Bahnstrecke reaktivieren statt Steuermittel zu verschwenden

VCD-Hessen, Pressemitteilung 14/2009, Kassel/Wiesbaden, 13. Mai 2009
Kurhessenbahn Korbach-Frankenberg

Die Bahnstrecke von Korbach nach Frankenberg in Nordhessen muss nach Ansicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) dringend re­aktiviert werden. „Die Landesregierung muss zeigen, dass sie nicht nur in den Straßenbau investiert, sondern auch in Schienen­strecken“, erklärte VCD-Landesgeschäftsführer Martin Mützel an­lässlich der Landtagsdebatte über den Ver­kehrs­haushalt am Donners­tag (14. Mai). Die Umsetzung des Land­tags­beschlusses vom vergangenen Jahr, der eine Wieder­inbetrieb­nahme der 31 Kilo­meter langen Verbindung vorsieht, dürfe nicht länger durch neue Prüfaufträge verschleppt werden.

Die Modernisierung der seit 20 Jahren stillgelegten Bahnstrecke ist nach Ansicht des Umwelt- und Verbraucherverbandes wichtig für die Erschließung des Nationalparks Kellerwald-Edersee, der mo­men­tan nur schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sei. Durch eine Reaktivierung würden unter anderem deutlich attraktivere Verbindungen aus den dicht besiedelten Regionen Rhein-Main und Rhein-Ruhr in die Tourismus-Region Waldecker Land ermöglicht. Korbach würde dann in etwa einer Stunde Fahrzeit von Marburg aus erreicht. Als erster Schritt müsse der beliebte Ausflugsverkehr zwischen Frankenberg und Herzhausen, wo sich das Info-Zentrum des Nationalparks befindet, wieder aufgenommen werden.

Sollte das Land die Bahnstrecke weiter verrotten lassen, droht nach Ansicht des VCD Hessen eine gigantische Verschwendung von Steuermitteln. Wegen bestehender Vereinbarungen müssen das Land und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) der Kur­hessen­bahn, einer regionalen Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG, bis 2021 ohnehin insgesamt 18,6 Millionen Euro zahlen – auch wenn keine Züge fahren. „Dieses Geld sollte besser in den Strecken­ausbau und den Betrieb investiert werden“, meint VCD-Sprecher Mützel. „Es ist gut angelegt, denn Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr sind nachhaltige Wirtschaftsförderung.

Bei der Erreichbarkeit des Naturparks Kellerwald-Edersee mit öffentlichen Verkehrsmitteln sieht der VCD noch erheblichen Nach­holbedarf. Eine vergleichende Untersuchung aller hessischen Natur­parks durch den VCD Hessen hat ergeben, dass die Region zwischen Bad Wildungen und Frankenberg nur einen Platz im Mittelfeld belegt. „Hier werden Potenziale für einen sanften Tourismus ohne Auto verschenkt“, meint Mützel.

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Autor: VCD Hessen.

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