VCD erklärt Autobahn über Dresden-Lockwitz zum Menschenschutzgebiet

Pressemitteilung VCD Kreisverband Dresden, Dresden, 25.04.09
Fahrraddemo in Dresden: 30 min war die A17 lärmfrei

Das gab es in Sachsen noch nie: Demonstrieren auf einer Auto­bahn, die bereits in Betrieb ist. 220 Teilnehmer bekundeten Ihre Solidarität mit den A17-Anwohnern. Christian Kriegel von der Bürger­initiative (BI) Dresden-Lockwitz war einer der Organisatoren der Demo für besseren Lärmschutz und betonte auf der über die Auto­bahn radelnden Pressekonferenz: “Unsere BI ist seit Jahren aktiv, hat zahlreiche Schreiben an Politiker und Behörden ge­schrie­ben und einige der Angeschriebenen waren auch vor Ort.” Nach­besserungen am Lärmschutz habe es aber in den Jahren, seitdem die Autobahn in Betrieb gegangen ist, nicht gegeben. Er begrüße daher den aktuellen Vorstoß im Stadtrat. Seine Bürger­initiative appelliert an OB Orosz das Thema Lärmschutz jetzt zur Chefsache zu machen. Kriegel betonte: “Die Einwohner von Lockwitz möchten nichts weiter als endlich mal wieder ruhig zu schlafen. Mit der Fahrraddemo geht es uns vor allem darum Druck auf die Politik zu machen, wir wollen niemanden behindern. Sollten Autofahrer wegen uns im Stau gestanden haben, bitten wir um Verständnis.” Bis die Lärmschutzwände nachgebessert sind, fordert die BI kurzfristig ein Tempolimit in Anwohnernähe.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Elbe-Saale ge­hörte auch zu den Veranstaltern. Aktive der VCD-Ortsgruppe er­klärten die Autobahn an deren Auffahrt mit einem großen Trans­parent zum Menschenschutzgebiet. Karsten Imbrock, Landes­vorsitzender des VCD Elbe-Saale, wies darauf hin, dass die Lock­witzer stellvertretend für viele andere Menschen stehen, die unter dem krankmachendem Autobahnlärm leiden: “Der VCD begrüßt daher die aktuellen Forderungen der Länder­verkehrs­minister an den Bund, dass die Lärmschutzstandards verschärft werden müssten.” Weiterhin fordert er wirksame Maßnahmen zur Entlastung der Autobahn: “Der beste Schutz vor Lärm ist dessen Vermeidung. Es muss doch auch die Frage gestellt werden, warum über die A17 so viele LKWs unterwegs sind.” Das Land Sachsen habe es versäumt hier eine attraktive Alternative auf der Schiene zu schaffen. Der VCD tritt für eine Verlagerung der Transporte auf die Bahn ein, inzwischen gebe sehr moderne und sehr geräusch­arme Güterbahnsysteme. Karsten Imbrock stellte noch weitere Forderungen an die Politik: “Wir brauchen keine Kon­juktur­paket-Milliarden für den Ausbau des Straßennetzes. Das, was wir brauchen ist ein groß angelegtes Verkehrs­vermeidungs­konzept, ein Konzept das auf die Stärkung der regionalen Wirtschaft setzt und auf eine Attraktivitäts­steigerung des Öffentlichen Nah- und Fernverkehrs.” Neue Straßen würden hingegen vor allem Lärm, Dreck und neuen Straßenverkehr zur Folge haben.

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Autor: VCD Elbe-Saale.

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