Neues Logistik-Gutachten Sachsen

VCD Elbe-Saale, Pressemitteilung, Leipzig, 13.05.2009
VCD: “Die Klimaschutzziele dürfen wir nicht aus den Augen verlieren”

Seit Dienstag ist das neue Gutachten “Situation und Perspektiven der Logistikwirtschaft im Freistaat Sachsen” auf www.smwa. sachsen.de online abrufbar. Im Auftrag des sächsischen Ver­kehrs­ministers Thomas Jurk wurde es von der GMO Management Con­sul­ting GmbH und der TU Dresden erarbeit.

Jurk misst der Logistikwirtschaft in Sachsen eine große Bedeutung zu, sechs bis acht Prozent der sozialversicherungspflichtig Be­schäftigten seien direkt in der Branche tätig oder indirekt ab­hän­gig.“, so Karsten Imbrock, Vorsitzender des Verkehrs­club Deutsch­land (VCD) LV Elbe-Saale. “Allerdings“, so Imbrock weiter, “sind die Logistiker, die generell schon einem enormen Kostendruck ausgesetzt sind, auch mit die ersten, die unter der Wirtschafts­krise leiden. Wollen wir hier also Arbeitsplätze erhalten, dann müssen wir in erster Linie auf zukunftsweisende Innovationen setzen.

So zeigt sich der VCD sehr verwundert darüber, dass sich in dem 128-Seiten starken Gutachten gerade einmal fünf Sätze finden, die sich den Erfordernissen an die zu erwartenden verschärften Um­welt- und Klimaschutzregelungen widmen.
Erst letzte Woche legte die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Price­water­house Coopers (PwC) die Studie “Land unter für den Klimaschutz” vor. Aus ihr geht hervor, dass die Mehrheit der deutschen Spediteure das Marktpotenzial klimafreundlicher Transport­dienst­leistungen noch nicht erkannt hat. Nach der PwC-Studie fordern die Kunden von den Transport- und Logistik­unternehmen auch immer häufiger möglichst niedrige CO2-Emissionen über die gesamte Wert­schöpfungskette hinweg.

Wirklich innovativ und zukunftsweisend kann ein Logistikkonzept nur sein, wenn es sich auch den Anforderungen des Klimawandels und denen des Umweltschutzes stellt. “Sachsen hat bereits jetzt ein sehr gutes Straßennetz. Wenn jetzt die Logistik-Studie noch mehr Millionen für den Straßenausbau in Richtung Osteuropa fordert, so hat das mit Nachhaltigkeit nichts mehr zu tun“, so VCD-Sprecher Imbrock. “Wer derartige Pläne schmiedet, nimmt in Kauf, dass über die neuen Straßen auch viele Arbeitsplätze nach Tschechien und Polen verschwinden.” Hinzu kommt, dass Jobs in der Lo­gistik­branche häufig nur im Niedriglohnsektor angesiedelt sind.

Der VCD fordert daher, dass ein neues Logistikkonzept in erster Linie auf die Stärkung der Regionalwirtschaft setzen sollte. Denn die wirtschaftlichen Folgekosten, die der Gütertransportboom der letzten Jahre mit sich bringt, sind immens. Schon seit langem fordert der VCD, dass dem Straßenverkehr alle externen Kosten, die durch ihn verursacht werden, auch angelastet werden. Zu diesen externen Kosten zählen die Verkehrswissenschaftler unter anderem die Gesundheitskosten, die durch Lärm und Abgase entstehen. “Einen großen Teil dieser Kosten verursachen die Massen an Last­kraftwagen auf unseren Straßen“, so Imbrock. Angesichts dieser Zahlen fordert der VCD das Land Sachsen auf, den Güter­transport über die Straße nicht weiter mit Steuergeldern versteckt zu sub­ventionieren und der Wirtschaft stattdessen durch die Schaf­fung von Regionalgüterbahnen eine Alternative anzubieten.

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Autor: VCD Elbe-Saale.

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