkehr und der damit einhergehenden Lärmbelastung gestört.

Christian Kölling vom VCD Nordost: “Eine Verlängerung der A100 zur Straße Am Treptower Park würde mehr motorisierten Verkehr in die Kieze im Südosten Berlins bringen. Lärm ist eine nicht zu vernachlässigende Beeinträchtigung im Wohnumfeld, denn er be­günstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen und De­pressionen.” Gemäß der Lärmwirkungsforschung steigt ab einer Dauer­belastung von 55 dB(A) nachts und 65 dB(A) tags das Gesund­heits­risiko durch chronischen Lärmstress. Der VCD fordert deshalb die Einhaltung dieser Werte mit Nachdruck ein.

Die vom Senat geplanten Lärmschutzmaßnahmen an der Autobahn allein reichen nicht aus. Lärmschutzmaßnahmen in den A 100-Zu­gangs­straßen der hoch verdichteten Wohngebiete sind nur bedingt umzusetzen. Dieser Umstand würde neben den Abgas­belastungen zu weiteren Beeinträchtigungen für die Bewohnerin­nen und Bewohner in den betroffenen Wohngebieten führen. Daher unterstützt der VCD Landesverband Nordost die Bürger­initiative Stadtring Süd (BISS) und fordert die Verlängerung der A 100 endgültig zu stoppen und Geld in den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrsnetzes, Begegnungszonen und umweltverträgliche Verkehrskonzepte zu investieren.

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Autor: VCD Nordost.

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