fairkehr-Titelthema »Die Zukunft des Güter­verkehrs«

VCD-Pressemitteilung 78/09 – Berlin, 09.10.09
Kommt die Umwelt unter die Räder?

Kam Butter Anfang der 1970er Jahre noch aus der regionalen Mol­kerei, hat sie heute in der Regel einige tausend Trans­port­kilometer hinter sich, ehe sie im Supermarktregal landet. Auch Nordseekrabben fahren zum Pulen einen Umweg über Marokko, bevor sie hinterm Deich verkauft werden. An wenigen Orten, mit wenig Personal und oft für geringen Lohn wird extrem effizient Massenware produziert. Das rechnet sich aus betriebs­wirt­schaftlicher Sicht, denn für die Unternehmen schlagen die langen Wege mit nur wenigen Cent pro Krabbe oder Butter­päckchen zu Buche. Laut Bundesverkehrsministerium soll der Güter­verkehr trotz Wirtschaftskrise und langfristig steigendem Ölpreis sogar weiter zunehmen. Sicher ist, dass er umwelt­freundlicher gestaltet werden muss. Wie das aussehen kann, zeigt der Ver­kehrs­club Deutschland e.V. (VCD) in der aktuellen Ausgabe seiner Mitgliederzeitschrift fairkehr auf.

Lkw belasten die Umwelt. Seit Mitte der 1990er Jahre steigen die klimaschädlichen CO2-Emissionen durch den Schwerlastverkehr europaweit jährlich um zwei Prozent an. Weniger Leerfahrten, Spritsparschulungen für Fahrer und effizienteren Motoren sind einige der Maßnahmen, mit denen die Bundesregierung den Güterverkehr sauberer machen will. Doch auch Telematik und der achtspurige Ausbau von Autobahnen sind vorgesehen. Dabei deckt die Lkw-Maut schon heute nicht einmal die von den schweren Fahrzeugen auf den Autobahnen verursachten Infrastrukturkosten. Eine Erhöhung, wie vom EU-Parlament vorgesehen, um externe Kosten zu mindern, wird von deutscher Seite bisher erfolgreich blockiert. Auch Verbrauchsgrenzwerte für Lkw oder das generelle Tempolimit, wie vom VCD seit Jahren gefordert, fehlen weiterhin.

Um den Güterverkehr insgesamt umweltverträglicher zu machen, müssen mehr Güter auf der Schiene statt auf der Straße transportiert werden. Doch die Kapazitäten der Bahn sind auf wichtigen Hinterlandverbindungen wie der Rheinschiene bereits jetzt mehr als ausgelastet. “Für die prognostizierten Ver­kehrs­zuwächse reicht das, was gemäß offizieller Planung derzeit in der Pipeline ist, bei weitem nicht aus“, urteilt Thomas Rössler von der Hamburger Unternehmensberatung HTC, in der fairkehr. Ausbau der Infrastruktur, Elektrifizierung und die Entlastung wichtiger Knoten­punkte seien unumgänglich, um der Verkehrsverlagerung auf die Schiene eine echte Chance zu geben.

Dass »klimaneutraler« Warenverkehr auch für Geschäftskunden als Wettbewerbsvorteil immer interessanter wird, haben einige Transportunternehmen bereits erkannt. So gleicht etwa die Deutsche Post CO2-Emissionen, die durch den Transport ent­stehen, bei Bedarf durch unternehmensinterne oder externe Klima­schutz­projekte aus. “Unsere Kunden werden von ihren Kunden gefragt, was sie denn für den Klimaschutz tun“, erläutert Michael Lohmeier, GoGreen-Experte der Deutschen Post, im fairkehr-Interview. Die Deutsche-Bahn-Tochter DB Schenker Rail ersetzt die für den Transport benötigte Energie auf Wunsch des Kunden durch teureren Öko-Strom. Hier bemängelt der VCD jedoch, dass die DB nicht aus eigenem Antrieb den Strommix, den sie nutzt, grüner macht, sondern die Kunden dafür zahlen lässt.

Alle Artikel zum Titelthema »Die Zukunft des Güterverkehrs« lesen Sie in der Ausgabe 05/2009 der VCD-Mitgliederzeitschrift fairkehr, dem Magazin für Umwelt, Verkehr und Reisen.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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Eine Antwort zu “fairkehr-Titelthema »Die Zukunft des Güter­verkehrs«”

  1. Corillo BLOG sagt:

    Emissions-Ampel?…

    Sollten Verbraucher besser über den Emissionsausstoß von Lebensmitteln aufgeklärt werden?
    ……

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