Abwrackprämie nicht aufstocken!

VCD-Pressemitteilung 51/09 – Berlin, 07.07.09
VCD: Milliardenhohe Steuerverschwendung stoppen

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) übt scharfe Kritik an der For­derung aus der SPD, die Abwrackprämie für Pkw weiter auf­zu­stocken. Laut Medienberichten soll der Topf von fünf Milliarden Euro für die Abwrackprämie vor der Bundestagswahl im September 2009 ausgeschöpft sein. Der saarländische SPD-Vorsitzende und SPD-Bundesvorstandsmitglied Heiko Maas brachte nun eine Aufstockung der Mittel ins Gespräch. Doch je eher die Zahlung der Abwrack­prämie beendet werde, desto besser, so der VCD. Die fälsch­licher­weise als “Umweltprämie” propagierte Förderung des Auto­ab­satzes sei von Anfang an eine Fehl­konstruktion gewesen. Die Prämie käme weder der Umwelt noch der Wirtschaft in einem Maße zugute, das die Ausgabe von Steuergeldern in Milliardenhöhe in irgendeiner Weise rechtfertigen würde.

Werner Korn vom VCD-Bundesvorstand: “Wenn gefordert wird, noch mehr Geld in die unsägliche Abwrackerei zu stecken, hat das nichts mit verantwortungsvoller Politik zu tun. Das ist purer Stim­men­fang in Wahlkampfzeiten. Profitiert von der Abwrack­prämie haben vor allem die ausländischen Hersteller. Und je länger sie gezahlt wird, desto schlimmer wird der Einbruch der Ver­kaufs­zahlen nach ihrem Ende. Dann werden Beschäftigte aus der Automobilbranche die Abwrackprämie mit ihrem Arbeitsplatz und alle Bürgerinnen und Bürger mit höheren Steuern bezahlen müssen. Die Zahlung der Prämie muss deswegen sofort gestoppt werden.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: “Erst kürz­lich gab es die angebliche Erfolgsmeldung, die Hälfte aller durch die Ab­wrackprämie gekauften Neuwagen käme aus deutscher Produk­tion. Dabei zeigt genau diese Zahl das Versagen des Konstrukts Abwrackprämie: In den letzten Jahren lag der Anteil der deutschen Automarken an den Neukäufen immer bei zwei Drittel – die deutschen Autohersteller verlieren also durch die Abwrack­prämie massiv Marktanteile! Die Konjunkturpolitik der Bundes­regierung ist reine Augenwischerei und bedeutet die planlose Vernichtung von Steuermilliarden.

Auch umweltpolitisch sei die Abwrackprämie nicht zielführend. Zwar liege der CO2-Ausstoß der neugekauften Wagen unter dem Schnitt der im letzten Jahr verkauften Pkw. Doch hätte man für den Klima­schutz viel mehr erreichen können, wenn man die Abwrack­prämie an Umweltkriterien gebunden oder das Geld in alternative Ver­kehrs­mittel investiert hätte, so der VCD. Die Förderung des Öffentlichen Verkehrs, der Nachrüstung von Partikel­filtern in Liefer­fahr­zeugen und neuer Umwelttechnik in Lkw hätte höhere Beschäf­tigungs­effekte und eine bessere Umweltbilanz erzielt. Zudem sei eine Wegwerfmentalität gefördert worden, durch die noch fahrtüchtige und spritsparende ältere Modelle auf dem Schrottplatz gelandet seien.

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Autor: VCD-Bundesverband.

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Eine Antwort zu “Abwrackprämie nicht aufstocken!”

  1. Franziska sagt:

    Meiner Meinung nach ist die Abwrackprämie wirklich Verschwendung. Wie ich gelesen habe, soll diese schon nächsten Monat wegfallen.Was dann mit der Autoindustrie passiert, kann man sich ausmalen. Große Einbrüche und am Ende wurde nichts erreicht.
    Da ist der Ausdruck Steuerverschwendung schon sehr richtig.

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