VCD-Hessen-PM34/2009 – Kasel, 11. November 2009
VCD: „Nutzloser Vier-Kilometer-Tunnel als Haushaltsloch“
Am Donnerstag, 12. November, will Landesverkehrsminister Posch einen Planfestellungsbeschluss für die umstrittene Autobahn 44 Kassel–Eisenach feiern lassen. Es geht um einen fünf Kilometer langen Abschnitt bei Hessisch Lichtenau, von dem vier Kilometer in einem Tunnel verlaufen. Der VCD Hessen hält dieses Bauwerk für „nutzlos“.
„Selbst wenn man die Autobahn als Ganzes nicht in Frage stellen würde, müsste man nicht zuerst einen isoliert sinnlosen Tunnel bauen“, so Landesgeschäftsführer Mützel. Die parallele Bundesstraße 7 ist in diesem Abschnitt gut ausgebaut und hat keine Ortsdurchfahrten. Im Gegensatz dazu geht der VCD davon aus, dass der Tunnel auf 80 km/h beschränkt und für Gefahrguttransporte gesperrt werden wird.
Der Tunnelbau wird besonders aufwändig, da er unter dem Grundwasserspiegel liegt und im betreffenden Bereich Altlasten von Munitionsfabriken gesichert werden müssen. In älteren Veröffentlichungen sind Baukosten von 230 Millionen Euro genannt. Es ist umstritten, welche Auswirkungen das Projekt auf nahe Trinkwasserschutzgebiete haben kann.
Mützel: „Ich vermute, dass nur deshalb gerade hier auf das Tempo gedrückt wird, um Fakten für die Durchsetzung der besonders umstrittenen Nachbarabschnitte Helsa–Kaufungen und Lichtenau–Waldkappel zu schaffen.“ Bei Waldkappel ist ungeklärt, ob und falls ja wie das Verkehrsprojekt mit dem europäischen Naturschutzrecht vereinbar ist; am Hang südlich von Oberkaufungen müsste die Autobahn nah an den Ort heran gerückt werden. Die Alternativtrasse durch die Söhre ist an den jetzt geplanten Abschnitt nicht sinnvoll anzuschließen.
Der VCD bedauert, dass beim Bau der A 44 bei Lichtenau bereits die Trasse der ehemaligen Bahnstrecke Eschwege–Lichtenau (–Kassel) zerstört wurde. Mützel: „Das wird man bereuen, noch bevor die Autobahn fertig ist, aber wahrscheinlich wird sie es nie.“
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Autor: VCD Hessen.
Tags: A44, Planfeststellungsbeschluss, Tunnel