Dresden: Den Nahverkehr nicht schlecht reden

Pressemitteilung LV Elbe-Saale/VCD Dresden, Dresden, 7.5.09

Dresdens Nahverkehr ist deutschlandweit Spitze“, sagt Karsten Im­brock vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). “Die Busse und Bahnen sind zum Großteil moderne Niederflurfahrzeuge. Auf den meisten Strecken haben wir in Dresden einen guten Linientakt und der Service ist Vorbild für zahlreiche Nahverkehrsunternehmen.” Für das Jahr 2008 wurden die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) vom sächsischen Wirtschaftsministerium gar mit dem Prädikat Service-Champion ausgezeichnet. Mit der vor wenigen Wochen eingeführten Kunden­garantie möchten die DVB diesen heißbegehrten Titel im Jahr 2009 verteidigen.

Der Dresdner VCD-Sprecher Imbrock warnt daher davor, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) jetzt schlecht zu reden: “Die Debatte über den Reisezeitvorteil des Autos gegenüber dem ÖPNV darf nicht den Eindruck hinterlassen, dass es generell vorteilhafter sei doch mal öfter mit dem Auto zu fahren. Es muss vielmehr klar vermittelt werden: Wer den ÖPNV benutzt, kommt auch sicher und viel entspannter am Ziel an. Und schont auch noch die Umwelt.

Ursache für die aktuelle Bummelbahndebatte in Dresden sind nach VCD-Ansicht vor allem Versäumnisse der Politik und der Ver­kehrs­planer. In Sachen ÖPNV-Beschleunigung gebe es deswegen jetzt dringenden Handlungsbedarf. Karsten Imbrock verweist auf die bayrische Landeshauptstadt: In München wurden von 1994 bis 2004 alle zehn Straßenbahnlinien beschleunigt. Das brachte den Fahrgästen gleich mehrere Vorteile: Kürzere Fahrtzeiten und eine deutlich verbesserte Pünktlichkeit. Da durch den geringeren Fahrzeugbedarf auch 14 Bahnen eingespart werden konnten, kam eine stattliche Reduzierung der Betriebskosten von 4,2 Mio. € pro Jahr hinzu.

Laut Imbrock ist ein wichtiger Stellhebel für einen schnelleren Öffentlichen Verkehr nicht unbedingt dessen absoluten Be­vor­rechtigung, sondern eher die Installation “intelligenter” Licht­signal­anlagen: “Man sollte annehmen, dass diese Systeme bei Neu­bau­maßnahmen konsequent eingebaut würden. Schaut man sich allerdings den Lennéplatz an, dann ist es völlig unverständlich warum dort veraltete Technik neu verbaut wurde.

Ein Beschleunigungsprogramm für Busse und Bahnen dient letztlich auch dem Schutz der Gesundheit aller Dresdner. Die bisher um­gesetzte Strategie der konsequenten Attraktivierung des KFZ-Verkehrs wirkt der Einhaltung der EU-Grenzwerte beim gesundheits­schädigenden Feinstaub sowie bei Stickoxiden entgegen.

Im Februar 2009 lud der VCD Dresden zu einer sehr gut besuchten Fachveranstaltung zum Thema ÖPNV-Beschleunigung ins Rathaus. Die Präsentationen der Referenten finden Sie im Internet unter www.vcd.org/vorort/dresden/der-vcd/termine/dresdner-verkehrsdialog/

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Autor: VCD Elbe-Saale.

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