Zur Elektromobilitäts-Offensive von RWE

VCD Pressemitteilung 54/09 – Berlin, 15.07.09
VCD: RWE schlechter Partner für Klimaschutz / Elektro-Autos wer­den mittelfristig Klima nicht retten

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) warnt anlässlich des heu­ti­gen Starts der RWE-Roadshow in Berlin vor übereilter Euphorie beim Thema Elektrofahrzeuge. Es sei zwar gut und richtig, jetzt die Elektro­mobilität voranzubringen und Forschungsanstrengungen in dem Bereich zu verstärken. Doch sei das Engagement von RWE als Atom- und Kohlestromriese und als einer der größten CO2-Emittenten Europas für eine klimaschützende Mobilität wenig glaubwürdig. Elektromobilität sei nur dann tatsächlich klima­schonend, wenn die Energie dafür aus erneuerbaren Energien gewonnen werde. RWE stelle jedoch nur zu einem Bruchteil Strom aus Wasserkraft oder anderen Erneuerbaren her, 88 Prozent stammen aus fossilen Energieträgern und aus der Kernkraft. Im Rahmen seiner Roadshow wird RWE in sieben Großstädten eine “Tankstelle der Zukunft” aufbauen, in denen über elektrobetriebene Autos informiert wird. Zudem will RWE an den Standorten Strom­lade­säulen installieren.

Werner Korn vom VCD-Bundesvorstand: “Elektromobilität steht der­zeit bei Politikern und Unternehmen hoch im Kurs. Doch selbst positive Schätzungen gehen von ein bis zwei Millionen Fahrzeugen im Jahr 2020 aus – das sind nicht einmal fünf Prozent des Bestan­des! Der Rest – fast 50 Millionen PKW – wird weiter mit Benzin oder Diesel unterwegs sein. Das zeigt, dass zur Lösung der akuten Probleme von Klimawandel und Ressourcenschwund Elektro­autos in absehbarer Zeit keinen entscheidenden Beitrag leisten können.

Nach Einschätzung des VCD werden Elektroautos in den ersten Pro­duk­tions­jahren 10 000 bis 20 000 Euro teuer sein als Benziner. Nach wie vor gebe es bisher keine bezahlbare und ausgereifte Batterie­technik. Autos mit Verbrennungsmotor würden demnach noch viele Jahre den Markt beherrschen. Deshalb sei es für den Klimaschutz absolut vorrangig, den Kraftstoffverbrauch von Pkw deutlich zu senken.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher: “Die deutsche Auto­industrie brennt derzeit ein Feuerwerk zu Elektroautos ab. Dabei bietet sie kein einziges elektrisch betriebenes Serienfahrzeug an. Der Elektro-Smart oder der BMW Mini E, die mit großem Werbe­aufwand in Modellversuchen unterwegs sind, sind umgebaute Benziner und keine wirklichen Neuentwicklungen. Für die Fahrzeuge werden bis heute keine Preise genannt. Das Elektroauto hat keine Zukunft als klassische Renn­reise­limousine, sondern am ehesten als Leicht­bau-Stadtauto, das in Fahrzeug­flotten unterwegs ist. Deshalb wäre auch ein Austausch zwischen den klassischen Autoherstellern, Verkehrsplanern und Herstellern, die jährlich ein paar hundert dreirädrige Twike oder CityEl herstellen, sinnvoll. Mit ihren aktuellen Aktivitäten lenkt die Autoindustrie nur von ihrem Versagen in den letzten Jahren ab, den CO2-Ausstoß wie ver­sprochen zu senken.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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