Deutschland bremst beim EU-Klimaschutz

VCD-Pressemitteilung 79/09 – Berlin, 14.10.09
VCD kritisiert Verwässerungen bei geplanten CO2-Standards für Transporter

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert den erneuten Ver­such der Bundesregierung, ambitionierte, aber notwendige CO2-Vorgaben für die Autoindustrie auf EU-Ebene zu torpedieren. Die EU-Kommission plane, analog zu den bereits beschlossenen CO2-Grenz­werten für Pkw solche auch für Transporter einzuführen. Danach sollen neue Transporter wie Caddy oder Sprinter ab 2013 im Schnitt maximal 175 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen. In einem Schreiben an die EU fordert Deutschland nun trotz aller Be­kennt­nisse zum Klimaschutz eine Verschiebung der geplanten Richtlinie.

Statt den Klimaschutz voranzubringen, betreibt die Bun­des­regierung erneut Lobbypolitik für die Autoindustrie“, kritisiert Werner Korn vom VCD-Bundesvorstand. Dabei werde vor allem die aktuelle Wirtschaftskrise als Argument angeführt, um An­stren­gun­gen zur Steigerung der Energieeffizienz auf die lange Bank zu schieben. Werde der Gesetzentwurf nicht mehr im Oktober ver­öffentlicht, könne aufgrund der Neubesetzung der EU-Kom­mis­sion ein neuer Anlauf erst im nächsten Jahr gestartet werden.

Der durchschnittliche CO2-Ausstoß neuer Transporter in der EU betrug im Jahr 2007 rund 200 Gramm pro Kilometer, was einem Verbrauch von 7,5 Litern Diesel auf 100 Kilometer entspricht. Seit 2007 ist der Verbrauch bei zahlreichen neuen Diesel-Pkw zum Teil um mehr als 20 Prozent gesunken. “Die Verbrauchseinsparungen zeigen, dass die Autoindustrie sehr wohl in der Lage ist, sparsame Fahr­zeuge zu entwickeln. Da in Transportern oft Pkw-Motoren verwendet werden, sind auch in diesem Fahrzeugsegment Ver­brauchs­einsparungen ohne großen Aufwand bereits jetzt möglich“, erläutert der VCD-Verkehrsexperte Michael Müller-Görnert. Zudem würden gewerbliche Unternehmen zunehmend sparsame und um­welt­schonende Nutzfahrzeuge fordern. “Auf lange Sicht sind Ar­beits­plätze in Gefahr, wenn die Autoindustrie nicht endlich damit beginnt, innovative und sparsame Fahrzeugkonzepte auf den Markt zu bringen“, ergänzt Müller-Görnert. So hätten Hersteller, die bereits jetzt entsprechende Fahrzeuge anbieten, deutliche Marktvorteile.

Mit seinem Projekt »Grüne Flotte im Betrieb« hilft der VCD kleinen und mittleren Unternehmen, ihren Kraftstoffverbrauch zu reduzieren und den Schadstoffausstoß ihrer Fahrzeugflotte zu verringern. Weitere Informationen im Internet unter: www.vcd.org/flottenmanagement.html.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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