Verkehrsunfallzahlen 2008

VCD-Pressemitteilung 52/09 – Berlin, 8.7.2009
VCD: Weniger Verkehrstote – kein Grund zur Entwarnung

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) begrüßt, dass nach den letzten Jahren auch in 2008 die Unfallzahlen weiter rückläufig sind. Allerdings wurden nach heute vom Statistischen Bundesamt ver­öffentlichten Zahlen im letzten Jahr immer noch mehr als 12 Per­so­nen pro Tag auf deutschen Straßen getötet und mehr als 70.000 Menschen schwer verletzt. Nach Ansicht des VCD fallen demnach noch immer viel zu viele Menschen dem Verkehr zum Opfer. Besonders besorgniserregend sei die Zunahme der im Auto ge­tö­te­ten Kinder um 24,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies sei unter anderem auf die zunehmende Vernachlässigung der Anschnall­pflicht zurückzuführen, so der Verkehrsclub. Der VCD forderte angesichts der Daten die Bundesregierung auf, sich das Ziel “Null Verkehrstote” zu setzen. In Bezug auf die Anschnallpflicht von Kindern gelte es, verstärkt auf die zentrale Bedeutung von Gurten hinzuweisen und mehr Kontrollen durchzuführen.

Werner Korn vom VCD-Bundesvorstand: “Kein anderes Ver­kehrs­mittel fordert so viele Tote und Verletzte wie der Auto­verkehr. Unvorstellbar, dass 4477 Tote pro Jahr in Deutschland bei Bus, Bahn oder Flugzeug akzeptiert würden. Und auch die Zahl der Schwer­verletzten wird vernachlässigt. Für viele Verletzte hat ein schwerer Unfall lebenslange Folgen. Wer hinter den Zahlen das persönliche Schicksal der Unfallopfer sieht – vor allem wenn Kinder sterben – kann nur eine akzeptable Zahl an Verkehrs­opfern ab­leiten: Null!

Anja Hänel, VCD-Verkehrsreferentin: “Die zunehmende Ver­kehrs­dichte und die Hektik in Alltag und Berufsleben sind entscheidende Faktoren für eine Verschlechterung der Verkehrs­sicherheit. Dies führt auch dazu, dass die Anschnallpflicht nicht mehr so ernst genommen wird. Ein Grund dafür, warum im letzten Jahr 51 Kinder im Auto sterben mussten, während es im Vorjahr noch 41 Kinder waren. Dagegen muss dringend etwas getan werden! Wir rufen Eltern dazu auf, ihre Kinder im Auto immer anzuschnallen. Außerdem sollten sie, wo möglich, auf das Auto verzichten und entweder die Kinder mit dem öffentlichen Verkehr transportieren oder Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen.” Bus und Bahn seien im Vergleich zum Auto nicht nur umweltschonender sondern auch 40mal sicherer. Um Eltern und Kinder fit zu machen, Schul­wege zu Fuß zurückzulegen, führt der VCD gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk auch dieses Jahr wieder seine Kampagne “Zu Fuß zur Schule” durch.

Zwar stehe die Bundesrepublik im internationalen Vergleich mit einer Reduzierung der Unfalltoten von minus 36 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 2001 derzeit an siebenter Stelle. Die europäische Zielvor­gabe, die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten bis 2010 zu halbieren, werde jedoch nicht zu schaffen sein. Gerade in Ländern mit vergleichsweise niedrigen Unfallraten sei es schwierig, den nächsten Schritt zu einer deutlichen Reduzierung zu schaffen. Der VCD fordert deswegen von der Bundesregierung neue Wege in der Verkehrs­sicherheit zu gehen und sich das Konzept »Vision Zero – Null Verkehrstote« zu eigen zu machen. Dieses mache den mensch­lichen Körper zum entscheidenden Maß und gebe die Ver­antwortung für die Verkehrssicherheit einer breiten Gruppe von ge­sell­schaft­lichen Akteuren wie der Autoindustrie, der Bau­ver­wal­tung und den Versicherungen. Andere EU-Staaten wie Schweden und die Schweiz seien hier bereits Vorreiter.

Mehr zu Verkehrssicherheit und »Vision Zero« unter www.vcd.org/verkehrssicherheit.html.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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3 Antworten zu “Verkehrsunfallzahlen 2008”

  1. Gerd Baum sagt:

    Hallo,
    wo bekommt man denn eigentlich die genauen Zahlen der jährlichen Unfälle und Unfalltoten, getrennt in LKW- und PKW-Benutzer, Kradfahrer, Fahradfahrer und Fußgänger her.

    Danke.

    Gerd Baum

  2. Knut Lickert sagt:

    Das statistische Bundesamt ( http://www.destatis.de/ ) hat dazu vielfältige Statistiken. Die in der PM erwähnte Statistik wurde in einer Pressekonferenz am 8.7. vorgestellt.
    Dort kann man im Begleitmaterial zur Pressekonferenz (PDF, 43 Seiten, ca 800KB) fündig werden.

  3. admin sagt:

    Hinweis: Der Link zur PM des statistischen Bundesamtes wurde nachgetragen.

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