Mehr Lärm, Abgase und CO2 durch Mittel­rheinbrücke

Pressemitteilung 3/2009, VCD Rheinland-Pfalz, Koblenz, 15. Mai 2009

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat in einem gemeinsamen Brief des Landesverbandes und der Kreisverbände Mittelrhein und Rhein-Lahn-Westerwald die UNESCO angeschrieben, um dem Welterbekomittee insbesondere die durch eine Brücke zwischen Wellmich und Fellen zusätzlich entstehenden Umwelt­beeinträchtigungen vor Augen zu führen. In 5 Punkten hat der VCD vor zusätzlichem Lärm, Abgasen, CO2 und Unfallrisiken gewarnt:

  1. Durch den Bau der Brücke und bei Wegfall der 3 Autofähren St. Goar – St. Goarshausen, Boppard – Filsen und Kaub – Oberwesel müssen PKW-Fahrer im Durchschnitt ca. doppelt so weit fahren, nämlich ca. 15 km statt heute 8 km, um über den Rhein zu gelangen.
  2. Die Brücke induziert Verkehr. Gutachten aus 2001 und 2004 gehen von ca. 3500 Autos pro Tag aus, die durch die “schnellere” und “kostenlose” Verbindung über die Brücke fahren. Hier ist insbsondere in Wellmich und Fellen aber auch in St. Goar und St. Goarshausen mit deutlich mehr Verkehr, also mehr Lärm, mehr Abgasen und einer höheren Unfallgefahr und damit Gefährdung der Einwohner zu rechnen.
  3. Besonders nachteilig bewertet der VCD die Lage der Brücke. Sie soll ca. 3,5 km nördlich vom heutigen Fährstandort, zwischen Wellmich und Fellen den Rhein queren. Das bedeutet, dass es in Zukunft kaum noch Fußgänger oder Radfahrer von St. Goarshausen nach St. Goar geben wird, da der Weg über die Brücke einen Umweg von 7 km im Vergleich zur heutigen Fährverbindung bedeutet. Somit wird ein Großteil der heutigen ca. 700 Fußgänger und Radfahrer auf der Fähre werden in Zukunft mit dem Auto fahren (müssen) und weiter zu mehr Autoverkehr beitragen.
  4. Bei Wegfall einer fußläufigen und fahrradfreundlichen Querung muss zusätzlich ein Busverkehr eingerichtet werden, da nicht jeder heutigen Fußgänger und Radler mit einem Auto fahren kann oder will. Die Busse, vor Schulbeginn ist von 4-5 Bussen auszugehen, müssen ebenso die 7 km Umweg fahren und verursachen demnach weitere Umweltbelastungen und auch Kosten für die Landkreise.

Mit einem Hinweis, dass die Fähren seit Jahrhunderten über den Rhein fahren und sich somit als effizientes und sinnvolles Ver­kehrs­mittel bewährt haben und zum Welterbe dazugehören, schließt die Argumentation des VCD im Brief an die UNESCO und fordert diese auf, die Beeinträchtigungen durch den zusätzlichen Verkehr mit zu bewerten.

Die Auswirkungen der Umweltbeeinträchtigungen auf die Men­schen (Lärm) und das Klima (CO2) sind bereits heute überall sichtbar, auch im Mittelrheintal. Da darf es nicht sein, dass man sehr viel Geld in eine Infrastruktur steckt, mit dem Ergebnis, dass der Verkehr und damit die Belastung durch Lärm, Abgase sowie CO2 weiter zunimmt“, betont Dr. Helga Schmadel, Vorsitzende des VCD RLP.

Zu bedenken ist dabei auch“, so Helga Schmadel weiter, “dass die Bewohner von St. Goarshausen, Wellmich, St. Goar und Fellen von diesen nachteiligen Auswirkungen doppelt betroffen sind: Der Mehr­verkehr geht direkt durch die Innerortslagen und dabei erzeugen die Bewohner den Mehrverkehr im Wesentlichen selbst. Auch wenn die Brückenüberquerung kostenlos ist, müssen doch die Fahrtkosten für den Umweg getragen werden. Dies werden insbesondere die heutigen Fußgänger und Radfahrer bemerken.

Statt Millionen Euro in eine Brücke zu stecken, die erst in einigen Jahren nutzbar sein wird, sollte der Fährverkehr ab sofort entsprechend der Nachfrage ausgedehnt und kostenfrei angeboten werden, fordert der VCD als verkehrs- und umweltpolitisch sinnvolle Lösung. Der vollständige Brief an die UNESCO ist unter www.vcd.org/rlp abgelegt.

Verwandte Artikel

Autor: VCD Rheinland-Pfalz.

Tags: , , , ,

Hinterlasse eine Antwort