VCD Pressemitteilung 69/09 – Berlin, 08.09.2009
Unverantwortliche Einsparpolitik – Berlin muss S-Bahn-Ausschreibung sofort starten
Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert aufs heftigste das erneute Chaos bei der Berliner S-Bahn. Es sei inakzeptabel, dass sich erhebliche Einschränkungen des S-Bahn-Verkehrs aufgrund von Sicherheitsmängeln innerhalb von nur wenigen Monaten wiederholten. Aufgrund von Mängeln an den Bremsen hat die Deutsche Bahn AG als Mutterkonzern der Berliner S-Bahn am Montagabend entschieden, drei Viertel der S-Bahn-Züge in Berlin umgehend aus dem Verkehr zu ziehen. Erst im Juli musste die Berliner S-Bahn aufgrund von Schäden an den Rädern zahlreiche Züge vom Gleis nehmen und Strecken zeitweise stilllegen.
Einen Offenbarungseid nannte der VCD das Eingeständnis von Ulrich Homburg, Personenverkehrschef der DB AG, dass der gefundene Schaden an den Bremsen kein Konstruktions- sondern ein Wartungsfehler sei. Damit sei klar, dass es bei der S-Bahn unverantwortliche Einsparungen im Sicherheitsbereich gegeben habe. Diese seien auf den überhöhten Renditedruck im Rahmen des geplanten Börsengangs der DB AG zurückzuführen, so der VCD.
Heidi Tischmann, Bahnexpertin des VCD: “Es ist ein Skandal, dass im Öffentlichen Verkehr auf Kosten der Sicherheit und damit auf Kosten der Kunden gespart wird. Für ein attraktives Angebot ist es unabdingbar, dass sowohl die Züge als auch die Infrastruktur instandgehalten werden. Das, was derzeit in Berlin passiert, darf sich nicht noch einmal wiederholen.“
Eine Kündigung des S-Bahn-Vertrages und Neuverhandlungen hält der VCD für nicht zielführend, dafür aber Nachverhandlungen. Die S-Bahn habe schon einmal jahrelang keinen Vertrag mit dem Senat gehabt und sei trotzdem gefahren. Der Senat habe in dieser Zeit keine stärkere Verhandlungsposition gegenüber der Berliner S-Bahn gehabt, da es keinen anderen Anbieter gab, der kurz- oder mittelfristig hätte fahren können. Daran habe sich bis heute nichts geändert.
Stefan Kohte, Bahnexperte des VCD-Landesverbandes Nordost: “Mit den S-Bahn-Ausschreibungen für 2017 soll erst nach der kommenden Wahl 2011 begonnen werden. Für Wettbewerber ist dieser Zeitplan aber viel zu knapp, da es sich bei den Berliner S-Bahn-Zügen um eine einmalige Sonderkonstruktion handelt. Deswegen fordern wir, dass mit den Vorbereitungen für die Ausschreibung sofort begonnen wird. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass auch Wettbewerber funktionsfähige, getestete Fahrzeuge im Angebot haben.“
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Autor: VCD-Bundesverband.
Tags: Berlin, S-Bahn, Sicherheit
Als leidtragender, langjähriger Jahres-Abo-Kunde ist es nicht mehr hinnehmbar, wenn die S-Bahn Berlin mittlerweile seit einem Vierteljahr im Caos versinkt und mit “Notfahrplänen” nur ein Viertel des vertraglichen Fahrplanangebotes erfüllt. Auf eine angemessene Entschädigung wird man wohl nicht hoffen können, denn ein oder vielleich höchsten zwei Monate “Freifahrt” in ferner Zukunft ist doch sehr ungewiss. Aus rechtlicher Sicht ist es Betrug, wenn man den Abo-Kunden weiterhin monatlich den vollen Abo-Preis vom Konto einzieht, ohne die dafür von den Abo-Kunde zu erwartende Leistung erbringt.
Falls die langsam bekannt werdenden Einzelheiten, die zu dem unhaltbaren Zuständen bei der S-Bahn Berlin geführt haben, nur halbwegs richtig sind, dann wurde der Vertrag von der S-Bahn Berlin GmbH mit dem Senat von Berlin im Jahr 2004 “arglistig” erschlichen, da die nicht durchgeführte Wartung des “Fuhrparks” der S-Bahn wohl bis in das Jahr 2004 zurückreichen und wahrscheinlich noch viel eher keinerlei ordentliche Wartung der neuen Baureihen erfolgt ist.
Die “Rechnung” der S-Bahn Berlin direkt nach der Wende in Deutschland die alten S-Bahnen (zum Teil noch aus den 30er Jahren und noch älter) durch Neukonstruktionen (mit vielen “Konstruktionsfehlern”, man denke nur an die Baureihe 482, die keine zu öffnenden Fenster hatten und im ersten Sommer zum “Brutkasten” wurden) zu ersetzen, um dann die Instandhaltung einschränken zu können, hat letztlich zu diesem Caos (dem “Verlust” des gesamten “Fuhrparkes”) geführt.
Der Senat von Berlin ist trotz dieser Fakten nicht gewillt, den Vertrag mit der S-Bahn Berlin GmbH zu kündigen oder eigentlich für nichtig zu erklären.
Als S-Bahn Kunde würde ich jetzt erwarten, dass ich für 1/4 der Leistung auch nur 1/4 bezahlen muss und für die in der längeren Vergangenheit (wahrscheinlich der letzten 10-20 Jahre) nicht erbrachten Leistungen (ordentliche Wartung des “Fuhrparkes”) eine angemessene Rückzahlung erfolgt. Man bezahlt nicht nur den fahrplanmäßigen Betrieb, sondern natürlich auch alle dafür notwendigen betrieblichen Abläufe, die insbesondere auch in der Zukunft einen ordnungsgemäßen Zugbetrieb ermöglichen.
Einzige Konsequenz, die man als Nahverkehrs-Kunde hat, ist die ordentliche oder falls es irgendwie möglich sein sollte, die sofortige Kündigung eines Abos bei der S-Bahn Berlin GmbH und ein neues Abo bei der BVG Berlin.
Bin von der Arbeit zurück und die S-Bahn fuhr auch heute nicht nach dem “Notfahrplan”. Wenn die S-Bahn nach dem normalen Fahrplan fährt, benötige ich ca. 45 Minuten zwischen Arbeiststelle und Wohnung. Heute habe ich 110 Minuten gebraucht. Was war geschehen?
Als ich auf den Bahnsteig der Ringbahn nach ca. 5 Minuten Fußweg kam, konnte man in schöner blau-weißer Laufschrift auf der Anzeige lesen “Wegen eines Schadzuges kommt es bei der R42 zu Verspätungen”. Egal, der nächste Zug der Rinbahn 42 wird mit Abfahrt in 5 Minuten angezeigt und der darauffolgende mit 15 Abfahrt in 15 Minuten. Läuft doch alles normal nach “Notfahrplan”, könnte man denken: Alle 10 Minuten eine Ringbahn statt sonst üblicher 5 Minuten ohne “Notfahrplan”. Naja, nicht ganz, denn die in 5 Minuten avisierte Bahn fährt nur bis Südkreuz, laut Anzeige. Aber auf die Anzeige kann oder sollte man sich in Zeiten der “Notfahrpläne” eh nicht verlassen.
Die fünf Minuten vergehen und werden wie üblich im Minutentakt auf der Anzeiger heruntergezählt bis auf 2 Minuten. Dann wechselt die Anzeige und signalisiert dass der Zug aus drei Viertel-Zügen (also 6 Wagen) besteht. Alles noch “normal”, als wäre nichts Ungewöhnliches (Vollzüge mit 8 Wagen fahren ja schon seit Jahren nichtmehr auf der Ringbahn, egal wie voll die Züge auch im Berufsverkehr sind).
Die Anzeige wechselt auf Abfahrt in einer Minute. Oder wird die Ankunftszeit angezeigt? Wohl eher nicht, denn “Fahrplanzeiten” sind wohl bei der Bahn Abfahrtszeiten. Wie üblich verlicht dann auch noch die 1 Minuten Anzeige und eigentlich sollte man nun die Bahn sehen können, wenn sie denn nicht schon eingefahren ist. Aber keine “Ringbahn” 42, die nur bis Südkreuz fahren würde und nicht im vollen Ringverkehr, ist zu sehen. Als erfahrener S-Bahn “Kunde” weiß man, was jetzt kommt: Die Anzeige wechselt wieder auf Anfahrtszeit in 2 Minuten und das “Spiel” geht von vorne los. Wie oft sich das dann wiederholt, hängt von der Verspätung ab oder die Minuten werden in die “Länge” gezogen, so dass erst nach 1 1/2 oder 2 oder 3 oder … Minuten die Anzeige von 2 Minuten auf 1 Minute wechselt usw.
Na ja mit “nur ca. 4 Minuten Verspätung” ist dann schon die Ringbahn, die nur bis Südkreuz fährt oder fahren wird, in der Ferne zu sehen und fährt auch zügig in den Bahnhof ein. Aber schon bei der Einfahrt erkennt man, dass die 6 Wagen übervoll sind. Wer jetzt keinen guten Ausgangspunkt hat und nicht unmittelbar neben einer, hoffentlich funktionsfähigen, Tür eines Wagens der haltenden Bahn steht, hat in dem Caos aus Austeigenden und Einsteigewilligen (natürlich einige Unbelehrbare mit Fahrrädern darunter, die sich mit viel Druck versuchen durchzusetzen) keine Chance in das Wageninnere zu gelangen.
Bei der mittlerweile üblichen “Selbstabfertigung” der Züge durch den Zugführer, hat dieser wohl den Überblick über den “Füllstand” seines Zuges vollständig verloren und fordert die wartenden Fahrgäste doch nett auf: “Benutzen sie auch die vorderen Türen (Wagen sind da wohl gemeint) zum Einsteigen”. Aber egal ob Vorne, in der Mitte oder am Ende des 3/4 Zuges, alle Wagen sind brechend voll. Da kein Einsteigen mehr möglich war, tritt man dann “freiwillig” und ohne weitere Aufforderung von der Bahnsteigkante zurück, damit der Zugführer sich selbst abfertigen kann. Man hofft eben, dass die nächste Bahn vielleicht nicht ganz so voll ist.
Der Zug fährt ab und das “Spiel” der Anzeige beginnt von vorne: Die Abfahrtszeit des nachfolgenden Zuges ist ja mittlerweile auch schon wieder bei Abfahrt in 3 Minuten! Leider kommen aber an der anderen Bahnsteigseite aller 20 Minuten Bahnen an, die hier enden und fast alle Fahrgäste aus diesem Zug wollen dann mit der nächsten Ringbahn weiter. Jetzt beginnt der Wettlauf der Zeiten in den Anzeigen für den bald erwarteten und hier endenden Zug und der Abfahrtzeit der nächsten Ringbahn. Den Wettlauf hat dann eindeutig der endende Zug gewonnen und der Bahnsteig füllt sich dramatisch mit Umsteigewilligen, die nun auch auf eine Ringbahn warten.
Mit der bereits vom vorhergehnden Zug bekannten Verspätung kommt dann auch die nächste Ringbahn. Man ahnt es schon, noch mehr Fahrgäste auf dem Bahnsteig, die Ringbahn wieder brechend voll, nur Wenige haben eine Chance in diese Ringbah einzusteigen. Also wieder auf die nächste Ringbahn warten, wobei ich jetzt schon gut 20 Minuten auf dem Bahnsteig bin, aber bereits in zwei Ringbahnen nicht hineingekommen bin. Aber man hat ja immer drei Versuche und bei der dritten Ringbahn nach nunmehr über 30 Minuten Wartezeit auf dem Bahnsteig hatte ich endlich einen guten Ausgangspunkt zum Einsteigen. Nicht alle sind auch in diese Ringbahn reingekommen, so ist das eben in Zeiten eines “Notfahrplanes”.
Wie würde ein Bahnsprecher jetzt sagen: “Auf Grund von erhöhtem “Fahrgastaufkommens” kommt es zu Verzögerungen im Betriebsablauf. Wir bitten Sie um Verständnis!” So oder so ähnlich lauteten noch vor Kurzem die automatischen Lautsprecher-Ansagen auf den Bahnsteigen, Es hat doch ca. 2 Monate gebraucht, ehe man diese in Zeiten eines “Notfahrplanes” unsinnigen Ansagen abgestellt hat. Naja, wegen des “erhöhten Fahrgastaufkommens” dauert das Aus- und Einsteigen an jedem Bahnhof etwas länger und die “Reisezeit” (nicht die “Fahrzeit”) verlängert sich entsprechend.
Der “Anschluss” von der Ringbahn zu meiner “Ziel” S-Bahn war damit auch nicht mehr in der gewünschten Form möglich. Also wieder warten, ist ja nicht ungewöhnlich in Zeiten eines “Notfahrplanes”. Dass dann der “Anschluss” von der S-Bahn zur Straßenbahn auch nicht funktioniert, daran hat man sich ja in den letzten Wochen und Monaten des “Notfahrplanes” bei der S-Bahn gewöhnt. Ist aber auch nicht ganz so schlimm, denn die Straßenbahn der BVG fährt auch jetzt fahrplanmäßig aller 10 Minuten, meist ohne nennenswerte Verspätung und manchmal voll, aber eigentlich nie übervoll, so dass kein Mitkommen möglich wäre.
Wie will eigentlich meine “vertrödelte” (Fahr)Zeit die S-Bahn vergüten? Mit dem von einigen Politikern geforderten “Mindestlohn” in Höhe von ca. 7,50EUR/Stunde oder mit meinem Nettolohn von ca. 14…15EUR/Stunde, die ich ja statt auf die S-Bahn zu warten, auch mit produktiver und bezahlter Arbeit nutzen könnte.
Ich glaube, man könnte sich einen schönen Urlaub leisten und von den Strapazen des “Notfahrplanes” gut erholen, wenn man mal alles zusammen rechnet, was die S-Bahn einem Schuldet:
Rückzahlung eines Teiles (25% wären da wohl angemessen für die offensichtlich stark vernachlässigte Instandhaltung des Fuhrparkes) der in den letzten 10-20 Jahren gezahlten Fahrpreise.
Rückzahlung eines Teiles des Fahrpreises für die Zeiten von “Notfahrplänen” (50…75% wären da wohl angemessen, wenn nur 50…25% des Fahrplanes angeboten werden).
Vergütung der verlängerten “Reisezeit” in den Zeiten der “Notfahrpläne” (wenigstens 7,50/Stunde und in meinem Fall wohl eher 14…15EUR/Stunde).
Und nicht zu vergessen, eine angemessene Entschädigung für die Gefährdung von Leben durch die Verwendung von schlecht oder nicht gewarteten S-Bahn Zügen in der Vergangenheit (wohl wenigstens in den letzten 5…10 Jahren, wenn nicht sogar in den letzten 15…20 Jahren.
Wenn das alle S-Bahn Kunden versuchen durchzusetzen, dann müsste wohl der Vorstand der Bahn AG tief in die eigene Tasche greifen. Es geht um Millionen, Milliarden Entschädigungssummen!
Neuer Tag, neues “Glück” mit dem Caos im Berliner Nahverkehr.
Heute ist alles anders als in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten mit dem “Notfahrplan” der S-Bahn: Es ist die für mich wichtige Kreuzung Bornholmer Str./Schönhauser Allee bis Montag vollständig für den Verkehr gesperrt. Es wird planmäßig die Hochbahnbrücker der U2, die dieses und nächstes Jahr saniert wird, eingebaut. Keine U-Bahn U2, keine Straßenbahn zwischen Pankow und Schönhauser Allee, die S-Bahn S8 (fährt nur im “Vorortverkehr zwischen Hohenneuendorf und Blankenburg) und S85 (vollständig eingestellt) stellt mit dem dem “Notfahrplan” auch kene Verbindung zwischen Pankow und Schönhauser Alle her. Waren schon die eingestellten S-Bahnverbindungen sehr hinderlich, bleibt bis Montag nur noch der BVG Ersatzverkehr für die U2 und die Straßenbahnen mit Bussen und die müssen sich natürlich auch über Umwege an der gesperrten Kreuzung vorbeiquälen.
Über den “Früverkehr” schreibe ich hier nicht: Ich bin in der glücklichen Lage, erst nach ca. 8 Uhr zur Arbeit gehen zu müssen. Da ist der morgendliche Berufsverkehr fast vorbei und es gibt nichts “Aufregendes” zu berichten. Nur der verlängerter “Weg” wegen der nichtfahrenden S8 und S85 ist hinderlich. Selbst der Versuch mit der S2 nach Gesundbrunnen zu fahren und dort in die Ringbahn umzusteigen ist am Vormittag recht problemlos, aber die S2 fährt im “Notfahrplan” eben nur alle 20 Minuten. Im “Normalfahrplan” stehen einem ein 10 Minutenverkehr in Richtung der Ringbahn (S8 oder S2 mit Umsteigen und prompten Anschluss in Bornholmer Str. an die S85) zur Verfügung. Aber das gibt es eben so nichtmehr.
Wie kommt man aber Freitags im nachmitttäglichen Berufsverkehr nach Pankow:
Auf dem Weg zum S-Bahnhof konnte ich keine S-Bahn aus der für mich wichtigen Richtung erblicken. Das kann gut sein, denn wenn in ca. 5 Minuten keine S-Bahn gefahren kommt, kann das Warten auf die nächste S-Bahn nur entsprechend kürzer sein und bei einem 10 Minuten-Takt der Ringbahn im “Notfahrplan” also höchstens noch 5 Minuten betragen. Das kann aber auch ganz schlecht sein, es fährt keine Ringbahn im 10 Minuten-Takt des “Notfahrplanes”.
Auf dem Bahnsteig angekommen, steht in der Fahrtrichtungsanzeige, dass die nächste Ringbahn in 12 Minuten und die übernächste in 22 Minuten abfahren (kommen?) soll. Meine Beobachtung auf dem Weg zum Bahnhof und der gut gefüllte Bahnsteig sagt mir, hier ist schon einige Zeit vergangen, ohne dass eine Ringbahn gefahren wäre. Nichts mit 10 Minuten-Takt beim “Notfahrplan” auf der Ringbahn.
Misstrauisch sehe ich nach dem Fahrtrichtungsanzeiger auf der anderen Bahnsteigseite und da wird dann angezeigt, dass die hier endede S-Bahn in 8 Minuten abfahren (oder ankommen?) soll. Alles wie gestern, erst kommt die hier endende S-Bahn mit vielen Umsteigern auf die Ringbahn und dann kommt die Ringbahn.
Die Wartezeit verläuft wie gewohnt, die hier endende S-Bahn fährt ein. Oh Schreck, schon beim Einfahren erkennt man, diese S-Bahn ist mehr als übervoll. Die Fahrgäste stehen sprichwörtlich wie “in eine Ölsardinenbüchse gepresst”. Da passte garantier kein weiterer Fahrgast mehr rein und die Drinnen sind, sind jetzt froh, dass sie aussteigen können. Wie kommt das? Die Erklärung ist einfach: Der S-Bahn gehen wohl langsam aber sicher die Wagen aus. Die letzten Tage noch war diese S-Bahn ein 3/4 Zug bestehend aus 6 Wagen, heute war es ein sogenannter Kurzzug (1/2 Zug) mit nur 4 Wagen. Naja, der Zug kommt ja nur vom Flughafen Schönefeld, fährt nur an der “Wissenschaftsstadt” Adlershof vorbei, um dann im Treptower Park zu enden, statt wie früher nach Spandau weiterzufahren. Das ist aber nur teilweise mit dem “Notfahrplan” begründet, durch den unbedingt nötigen und längst überfälligen Umnau des Ostkreuzes gibt es keine Verbindung mehr in Richtung Spandau, so dass die Bahn vor dem jetzigen “Notfahrplan” im “eingeschränkten” Fahrplan ursprünglich über den Ring bis Schönhauser Alle und von dort weiter in Richtung Pankow fuhr. Das war natürlich gut für mich, gab es aber nur wenige Tage so.
Egal, wofür braucht man 6 Wagen im 20 Minuten-Takt von einem Flughafen über die Station, die für viele Studenten wichtig ist, zur Ringbahn, wenn auch ein Kurzzug mit nur 4 Wagen “vollkommen ausreichend” ist.
Wie auch immer, die Ringbahn kommt und kommt so unglücklich zum Stehen, dass ich genau zwischen zwei Türen stehe. Ich entscheide mich für die rechte Tür. Aber es steigen nur wenige aus der schon vollkommen überfüllten Ringbahn aus (wer will schon zum Treptower Park, da gibt es nur die Schiffsanlegestelle) und Massen wollen einsteigen. Es siht nicht gut für mich aus, in diese Ringbahn zu gelangen. Ich schaue nach links und dort steigen die Wartenden “zügig” ein. Als nur noch zwei Fahrgäste vor der linken Tür beim Einsteigen waren, entschloss ich mich sofort, es dort noch schnell zu versuchen, das Wageninnere zu erreichen.
Direkt vor der Tür angekommen, sieht man, es ist auch hier voll, aber vielleich noch nicht “übervoll”. Genau in dem Augenblick ertönt das TA-TÜ und die rote Warnlampe über Tür blinkt, was bedeutet: Gleich “schnappt” die Tür zu. Eigentlich wollte ich mich unter diesem Umstand nichtmehr in den Wagen “drängeln” und zurücktreten, damit der Zugführer sich selbst abfertigen kann. Nichts da, von hinten werde ich plötzlich mit viel Druck durch die Tür in das Wageninnere gepresst, ohne dass ich das so je gewollt hätte. Ein kräftiger Arbeiter mit Rucksack, der plötzlich hinter mir war und die Chance, doch noch mit “Gewalt” in den Zug zu kommen, ergriffen hatte, war mir beim “schnellen Einsteigen” in den übervollen Zug “behilflich”. Schon schloss sich hinter uns mit Macht die Tür und mit etwas hin- und hergedrehe war auch nichts eingeklemmt. Ich wünsche Niemanden, zwischen eine sich gerade schließende S-Bahn Tür zu kommen, die Tür klemmt mit viel Druck alles,was ihr beim Schließen im Weg ist, zusammen und lässt auch nicht wieder locker. Ich habe schon Fälle gesehen, bei denen “Unerfahrene” S-Bahn Benutzer mit einer Hand im Wageninneren waren und dann draußen mit der anfahrenden S-Bahn mitlaufen mussten. Die Türen lassen sich nur noch von Innen “Notöffnen” und das macht man nicht mit einer in der Tür eingeklemmten Hand, aber aus der Tür bekommt die Hand auch nichtmehr. Ein sich selbstabfertigender Zugführer überblickt solch eine Gefahr auch nicht unbedingt bei einem gut “gefüllten” Bahnsteig”. Da kann man nur hoffen, dass Fahrgäste im Innern des Wagens schnell reagieren, denn der Zug beschleunigt beim Anfahren sehr schnell und selbst der schnellste “Läufer” verliert am Ende des Bahnsteiges im wahrsten Sinne der Worte “den Boden unter den Füßen”, wenn er denn überhaupt bis dahin ohne Blessuren kommt.
Aber schön, ich bin mit der erst besten Ringbahn mitgekommen und fahre jetzt im Berufsverkehr nicht bis Gesundbrunnen, auch wenn die Anzeigen und die Ansagen mich davon überzeugen wollen, dass dies mein “Ersatzweg” während des “Notfahrplanes” wäre. Das Macht keinen Sinn, alle 10 Minuten kommt in Gesundbrunnen aus beiden Richtungen eine Ringbahn und nur alle 20 Minuten kommt aus dem Stadtinneren eine S2 in Richtung Pankow, die zu dieser Zeit schon voll bis “übervoll” ist. Ich fahre bis Schönhauser Allee und will mit dem Schienenersatzverkehr der BVG zu meiner Straßenbahnlinie fahren. Das ist zwar wegen der vollgesperrten Kreuzung Schönhauser Allee/Bornholmer Str. mit größeren Umwegen verbunden, aber es ist ja Freitagnachmittag und man hat ja Zeit und Verständnis für die Umstände.
Ber Ersatzverkehr-Bus kommt auch innerhalb von weniger als einer Minute, ist halbleer, vereinzelte Fahrgäste warten nur, so dass ich einen bequemen Sitzplatz finde. Da ist es nun wirklich egal, wie lang der Umweg mit dem Bus ist und dauert, ich sitze, endlich. Schade, als der Bus bei der Straßenbahn ankommt ist diese gerade vor ca. 1 Minute abgefahren und ich kann sie noch in der Ferne wegfahren sehen. Auch nicht schlimm, in knapp 10 Minuten kommt die nächste Straßenbahn und darauf kann man sich verlassen.
Trotz aller Umstände und weil ich in die Ringbahn “gedrängt” wurde, bin ich heute richtig schnell nach Hause gekommen: ca. 95 Minuten ist in diesen Zeiten von “Notfahrplan” bei der S-Bahn und Ersatzverkehr bei der BVG “rekordverdächtig” für eine Strecke, die man unter normalen Umständen in ca. 45 Minuten bewältigt.
Es geht doch, aber nur am Wochende!
Leider musste ich sowohl am Sonnabend (gestern), wie auch am Sonntag (heute) arbeiten. Es gibt eben Arbeiten, die man nur am Wochenende durchführen kann.
Früh morgens wurde ich beide male von Kollegen abgeholt und am frühen (sonnabend) bzw. späten (Sonntag) Nachmittag mit dem öffentlichen Persohnennahverkehr nach Hause fahren. Fazit: Auch zu Zeiten eines “Notfahrplanes” der S-Bahn ist die “Reisezeit” akzeptabel, aber nur am Wochenende.
Am Sonnabend brauchte ich ca. 55 Minuten und am Sonntag 65 Minuten, für eine Strecke, für die man ohne “Notfahrplan” der S-Bahn ca. 45 Minuten benötigt. Dass es ca. 10 bzw. 20 Minuten länger war, lag hauptsächlich am baubedingten Schienenersatzverkehr der BVG und nur zum geringen Teil am “Notfahrplan” der S-Bahn.
Naja, ab Montagfrüh fährt der Schienenersatzverkehr keinen so großen Umweg, weil die Kreuzung Schönhauser Allee/Bornholmer Str. wieder befahrbar ist. Aber große Hoffnungen habe ich nicht, dass dies in der Woche zu kürzeren “Resizeiten” innerhalb Berlins führt. Noch bestimmt der “Notfahrplan” der S-Bahn mine Wegzeiten.
Die neue Woche bringt neue Erfahrungen.
Den 10 minütigen “Regelverkehr” auf der Ringbahn während des “Notfahrplanes” der S-Bahn, der jetzt in die dritte Woche geht, gibt es wohl immer noch nicht. Jetzt sind zwar die Züge leerer, wohl weil täglich mehr als 400.000 Fahrgäste weniger die S-Bahn nicht mehr benutzen, aber die Fahrten werden damit auch nicht besser. Offensichtlich versucht man, die noch vorhandenen S-Bahn Wagen “zu strecken”, in dem man etwas langsamer fährt und etwas länger in jedem Bahnhof steht. Das bringt dann zwischen zwei Stationen ca. 30 Sekunden mehr Fahrzeit und in jedem Bahnhof ca. 30 Sekunden mehr Aufenthalt, macht in der Summe von acht Stationen auf dem Weg ca. 8…12 Minuten längerer Wegezeit. Kommt noch hinzu, dass der Abstand der Bahnen eher ca. 12 statt 10 Minuten beträgt, vergrößert dies die durchschnittliche “Reisezeit” auch noch. Zwei Minuten “Verspätung” wären nicht mal bei einem Zugabstand von 5 Minuten des “Regelfahrplanes” unpünklich, das ist eine S-Bahn laut Vertrag erst bei mehr als drei Minuten Verspätung. Da gibt es im “Regelfahrplan” einige Einsparungsmöglichkeiten: Statt 5 Minuten Takt einfach 7,5 Minuten Takt auf der Ringbahn und trotzdem keine Verspätungen. So kommt man natürlich ganz einfach auf 95…99% Pünktlichkeit, auch wenn der Fahrgast es ganz anders empfindet.
Gut die S-Bahnen sind jetzt nicht mehr so voll, dafür aber die Busse des Schienenersatzverkehrs für die U-Bahn U2 und die Straßenbahnlinien M1 und 50 zwischen Schönhauser Allee und Pankow. Irgendwie war das die vergangenen Wochen besser. Na ja, man kann nicht alles Gute zusammen haben. Somit beträgt dann meine Wegezeit dann doch wieder 70, 80, 90, … Minuten.
Man glaubt es nicht, seit dem jetzigen “Notfahrplan” habe ich es heute nur gut 60 Minuten, statt der im “Normalfahrplan” üblichen ca. 45 Minuten, gebraucht. Fast alles ging mal fast “reibungslos”:
Die S-Bahn kam innerhalb von 3 Minuten und war nur gut voll, mit etwas Umsicht habe ich sogar einen Sitzplatz gefunden. Die Fahrt der S-Bahn war zügig, wie man es eben von einem Zug erwartet. Die (Selbst)Abfertigung an den Stationen (Bahnhöfen) wurde nicht, wie in den vergangenen zwei Tagen, in die Länge gezogen. Nur wegen des “Notfahrplanes” fährt eben keine S8 oder S9 in Richtung Pankow, so dass ein Umsteigen, wo auch immer, nötig ist.
Obwohl den Fahrgästen mit Fahrtziel in Richtung Pankow und weiter durch die Ansagen auf den Bahnhöfen “empfohlen wird”, doch bis Gesundbrunnen mit der Ringbahn zu fahren und dort in die alle 20 Minuten verkehrende S2 umzusteigen, steige ich lieber in Schönhauser Allee aus, um mit dem Schienenersatzverkehr der BVG für die wegen Bauarbeiten nicht fahrende U2, M1 bzw. 50 nach Pankow weiterzufahren. Nachmittags ist die im “Notfahrplan” nur alle 20 Minuten”stadtauswärts” fahrende S2 in Gesundbrunnen schon meist sehr voll bis “übervoll”.
Ich sehe gerade noch den halbvollen Ersatzbus in der Schönhauser Allee abfahren, aber anders als in den letzten beiden Tagen kam der Nächste in weniger als 5 Minuten und war auch nur halbvoll. Da heute offensichtlich mehr Busse im Ersatzverkehr eingesetzt sind (hat da die BVG hier meine gestrige Schilderung mitgelesen und sofort reagiert oder ist das alles nur Zufall?), geht die Fahrt mit dem Bus so schnell, wie es eben auf einer halbgesperrten Hauptverkehrsstraße (Schönhauser Allee) möglich ist. In Pankow-Rathaus braucht der Bus dann als Rechtsabbieger an der Ampelkreuzung mehrere Ampelphasen, um endlich seine Endstation zu erreichen. Dabei sehe ich in meine Richtung eine Straßenbahn (M1/50) wegfahren. Da die Straßenbahn aller 10 Minuten fährt, wäre jetz eine entsprechende Wartezeit nötig. Aber die weggefahrene Straßenbahn war wohl etwas spät dran und die nächste kam schon in ca. 6 Minuten. Jetzt kann es eigentlich keine weiteren Verzögerungen geben, aber kurz vor Buchholz-Kirche stand dann doch noch ein Autotransporter im Weg, so dass hier ca. 1…2 Minuten vergingen, ehe die Straßenbahn weiterfahren konnte.
Natürlich musste ich auch die vergangenen Tage die S-Bahn im Caos “erleben”, kann aber erst heute was dazu schreiben:
Vorgestern war mal wieder der Tag der “Bummel-Bahn” und langsamen Abfertigung. Auch von einem “Notfahrplan” mit 10 minütigem Zugabstand auf der Ringbahn kann man nicht reden, wenn man ca. 15 Minuten auf dem Bahnhof warten muss und nicht mal den voherigen Zug hat wegfahren sehen. Auch der Ersatzverkehr mit Bussen war dramatisch schlecht. Der Bus war so voll, dass der Busfahrer an mehreren Haltestellen erstmal den Motor abstellen musste, um einige Fahrgäste, die im Türraum standen und damit das Schließen der Türen verhinderten, zum wieder Aussteigen zu bewegen. So kommt man nicht in ca. 60 Minuten an sein Ziel und es waren wieder mal ca. 90 Minuten, statt der ca. 45 Minuten bei “normalem” Nahverkehr in Berlin.
Gestern war es nicht viel anders, aber eine neue Variante der Zeitanzeige bis zur nächsten S-Bahn konnte ich dann doch beobachten:
Auf dem Bahnhof angekommen stand in der Anzeige 12 Minuten. Wäre ja dann ein knapp “pünktlicher” 10 Minuten Takt, aber den vorhergehenden Zug habe ich auch nicht mehr gesehen, so dass also der Zugabstand wohl zu dem Zeitpunkt schon deutlich größer als 10 Minuten wäre. Bis zur Anzeige, dass die nächste Bahn in 5 Minuten kommen (oder abfahren) würde, war eine Anzeigeminute eine Zeitminute, dann aber verging die angezeigte Zeit merkbar langsamer, als der Ablauf der Uhrzeit eigentlich ergeben würde. So vergingen bis zur Anzeige von 2 Minuten bis zur nächsten Bahn nicht die Differenz von 3 Minuten, sondern es waren reale 5 1/2 Minuten und eine “gefühlte Ewigkeit”. Man ahnt es schon, jetzt kommt das “Spiel” mit der Anzeige: Zug kommt in 1 Minute, Zug ist da (natürlich nicht in Wirklichkeit, aber laut Anzeige), Zug kommt in 2 Minuten, Zug kommt in 1 Minute (wobei das auch “gestreckte” Minuten sind) usw. Egal, man wartet geduldig bis die S-Bahn einfährt, irgendwann muss ja mal eine kommen. So sind natürlich auch wieder keine “rekordverdächtigen” Zeiten möglich. Aber dafür gab es wieder mal mehr Busse für den Ersatzverkehr (wahrscheinlich ist die Anzahl der eingesetzten Busse jeden Tag die gleiche, aber durch den behindernden Autoverkehr kommt es dann zu den “Ansammlungen” von Bussen). Fazit, auch wieder ca. 1 1/2 Stunden für eine Wegstrecke benötigt, die man bei fahrplanmäßigem öffentlichem Nahverkehr in ca. 45 zurücklegt.
Der “Wahl-Sonntag” im S-Bahn Caos war gar kein Caos:
Gut in der Frühe kurz nach Öffnung der Wahllokale war wirklich noch nichts im öffentlichen Nahverkehr los. Die Straßen waren fast autofrei und alles fuhr pünktlich, soweit das eben unter dem Umständen eines “Notfahrplanes” bei der S-Bahn Berlin und dem BVG Schienenersatzverkehr wegen Bauarbeiten an der U-Bahn U2 in der Schönhauser Allee möglich ist. Nachmittags waren dann schon einige (viele) Berliner wegen des schönen Wetters am Sonntag unterwegs. Wie auch immer, ca. 55 Minuten Fahrzeit waren echte Rekorde unter diesen Bedingungen.
Kaum hat man eine neue Regierung/einen nuen Bundestag gewählt, schon funktioniert der öffentliche Nahverkehr, fast. Dass die Stadtbahn von der S-Bahn wieder durchgängig befahren wird, wurde ja schon angekündigt. Aber dass auch die für die Pankower so wichtige Verbindung von und zur Ringbahn mit der S9 wieder im 20 Minuten-Takt befahren wird, das war erst ab dem 2. Oktober angekündigt. Endlich kann man wieder mit der S-Bahn im Nord-Osten die U-Bahn-Baustelle umfahren. Selbst wenn das heute nur so gewesen sein sollte, die Straßenbahnen M1 und 50 fahren ab heute auch wieder zumindest über die Kreuzung Schönhauser Allee/Bornholmer Straße, so dass man auch zu Fuß zum oder vom Ringbahnhof “Schönhauser Allee” laufen kann, wenn man nicht unbedingt die eine Station mit dem Busersatzverkehr fahren will oder kann.
So wird mein täglicher Arbeitsweg wieder recht “normal” werden und vielleicht auch der Ärger mit der S-Bahn schnell vergessen sein. Mal sehen, wie die Anschlüsse von und zur Straßenbahn M50 und der S-Bahn S9 in Pankow-Heinersdorf funktionieren. In der Vergangenheit war oftmals gerade die Straßen weg (konnte man noch in der Nähe oder Ferne wegfahren sehen), wenn man mit der verspäteten S-Bahn ankam. Die Umsteigezeiten waren mit ca. 1…2 Minuten einfach zu knapp, um geringfügige Verspätungen zu tolerieren und dann muss man eben ca. 10 Minuten auf die nächste Straßenbahn warten.
S 1
offensichtlich wohnen im Bereich Zehlendorf nicht genügende S-Bahn-Bonzen, die ihre eigene Bahn nutzen, sonst würde man im Berufsverkehr keine Viertelzüge einsetzen, die zu einer unerträgliche Fülle führen.
Mein letzter Beitrag hier war ja vom 28. September 2009!!!
Jetzt sind seit dem 1 1/2 Jahre vergangen und eigentlich hat sich praktisch gar nichts bei der Berliner S_Bahn verändert und schon gar nicht wa verbessert verbessert.
Der unerwartete Wintereinbruch Ende 2010 hat wieder zu den selben Problemen geführt, die man schon in den vergangenen Jahren hatte: Eingefrohrene Türen, die sich nicht mehr öffnen lassen, defekte Motoren durch unerwarteten Flugschnee, kein Ersatz für defekte Wagen vorhanden und die Züge wurden immer kürzer und immer seltener. Damit man überhaup noch Fahrgäste einigermaßen “verlässlich” transportieren Kann, kam man dann auf die Idee, den Notfahrplan durch einen Winterfahrplan zu ersetzen, nach dem der Schnee wieder weggeschmolzen war und Schnee von gestern war.
Heute feiert sich die S.Bahn Berlin selber, weil sie einige uralte Wagen der Baureihe 485 aus DDR-Zeiten wieder flott gemacht hat und jetzt einsetzen kann. Wer aber täglich mit der S-Bahn fährt, weiß auch, dass genau diese Wagen der Baureihe 485 aus DDR-Zeiten schon immer in der Vargangenheit insbesondere auf der Stecke nach Zentralflughafen-Schönefeld eingesetzt wurden. Da bekommen die Berlin-Touristen gleich den richtigen Eindruck von Berlin: Alles Nostalgie und Stillstand seit 20 Jahren (solange gibt es schon keine DDR mehr, aber noch deren einsatzfähige S-Bahn Wagen), einschließlich der Sprelakart-Verkleidung im Inneren der der S-Bahn Wagen.
Und wieder geht ein Jahr, das Jahr 2011, dem Ende zu.
Hat sich was bei der Berliner S-Bahn denn nun zum Guten geändert? Auch wenn ich hier seit dem 4. März nichts mehr geschrieben habe, es hat sich nichts, aber auch wirklich gar nichts geändert und von Verbesserungen bei der Berliner S-Bahn kann überhaupt nicht die Rede sein!
Noch immer gibt es den “Notfahrplan”, wobei dieser nicht das Papier Wert ist, auf dem er gedruckt an den Bahnhöfen ausgehängt ist. Zugverspätungen von 3 Minuten und mehr sind praktisch täglich “normal” und man ist schon froh, dass zumindest die Zugfolge meist irgendwie eingehalten wird.
Die “Verkündung” der besseren Vorbereitung auf den Winter bei der Berliner S-Bahn hat die Deutsche Bahn dieses Jahr aufgrund des späten und langen Herbst-Schönwetters erst Anfang November vorgenommen. Rechtzeitig, bevor das schöne Herbstwetter in der selben Woche zu Ende ging. Obwohl noch gar kein richtiges Winterwetter mit tiefem Frost und starken Schnefall war, ist alles wie in den letzten Jahren: Schlechtes Wetter, schlechtes Wetter für die S-Bahn.
Mal fällt eine Weiche aus und behindert gleich den S-Bahn-Verkehr einen halben Tag und mehr auf kompletten Streckenabschnitten. Mal funktioniert ein Stellwerk nicht und es kommt alles fast zum Stillstand bei der S-Bahn. Dann sind es mal wieder die Bremssand-Anlagen der S-Bahnen, die zur Langsamfahrt zwingen, obwohl diese angeblich “verbessert” (beheizt) wurden. Mit Nachtemperaturen um die Null-Grad und Tagestemperaturen von “nur” 5…10 °C fallen dann vermehrt die Türen, Wagenheizungen usw. aus. Einen Grund, warum es nicht (not)fahrplanmäßig bei der S-Bahn funktioniert, findet sich immer. Egal, wie (gut oder) schlecht die S-Bahnen verkehren, der Fahrpreis wird nun nächstes Jahr erhöht.
Diese Woche war auch ohne Winterwetter die “Krönung” der alltäglichen Probleme mit der S-Bahn: Gestern 20 Minuten auf eine Ring-Bahn S42 gewartet, obwohl diese im 5 Minuten-Takt entsprechend dem “Notfahrplan” fahren müsste. Heute dann unglücklicher Weise eine S-Bahn benutzt und 30 Minuten für die Fahrt zwischen zwei Bahnhöfen mit einem normalen Fahrabstand von ca. 2 Minuten benötigt. Dann die S-Bahn gleich wieder verlassen und auf die U-Bahn der BVG umgestiegen und zum nächsten Ring-Bahnhof gefahren. Dort dann ca. 20 Minuten auf eine S-Bahn gewartet und dann mit gut einer Stunde Verspätung am Ziel-Bahnhof angekommen, obwohl man die gesamte Strecke auch mit “Notfahrplan” in ca. 45…50 Minuten fährt. Rückfahrt hab ich dann doch lieber mit Verkehrsmitteln der BVG (Bus/U-Bahn/Straßenbahn) gemacht, was auch besser war. Andere Fahrgäste der S-Bahn waren da heute dch schlimmer dran, wenn sie bis zu ca. 2 Stunden auf offener Strecke Gefangene einer stehengebliebenen S-Bahn waren. Eine normale Überprüfung der Notstromversorgung eines Stellwerkes hat zum kompletten Ausfall des gesamten Nahberkehrs der Deutschen Bahn im Berliner Raum geführt, einschließlich der Regional-Bahnen.
Information bei der S-Bahn praktisch Null, Nichts, wirklich nichts Brauchbares: Die neuen, modernen, elektronischen Fahrtrichtungsanzeigen auf den Bahnsteigen zeigen nur “Ansage beachten” an und die neuen, modernen, elektronischen Ansagen wiederholen sich dann abwechselnd zwischen: “Wegen Verzögerungen im Betriebsablauf verspätet sich die Bahn xxx um wenige Minuten…”, “…die Bahn xxx verspätet sich um 5, 10, 15, 20 Minuten…”, “.die Bahn xxx fällt heute leider aus…” und zwischendrin immer mal wieder die neue, moderne, elektronische Ansage “Auf Gleis xxx ist die Bahn xxx eingefahren”, obwohl weit und breit keine Bahn zu sehen ist. Auf den wenigen noch mit Personal besetzten Bahnhöfen versucht dann die Bahnsteigaufsicht mit eigenen Ansagen den neuen, modernen, elektronischen Ansagen eine Sinn zu geben. Aber irgendwie gewinnt da dann doch die neue, moderne, elektronische Ansage mit ihren wiederkehrenden “Wegen Verzögerungen im Betriebsablauf verspätet sich die Bahn xxx um wenige Minuten…”, “…die Bahn xxx verspätet sich um 5, 10, 15, 20 Minuten…”, “.die Bahn xxx fällt heute leider aus…”, “Auf Gleis xxx ist die Bahn xxx eingefahren” Verkündungen. Elektronik siegt über Menschenverstand und irgendwann/irgendwie verliert da dann der Mensch den Verstand/das Verständnis dafür.
Ach ja als (neueste) Ursache dafür, dass der Notfahrplan nicht eingehalten werden kann, sind jetzt die vielen Kranken bei den Zugführern der S-Bahn. Zur Zeit sind es wohl 90 fehlende Zugführer und nächstes Jahr wird es besser, wenn dann zwei Lehrgänge mit 50 Zugführern (je Lehrgang oder insgesamt ist ungewiss) beendet sind. Wer es glaubt ist seelig. Hat die Deutsche Bahn nicht selbst den hohen Krankenanteil bei den Zugführern der Berliner S-Bahn zu verantworten, wenn jetzt die Zugführer an den vielen unbesetzten Bahnhöfen bei jeder Selbsabfertigung des Zuges aussteigen müssen, um den Zug/Bahnsteig überblicken und dann gefahrlos die Farht fortsetzen zu können? Bei dem Herbstwetter würde ich auch krank werden, wenn ich alle 1…2 Minuten für ca. 1 Minute aus dem Haus treten müsste.
Trotzdem, allen eine schöne Weihnachtszeit und ein gutes Jahr 2012, vielleicht auch ein besseres Jahr mit der Berliner S-Bahn.