VCD zu neuem Verkehrs- und Umweltminister

VCD-Pressemitteilung 83/09 – Berlin, 24.10.09
Fortsetzung einer autofixierten Verkehrspolitik befürchtet

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) sieht durch die Neu­be­setzung der Posten des Verkehrs- und Umweltministers wenig Hoffnung für eine Wende hin zu einer nachhaltigen Verkehrspolitik. Weder Peter Ramsauer von der CSU als künftiger Verkehrsminister noch Norbert Röttgen (CDU) als neuer Umweltminister hätten sich in der Vergangenheit in den Themen Klima- und Umweltschutz hervor­getan. Für die nächsten vier Jahre unter schwarz-gelber Führung befürchtet der VCD daher eine nahtlose Fortsetzung der autofixierten Verkehrspolitik von Matthias Wissmann (CDU), der zwischen 1993 und 1998 Verkehrsminister war und heute Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) ist. Die CSU habe sich in der Vergangenheit im Bereich Verkehr sehr industriefreundlich gezeigt und im Gegenzug wenig Verständnis für nötige Klima­schutz­maß­nahmen an den Tag gelegt.

Wir hätten uns einen echten Verkehrspolitiker als Minister ge­wünscht, der zukunftsfähige, nachhaltige Mobilität voranbringen will und dem es nicht nur um ein Pöstchen geht“, so der VCD-Bundes­vorsitzende Michael Gehrmann. “Peter Ramsauer und seine Partei, die CSU, sind bisher auf Bundesebene nicht positiv in Erscheinung getreten, wenn es um umwelt- und sozial­verträglichen Verkehr ging. Ganz im Gegenteil: Sie war eine vehemente Gegnerin von CO2-Grenzwerten bei Pkw, befürwortete die unökologische Abwrackprämie, plädierte für eine Senkung der Lkw-Maut und lehnt nach wie vor vehement ein Tempolimit auf Auto­bahnen ab. Auf der Homepage der CSU findet man Verkehr noch nicht einmal als eigenen Politikbereich, sondern der Wirtschaft untergliedert. Das lässt wenig Gutes für die Zukunft erahnen.

Insgesamt erinnere die gesamte Kabinettsbildung eher an ein “proporzgetriebenes Personenkarussell“. Fachkenntnisse scheinen bei der Besetzung der Ministerposten nur eine untergeordnete Rolle zu spielen, so der VCD. Vor allem die Leitung des Ver­kehrs­ministeriums wurde in der Vergangenheit gern Politikern übergeben, die sich in der Partei verdient gemacht haben und gerne re­präsentieren wollen, beispielsweise bei der Eröffnung von Auto­bahn­abschnitten. Zu befürchten sei, dass sich diese Tradition mit Peter Ramsauer fortsetze.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Als Verkehrsminister wird Ramsauer in dem traditionell ver­än­derungs­resistenten Verkehrsministerium wohl keine größeren Reformen angehen wollen. Norbert Röttgen ist noch jünger, deutlich am­bitionierter und wird als Umweltminister Ver­änderungs­kraft und Ab­gren­zung zur Politik der bisherigen Bundes­regierung beweisen müssen. Wir hoffen stark, dass die Ergebnisse der im Dezember anstehenden internationalen Klima­verhandlungen in Kopenhagen die Bundesregierung zu einer fortschrittlichen Klimaschutzpolitik auch im Verkehrsbereich bewegen werden.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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