Pressemitteilung 2/2009, VCD Rheinland-Pfalz, Koblenz, 29. April 2009
Verkehrsclub Deutschland fordert Maßnahmen gegen Verkehrslärm / Lärm belastet die Gesundheit / Kommunen und Bürger sind gefordert
Aus Anlass des morgigen Tages gegen den Lärm fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Rheinland-Pfalz, Maßnahmen insbesondere gegen Verkehrslärm. Nach Angaben des VCD leiden deutschlandweit rund 50 Millionen Menschen unter Straßenverkehrslärm. Als einen der Hauptgründe sieht der ökologisch orientierte Club die Zunahme des Pkw- und Lkw-Verkehrs der letzten Jahre.
„Trotz verschiedener Minderungsmaßnahmen ist der Lärm nahezu konstant hoch geblieben. Dauerhafter Lärm gefährdet die Gesundheit, da er das Risiko von Herz- und Kreislaufkrankheiten erhöht. Um diese Gesundheitsbelastung zu verringern, sind Politik und Bürger gleichermaßen gefordert“, macht Frau Dr. Helga Schmadel, Vorsitzende des VCD RLP, deutlich und verweist auf zahlreiche Möglichkeiten zur Lärmvermeidung.
„Die Hauptursache für Straßenlärm ist das Rollgeräusch der Fahrzeugreifen. Ab etwa 30 km/h sind die Reifen die dominante Geräuschquelle am Auto, und mit wachsender Geschwindigkeit nimmt dieser Lärm zu“, so Frau Schmadel weiter. „Deswegen sollten Autofahrer auf leise Reifen und den optimalen Reifendruck achten.“ Ein weiterer Tipp: Je langsamer gefahren und je früher hochschaltet wird, desto geringer ist der Motorlärm. Wenn das Auto länger als zehn Sekunden steht, sollte der Motor ausgeschaltet werden. Das sorgt nicht nur für mehr Ruhe, sondern spart auch Sprit. Besonders nachts sollte darauf geachtet werden, Autotüren nicht laut zuzuschlagen – auch das verringert die Lärmbelastung. Wer im Auto gern Musik hört, sollte darauf achten, nicht die ganze Umgebung zu beschallen: Nicht nur die Nerven der Mitmenschen könnten darunter leiden, auch die eigenen Konzentrationsfähigkeit nimmt ab. „Der einfachste Weg, Straßenlärm zu verringern, ist aber immer noch, das Auto häufiger stehenzulassen, unnötige Fahrten zu vermeiden und kurze Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen“, fügt Frau Schmadel hinzu.
Der VCD Landesverband RLP fordert die Bürger auf, sich auch in der Kommunalpolitik aktiv für mehr Lärmschutz einzusetzen. So könne man z.B. Druck auf die Kommunen ausüben, verkehrsberuhigte Bereiche und Geschwindigkeitsbegrenzungen auszuweiten. Diese senkten das Tempo von Autos und Lkw und verringerten so den entstehenden Lärm. Sogenannter Flüsterasphalt auf Hauptstraßen könne die Lärmbelastung um bis zu 80 Prozent senken. Auch könne die Kommune dazu angeregt werden, den Fuß- und Radverkehr zu fördern. Dadurch werde der Verkehr vom Auto weg verlagert, hin zu einer leiseren und dabei auch umweltfreundlicheren Mobilität. Frau Dr. Schmadel: „Für viele Städte gibt es Lärmkarten zur Lärmsituation vor Ort. Bei einer zu hohen Lärmbelastung sind nach europäischer Umgebungslärm-Richtlinie Aktionspläne vorgeschrieben, die eine Bürgerbeteiligung vorsehen. Interessierte können die Lärmkarten einsehen, sich informieren und an der Erstellung der Aktionspläne mitwirken.“
Weitere Informationen zum Tag gegen Lärm unter www.vcd.org.
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Autor: VCD Rheinland-Pfalz.
Tags: Geschwindigkeitsbegrenzung, Lärm, Lärmschutz, Verkehrslärm