VCD-Landesverband Niedersachsen, Pressemitteilung 34/2009, 18.11.09, Lüneburg/Hannover.
Planungskosten ohne Beteiligung der Bundesregierung/VCD: „Hoffentlich das endgültige Aus der Y-Trasse!“/Jetzt Seehäfen-Anbindung mit Alternativkonzepten verbessern
„Das ist eine sehr positive Nachricht für den norddeutschen Wirtschaftsstandort: die Bundesregierung will sich nach Informationen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung offensichtlich nicht an den 55 Millionen Euro Planungskosten für die seit 1992 geplante neue Schnellbahntrasse von Hamburg und Bremen nach Hannover beteiligen! Das müsste jetzt hoffentlich das endgültige Aus der sogenannten Y-Trasse sein!“, so Michael Frömming, Landesvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD). Nun könnten kurzfristige und effektivere Maßnahmen greifen, um die Anbindung der Häfen zu verbessern.
Der VCD setzt sich seit Beginn der Y-Planungen für einen Ausbau der bestehenden Bahnlinien ein und erhielt dazu fachliche Unterstützung durch eigene und externe Studien, die der rund 2 Milliarden Euro teuren Y-Trasse keine nennenswerten Vorteile für die norddeutschen Seehäfen bescheinigen. „Selbst das niedersächsische Wirtschaftsministerium hat in einer Expertise kurzfristige Maßnahmen zur Entlastung der wichtigen Bahnkorridore vorgeschlagen, von denen einige sogar schon umgesetzt werden“, so Frömming. „Die Y-Trasse braucht kein Mensch, ist zu teuer, zerstört eine intakte Naturlandschaft und käme eh viel zu spät!“
In den kommenden Monaten und Jahren müsse nun mit den vielen kleinteiligen, aber in der Gesamtheit betrachtet effektiveren Ausbaumaßnahmen begonnen werden, so der VCD. Zu diesen Projekten gehört die Ertüchtigung von Bahnlinien der Eisenbahnen- und Verkehrsbetriebe Elbe/Weser (EVB) GmbH sowie der Osthannoverschen Eisenbahn AG (OHE). Neben der derzeit in Angriff genommenen Strecke Harburg – Lüneburg der Deutschen Bahn AG zählt die Linie Rotenburg (Wümme) – Verden (Aller) zu den dringenden Sofortmaßnahmen, die der VCD vorschlägt.
„Hoffentlich gibt es jetzt auch einen Ruck in der Politik! Obwohl sich die meisten Verkehrsexperten seit Jahren über den Nichtnutzen der Y-Trasse einig sind, halten CDU, SPD und FDP bislang unnachgiebig an den Planungen fest. Keiner traut sich, als Erster mit einem Nein zur Y-Trasse aus der Deckung hinaus, weil die jeweils andere Partei sofort versuchen würde, politisches Kapital daraus zu schlagen“, so Frömming. „Verkehrs- und Standortpolitisch sowie mit Blick auf die zu verwendenden Steuergelder ist das ein Trauerspiel!“
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Autor: VCD Niedersachsen.
Tags: Bremen, CDU, FDP, Hafen, Hamburg, Hannover, SPD, Y-Trasse